Müder Auftritt: Gladbach-Elf befindet sich im Dauerstress

Michael Ryberg
Gladbachs André Hahn gegen Florian Klein.
Gladbachs André Hahn gegen Florian Klein.
Foto: Getty Images
Das 2:0 im DFB-Pokal über Stuttgart zeigt die Folgen der Champions League. Die vielen Verletzungen machen die Arbeit von Schubert nicht leicht.

Mönchengladbach. Nur einen Wunsch hatte André Hahn für die kurze Pause zwischen dem 2:0-Pokalerfolg über den VfB Stuttgart und der Bundesligapartie am Freitag (20.30 Uhr/Sky) gegen Eintracht Frankfurt übrig: „Am liebsten würde ich jetzt zwei Tage in der Eistonne verbringen.“

Nicht nur der 1:0-Torvorbereiter hat wegen des Pflichtspiele-Stakkatos, das seit Mitte August über Borussia Mönchengladbach niederprasselt, mittlerweile eine ausgedehnte Muskelentspannung vonnöten. Der Champions-League-Starter wirkt müde. Wie schon am Samstag beim 0:2 in München.

„Ich bewundere die Bayern von Spiel zu Spiel mehr“, gibt Trainer André Schubert zu, „alle drei Tage eine große Leistung bringen. Das schaffen die Münchener über Jahre. Und sie schaffen auch Siege mit nur 80 Prozent Einsatz. Dafür stehen aber auch mindestens 15 Raffaels in der Mannschaft.“ Gladbach hat nur einen. Und der ist seit der zweiten Halbzeit vom Barcelona-Gastspiel verletzt. Seit mittlerweile vier Wochen.

Schubert ordnete genau deshalb den mühseligen Sieg seiner Dezimierten über den Bundesliga-Absteiger richtig ein: „Ich bin derzeit der Einzige im Team, der kein Wehwehchen mit sich herumschleppt.“

Kapitän Lars Stindl spielte trotz einer leichten Rückenblockade nach dem Warmlaufen mit. Weltmeister Christoph Kramer musste wegen aufkeimender Pein im Kreuz vorzeitig vom Rasen.

Auch Defensivkollege Tobias Strobl bat nach großem Energieverlust um seine Auswechslung. Dazu fehlten weiterhin vier Stammspieler. Vermutlich auch am Freitagabend gegen Frankfurt.

Herrmann braucht Spielpraxis

Die hartnäckigen Verletzungsausfälle von Raffael, Thorgan Hazard, Ibrahima Traoré und Andreas Christensen sorgen dafür, dass Trainer Schubert eine überfällige Personalrotation allenfalls im bescheidenen Rahmen hinbekommt. Gegen Stuttgart saßen unter anderem schon Djibril Sow und Nils Rütten aus dem Regionalligateam auf der Ersatzbank.

Patrick Herrmann durfte trotz eines Formtiefs nach seiner Verletzungspause im September wieder von Beginn an im rechten Mittelfeld ran. Dem Nationalspieler merkt man mangelnde Spielpraxis und eingeschränkte Spritzigkeit deutlich an. Herrmanns bisweilen leichte Ballverluste lagen am Ende im zweistelligen Bereich.

Doch Trainer Schubert stärkte dem Blondschopf demonstrativ den Rücken: „Patrick braucht eigentlich mal vier, fünf Spiele in Serie. Wenn er hundert Prozent geben kann, dann ist er in der Bundesliga herausragend.“ Die Anhängerschar würde es sicher freuen. Gegen Eintracht Frankfurt dürfte es für Herrmann mangels Alternative flink die nächste Gelegenheit geben, sich der Bestleistung zu nähern.