Mahmoud Dahoud sorgte in Gladbach für die kreative Note

Andreas Morbach
Mahmoud Dahoud von Borussia Mönchengladbach.
Mahmoud Dahoud von Borussia Mönchengladbach.
Foto: Getty Images
Gladbachs Trainer André Schubert vertraute gegen Ingolstadt auf seinen Hochbegabten. Mahmoud Dahoud bedankte sich mit der Vorlage zum 2:0.

Mönchengladbach. Nach dem zehnten Heimsieg in Folge beschlich André Schubert das Gefühl, in der öffentlichen Wahrnehmung nicht ganz vertrauenswürdig zu sein. Keine Sekunde habe er sich bislang mit der anstehenden Partie gegen den FC Barcelona beschäftigt, beteuerte Gladbachs Cheftrainer am frühen Samstagabend – „auch wenn mir das keiner glaubt“. Immer schön ein Spiel nach dem anderen, das sei seine grundsätzliche Haltung, erwähnte der 45-Jährige noch. Und mit dieser Taktik ist er bisher exzellent gefahren.

1,9 Pluspunkte im Schnitt für Gladbach-Trainer Schubert

Mit dem 2:0 gegen die Ingolstädter hat die Borussia wieder Kurs aufs internationale Geschäft genommen. Mit einem Punkteschnitt von 1,9 ist Schubert aktuell erfolgreicher als die Gladbacher Trainerlegenden Jupp Heynckes, Hennes Weisweiler und Udo Lattek. Zudem war die Einstimmung auf das große Duell mit den Katalanen am Mittwoch geglückt. Dank des nicht immer schönen, aber gekonnten Umgangs mit den Schanzern.

Der Stil der widerborstigen Oberbayern ist bundesweit bekannt. „Es ist wirklich schwer, sich gegen sie Torchancen zu erspielen. Wir haben uns gut auf ihre Spielweise eingestellt und gute Entscheidungen getroffen“, sagte Schubert. Wie schon beim hart erkämpften Remis unter der Woche in Leipzig blieb das Florett diesmal in der Kabine – zumindest bis zum zeitlich geschickt platzierten Führungstor durch Lars Stindl (42.).

„Für uns war das ein Schritt nach vorn. Und es war ein kleiner Wegweiser, wohin es für uns in der Meisterschaft geht“, erklärte Torwart Yann Sommer genüsslich. „Die Mannschaft hat gut umgesetzt, was wir besprochen haben. Sie hat sich belohnt und einen kleinen Reifeprozess gezeigt. Das freut uns sehr“, fand auch André Schubert ein positives Fazit für den eher zähen Nachmittag. Ehe er mit Blick auf das Barcelona-Spiel zumindest so viel von seinen Gedanken preisgab: „Zu Hause spielen wir gut.“

Ob diese Qualität gegen die Katalanen zum elften Heimsieg en bloc reicht, ist ungewiss. Im ersten Gruppenspiel bei Manchester City sind Schuberts Fohlen schließlich gleich mal mit 0:4 überrannt worden. „Wir versuchen, etwas zu reißen. Aber es ist halt Champions League“, meint der am Samstag eine Stunde lang geschonte Goalgetter Thorgan Hazard vorsichtig. Gegen den Ausfall von Barcas Superstar Lionel Messi (Muskelfaserriss) haben die Gladbacher jedenfalls nichts einzuwenden. „Natürlich ist es schön, wenn ein Spieler, der ein Spiel allein entscheiden kann, nicht auf dem Feld ist“, bekennt Keeper Sommer.

Lob von Gladbach-Sportdirektor Eberl

Pluspunkt Borussia: Auch der hochbegabte Mahmoud Dahoud fasst langsam Tritt. Der Aufsteiger der Vorsaison stand zuletzt in der zweiten Reihe, im schwierigen Spiel gegen den FCI nutzte er nun seine Bewährungschance, bereitete unter anderem das 2:0 durch Oscar Wendt vor. „Er hat mir sehr gut gefallen“, betonte Schlussmann Sommer. Und auch Sportdirektor Max Eberl betrachtete Dahouds Auftritt wohlwollend. „Mo brachte die kreative Note ins Spiel.“