Gladbachs Xhaka drückt seinem Bruder gegen Schalke die Daumen

David Nienhaus, aufgezeichnet in der Mixedzone
Granit Xhaka grätschte gegen Schalke mit gutem Timing und effektiv. Schalkes Youngster Max Meyer zahlte Lehrgeld.
Granit Xhaka grätschte gegen Schalke mit gutem Timing und effektiv. Schalkes Youngster Max Meyer zahlte Lehrgeld.
Foto: Getty Images
Borussia Mönchengladbachs Mittelfeldabräumer Granit Xhaka war einer der besten Spieler in seiner Mannschaft beim 2:1-Sieg gegen den FC Schalke 04 am 15. Spieltag der Fußball-Bundesliga. Der Schweizer spricht im Interview über die Champions League, seinen Bruder Taulant und die WM-Auslosung.

Mönchengladbach. Herr Xhaka, macht es Ihnen momentan so viel Spaß bei der Borussia, wie noch nie zuvor?

Granit Xhaka: Es macht nicht nur mir und der ganzen Mannschaft, sondern auch den vielen Fans im Stadion Spaß. Vor zwei Jahren wurde Gladbach Vierter und hat einen anderen Fußball gespielt. Jetzt spielen wir auch schönen Fußball, wollen aber auch spielerisch überzeugen und nicht nur auf Konter spielen. Das klappt momentan ziemlich gut.

Die Aufgaben sind ganz klar verteilt bei Gladbach.

Xhaka: Die vier Spieler vorne machen die Tore und Assists und wir sechs verteidigen hinten. Nein, im Ernst: Wir haben eine ganz gute Mischung in der Mannschaft, ob das Zufall ist, wie die Rollen auf dem Feld gerade sind, weiß ich nicht. Aber wir müssen momentan nichts ändern.

Platz vier, Schalke distanziert, sechs Spiele in Folge gewonnen. Woher kommt dieser Erfolg?

Xhaka: Wir trainieren sehr hart dafür, jeden Tag, die ganze Woche – vielleicht härter als andere Mannschaften, damit das am Wochenende klappt. Und wir belohnen uns mit dem Erfolg für die Arbeit.

Ist Ihnen die Siegesserie manchmal unheimlich?

Xhaka: Sechs Spiele hinter einander gewonnen; wenn mir das einer vor der Saison gesagt hätte, hätte ich das wohl nicht geglaubt. Aber irgendwann reißt jede Serie – hoffentlich noch nicht in der Hinrunde, denn dann können wir schön in den Urlaub gehen und ein bisschen Spaß haben.

Bis zum Urlaub stehen Sie mindestens auf dem Champions-League-Qualifikations-Platz.

Xhaka: Den vierten Platz wollen wir natürlich nicht mehr hergeben. Vor allem nicht in der Hinrunde – aber das ist rechnerisch gar nicht mehr möglich. Es gibt aber noch die Rückrunde und da müssen wir weiter so spielen wie wir bislang aufgetreten sind.

Wenn Sie die Form über die Winterpause retten können, spielen Sie in der kommenden Spielzeit international.

Xhaka: Um jetzt zu sagen, wo wir am Ende der Saison stehen werden, ist es noch viel zu früh. Es sind erst 15 Spieltage gespielt und wir werden weiter von Spiel zu Spiel schauen. Aber wir sind auf einem sehr guten Weg und sehen dann zum Schluss wo wir stehen werden.

In einem hart umkämpften Spiel haben Sie einen Verfolger geschlagen - etwas glücklich vielleicht?

Xhaka: Der Sieg ist verdient und wir sind überglücklich. Es war unser Ziel, auch die Spiele gegen die zu gewinnen, die oben mit uns in der Tabelle stehen. Wir wussten, dass das ein „Sechs-Punkte-Spiel“ wird. Aber jetzt haben wir sieben Punkte Vorsprung auf Schalke, die allerdings nichts bringen, wenn wir in den kommenden Wochen verlieren. Wir müssen die letzten beiden Spiele noch mal Gas geben und dann kann man ein Fazit der Hinrunde ziehen.

Schalke spielt am Mittwoch gegen Ihren alten Klub FC Basel. Haben Sie schon eine Nachricht von Ihrem Bruder Taulant bekommen, der noch das Trikot des FCB trägt?

Xhaka: Ich habe noch keine SMS bekommen. Aber sicherlich kommt da noch etwas. Ich habe gesagt, dass wir Schalke besiegen wollen. Der eine Xhaka hat’s gemacht und jetzt warten wir auf den nächsten. Ich gucke mir das im Stadion am Mittwoch an.

Was raten Sie Ihren alten Mannschaftskollegen in Basel?

Xhaka: Der Druck ist bei Schalke, ein Unentschieden reicht Basel. Der FC hat eine gute Mannschaft und nichts zu verlieren. Deshalb bin ich überzeugt, dass Basel eine Runde weiter kommt. Ich drücke ihnen die Daumen.

Xhaka will mit der Schweiz bei der WM 2014 ins Achtelfinale 

Endlich hat die Weltmeisterschaft 2014 ein Gesicht. Ihr Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld war ob der Gruppenauslosung recht zuversichtlich.

Xhaka: Es ist eine machbare Gruppe. Wir dürfen nicht den Fehler machen, Ecuador und Honduras zu unterschätzen. Die Qualitäten von Frankreich kennen wir ja. Wir müssen uns auf keinen Fall verstecken. Aber wir müssen gleich im ersten Spiel gegen Ecuador zeigen, dass wir unbedingt als Sieger vom Platz gehen wollen. Unser Ziel ist das Achtelfinale.

Dort könnten Deutschland oder Portugal mit Cristiano Ronaldo warten - gegen den Superstar von Real Madrid wollten Sie schon immer mal spielen...

Xhaka: Klar, ich wollte immer schon gerne mal gegen Ronaldo spielen. Aber im Achtelfinale ist es mir egal, ob wir gegen Portugal oder Deutschland oder sonst wen spielen. Wir haben eine gute Mannschaft und müssen keine Angst vor irgendeinem Gegner haben – Respekt ja, aber keine Angst. Wir werden erst mal die Gruppenphase überstehen müssen und dann schauen wir, auf wen wir im Achtelfinale treffen.