Hanke ist in Gladbach zum Führungsspieler geworden

Gladbachs stürmisches Duo: Marco Reus (u.) nimmt Mike Hanke huckepack. (Photo: Getty Images)
Gladbachs stürmisches Duo: Marco Reus (u.) nimmt Mike Hanke huckepack. (Photo: Getty Images)
Foto: Bongarts/Getty Images
Mike Hanke ist bei Borussia Mönchengladbach zum echten Führungsspieler geworden. Das war beim 3:0-Sieg der „neuen Fohlen“ beim 1. FC Köln deutlich zu sehen. Der Stürmer erzielte zwei Tore für die Gladbacher.

Köln. Es war Mike Hanke, der den Marsch der Gladbacher zu ihren Fans anführte. Es war Mike Hanke, der seine Teamkollegen als Erster an den Händen fasste. Es war Mike Hanke, der nach dem 3:0-Sieg beim 1. FC Köln die Jubel-Welle „La Ola“ ins Rollen brachte. Szenen, die sichtbar machten: Der blonde Stürmer ist im Team der „neuen Fohlen“ zum Führungsspieler geworden – so, wie es seinem Naturell entspricht.

Auch ein Marco Reus, der Star und der Torjäger der Borussen, hat kein Problem damit, diese Rollenverteilung anzuerkennen. Schließlich profitierte er bei seinen bisher zehn Saisontoren schon oft von Hankes Vorlagen. Auch in Köln überließ ihm Hanke, der seine 1037-minütige Torflaute zuvor mit zwei Treffern beendet hatte, eine Großchance – wenn auch erst nach einem kleinen Spielchen. Eine Viertelstunde vor Schluss durfte Reus einen Freistoß aus 18 Metern schießen. „Wir haben das mit Schnick-Schnack-Schnuck ausgeknobelt“, erzählte Hanke hinterher mit breitem Grinsen, „ich hatte die Schere, er den Stein. Damit war er der Sieger.“

Den Freistoß ballerte Reus in die Mauer – er wirkte beim Versuch, seine Serie von zuletzt sieben Toren in drei Spielen zu verlängern, in Köln zuweilen ein bisschen verkrampft. Ob er am kommenden Samstag im nächsten Spitzenspiel gegen Meister Borussia Dortmund neue Möglichkeiten erhalten wird, ist fraglich: Am Wochenende stellte sich bei einer Untersuchung heraus, dass der kleine Zeh an seinem linken Fuß gebrochen ist. In Köln hielt er mit dieser Verletzung lang e durch, bis ihn Trainer Lucien Favre in der 85. Minute auswechselte. Nach dem Abpfiff packte sich Reus Mike Hanke auf den Rücken und trug ihn über den Rasen.

Zwölf Länderspiele

So viel Anerkennung ist neu für Hanke. Auch wenn er bereits mit 22 Jahren das erste von zwölf Länderspielen machte, galt er auf seinen Stationen in Schalke, Wolfsburg und Hannover als schwieriger Typ. Vielleicht passte Mike Hanke dort einfach nicht richtig hin, weil der selbstbewusste Neuling mit den etablierten Platzhirschen zusammenrasselte. Bei der Gladbacher Borussia, die ihn im Winter 2010 in höchster Abstiegsnot verpflichtete, hat er offenbar den richtigen Platz gefunden.

 
 

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