Granit Xhaka bleibt Gladbachs teurer Bankdrücker

David Nienhaus
Granit Xhaka muss sich die Spiele von Borussia Mönchengladbach momentan meistens von außen angucken.
Granit Xhaka muss sich die Spiele von Borussia Mönchengladbach momentan meistens von außen angucken.
Foto: imago
Granit Xhaka und Borussia Mönchengladbach finden auch im Jahr 2013 nicht richtig zueinander. Der Schweizer Nationalspieler kommt über die Reservistenrolle im Team von Trainer Lucien Favre nicht hinaus und spielt auch gegen Leverkusen nur 30 Minuten.

Mönchengladbach. Wort- und lautlos verschwindet Granit Xhaka nach dem Abpfiff im Kabinentrakt. Sein aufgeheizter Körper dampft bei eisigen Temperaturen noch bis in die Mixedzone. Oder ist es der Ärger, der in dem Schweizer Nationalspieler aufsteigt?

Dass sich Granit Xhaka zum Beginn eines Bundesligaspiels auf der Bank wiederfindet, ist nichts Ungewöhnliches in dieser Saison. Dass der 8,5-Millionen-Euro-Neuzugang aus Basel aber nicht spielt, wenn Stammspieler im defensiven Mittelfeld ausfallen, ist wenigstens eine Erwähnung wert. Thorben Marx, der Xhaka am neunten Spieltag auf der Doppelsechs neben Havard Nordtveit ablöste und damit Stabilität und Erfolg zurück zur Borussia brachte, musste gegen Bayer Leverkusen mit einer schmerzhaften Beckenprellung passen.

Ring erhält Vorzug vor Xhaka

"Granit war fünf Tage krank", erklärte Lucien seine Entscheidung für Alexander Ring und gegen den 20-Jährigen im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen. Außerdem sei Xhaka bei der Nationalmannschaft gewesen, habe dort gespielt und sei erst am Freitag zurückgekommen. Alles in allem "hat er zehn Tage nicht bei uns trainiert". Deshalb habe Ring den Vorzug bekommen. Und das, obwohl sich der Finne bei seiner Nationalmannschaft eine Kapselverletzung zugezogen hatte.

Xhaka nahm erneut auf der Bank Platz - neben dem A-Jugendlichen Nico Brandenburger. Der Start in das Jahr 2013 steht für den Schweizer Internationalen unter einem schlechten Stern, dabei hatte der Mittelfeldspieler kurz vor der Winterpause noch angekündigt, er werde in der Rückrunde spielen. Vor der Partie in Nürnberg hätte sich die Chance für den Ex-Basler um ein Haar ergeben: Nordtveit fiel aus, doch Xhaka musste selbst wegen einer Grippe passen.

Gegen die Werkself blieb Xhaka erneut nur der Reservisten-Status, erst nach einer Stunde durfte die Nummer 34 auf den Platz. Es stellt sich die Frage, wie lange der selbstbewusste Nationalspieler diese Situation noch hinnehmen wird? Er sei "extra wegen Lucien Favre nach Gladbach" gekommen, sagte der Champions-League-Teilnehmer gegenüber WAZ.de. Einen großen Kredit scheint Xhaka bei seinem Landsmann nicht mehr zu haben. Andere Vereine sollen schon bei dem Regisseur der Schweizer Nationalmannschaft angefragt haben, darunter Napoli oder Lazio Rom.

<blockquote class="twitter-tweet"><p>60. Minute: Erster Wechsel bei der <a href="https://twitter.com/search/%23fohlenelf">#fohlenelf</a>: Granit <a href="https://twitter.com/search/%23Xhaka">#Xhaka</a> ist im Spiel für Alexander <a href="https://twitter.com/search/%23Ring">#Ring</a>. <a href="https://twitter.com/search/%23BMGLEV">#BMGLEV</a> 2-2</p>&mdash; Borussia (@borussia) <a href="https://twitter.com/borussia/status/300270314036805633">February 9, 2013</a></blockquote>

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Seitdem ich da bin, erklärte Favre, "gebe ich mein Bestes, um die beste Mannschaft aufzustellen." Wenn sich die Spieler im Training gut präsentieren, werden die Besten spielen. "Namen interessieren mich nicht." Man müsse in der Bundesliga schneller das Spiel orientieren, erklärte Favre nach dem 3:3 gegen Leverkusen. Es gelte nicht nur für Granit, sondern für alle, dass "der erste Ballkontakt top sein muss." Borussias Trainer wollte bei seiner Kritik aber nicht nur von "X oder Y" sprechen. Der Druck auf die Mittelfeldspieler sei enorm, da sei Schnelligkeit gefragt.

"Jeder bekommt seine Chance"

Am Donnerstag steht für die Mannschaft vom Niederrhein der Höhepunkt im noch jungen Jahr an. Gladbach empfängt das Team aus der Ewigen Stadt im Europapokal und ein Schweizer Journalist fragte Favre, ob Xhaka vielleicht eine Option für die Europa-League-Partie sei. "Wir werden sehen. Jeder bekommt seine Chance", antwortete der Coach kurz und knapp. Er wisse nicht, ob Marx zurückkehren wird und es seien noch vier Tage bis zur Partie gegen die Römer. Wirklich positiv klang das für Xhaka nicht.