Risse schockt Fohlen: Gladbach rutscht tiefer in die Krise

Hitziges Derby: Köln hat am Ende gewonnen.
Hitziges Derby: Köln hat am Ende gewonnen.
Foto: firo
Borussia Mönchengladbach hat gegen den 1. FC Köln mit 1:2 verloren. Die Gladbacher waren lange die klar bessere Mannschaft. Doch dann kam Risse.

Mönchengladbach. Da schlichen sie vom Platz. Ausgelaugt, fix und fertig, mit den Nerven am Ende. Die Spieler von Borussia Mönchengladbach hatten alles gegeben, aber sie hatten das rheinische Derby gegen den 1. FC Köln mit 1:2 verloren. Eine Niederlage, die umso mehr schmerzte, weil sie in der Nachspielzeit besiegelt wurde: Marcel Risse versetzte der Borussia in der 91. Minute den Stich ins Herz.

Und nun? Setzen sich die Kölner weiter in der Spitzengruppe fest, während den Gladbachern der Rückfall in die Abstiegsregion droht. Borussias Trainer André Schubert erhält aber trotz der Misserfolgsserie noch Rückendeckung von Sportchef Max Eberl, der dem Trainer keine Schuld an der schmerzhaften Niederlage gegen Köln gab: “Wir haben ein Spiel mit einem Zaubertor und einem seltsamen Tor verloren. Mehr Gründe sehe ich nicht. Wir durften dieses Spiel niemals verlieren.”

Mit dieser Einschätzung hatte er Recht. Von Beginn an rissen die Gladbacher die Partie an sich. Die Kölner taten in der ersten Halbzeit zu wenig, und das hatte Folgen: In Minute 32 legte Ibrahima Traoré den Ball von rechts quer, Lars Stindl zog direkt ab, und die Kugel schlug im kurzen Eck hoch ein. Ein erlösender Treffer nach zuvor fünf Gladbacher Spielen ohne eigenes Tor.

Schubert: "Haben versäumt Tore nachzulegen"

Noch vor der Halbzeit hätte die Borussia ihre Führung ausbauen müssen. In Minute 43 wackelte das Quergebälk: Gladbachs Traoré schnibbelte einen Freistoß über die Mauer aufs Tor - Glück für Köln.

“Was wir uns vorwerfen müssen, ist, dass wir es versäumt haben, das zweite oder sogar ein drittes Tor nicht nachgelegt zu haben”, resümierte der tief enttäuschte Trainer André Schubert. Und so passierte das, was so oft geschieht, wenn eine führende Mannschaft trotz bester Gelegenheiten eine Entscheidung versäumt. Die Kölner glichen in der 59. Minute aus: Eine hohe und weite Flanke von Dominique Heintz fiel vor dem Tor herunter, Gladbachs langer Innenverteidiger Jannik Vestergaard stieg hoch und wollte klären, doch er köpfte dabei Anthony Modestes Kopf an - per Doppelkopf also landete der Ball im Netz.

Am Ende kam es dann ganz dicke für die eifrigen Gladbacher. Erste Minute der Nachspielzeit, ein Freistoß aus gut 30 Metern für Köln: Der eingewechselte Salih Özcan tippte den Ball nur kurz an, Marcel Risse fackelte ihn ins Tor. Ein spektakuläres Ende. “Das ist schon außergewöhnlich, mit so einem Sonntagsschuss hier zu gewinnen, ich bin natürlich sehr zufrieden”, sagte FC-Trainer Peter Stöger. André Schubert meinte frustriert: “Für uns war das sehr unglücklich. Jetzt müssen wir uns doch mal kurz schütteln.”

Schon am Mittwoch müssen sich die Gladbacher wieder erholt haben. Dann kommt Manchester City, und der Wettbewerb heißt Champions League.

 
 

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