Gladbachs Vestergaard hat Mitleid mit seinem Ex-Klub Werder

Michel Ryberg
Jannik Vestergaard kam in diesem Sommer von Werder Bremen zu Borussia Mönchengladbach.
Jannik Vestergaard kam in diesem Sommer von Werder Bremen zu Borussia Mönchengladbach.
Foto: imago
Jannik Vestergaard hat beim 4:1-Sieg seiner Borussia gut gegen Werder verteidigt. Nachdem Spiel zeigte er Empathie für die Tabellenletzten.

Gladbach. Jannik Vestergaard fühlte nach dem 4:1 (4:0)-Heimerfolg seiner Gladbacher am Samstagabend im Borussia-Park mit dem Ex-Klub. Der im Sommer von Werder Bremen an den Niederrhein gewechselte Innenverteidiger strahlte nicht die pure Freude nach einem souveränen Auftritt aus. “Ich habe eine sehr gute Leistung gebracht. Aber natürlich tut mir Werder schon etwas leid. Ich weiß genau, wie sich die Lage in der Kabine anfühlt, habe ja selber in der vergangenen Saison solche Situationen durchgemacht.”

Der viermalige Deutsche Meister steht mit null Punkten und zwölf Gegentoren nach drei Spielen am Tabellenende, die Gladbacher nach dem zweiten Saisonsieg immerhin auf Platz sechs.

Eine furiose erste Halbzeit entschied das ungleiche Treffen zeitig. Die Energie der Borussen speiste sich auch ein wenig aus dem Champions-League-Frust vom Mittwochabend. Nach dem 0:4 bei Manchester City war die Antwort gegen Bremen angesichts des laufenden Spielemarathons wertvoll für das Selbstvertrauen.

Trainer Schubert zeigt sich zufrieden

“Wir fahren nun mit einem besseren Gefühl am Mittwoch zum Spiel nach Leipzig. Da erwartet uns eine sehr, sehr schwere Aufgabe”, versicherte der zweimalige Torschütze Thorgan Hazard. Einen Pfostenschuss und noch drei weitere exzellente Chancen hatte der belgische Nationalspieler zu verzeichnen. “Das ist für mich mit nunmehr sechs Pflichtspieltreffern ein super Start in die Saison. So kann es weitergehen.”

Den zweiten Gladbacher Doppelpack des Abends schnürte der Brasilianer Raffael, dessen Spielfreude selbst Ibrahima Traore im rechten Mittelfeld nicht toppen konnte. Der Bremer Anschlusstreffer von Olympia-Torjäger Serge Gnabry spät in der zweiten Halbzeit war eine Augenweide, aber auch nicht mehr. Dass der US-Isländer Johannsson zehn Minuten vor dem Ende wegen angeblicher Schiedsrichter-Beleidigung vom Platz flog, machte den unerquicklichen Werder-Abend komplett mies. “Unser Plan hat in der ersten Halbzeit nicht funktioniert”, gestand Trainer Viktor Skripnik, der nun in den folgenden beiden Heimspielen gegen Mainz (Mittwoch, 20 Uhr) und Wolfsburg (Samstag, 15.30 Uhr) unter großem Erfolgsdruck stehen dürfte.

Borussia-Trainer André Schubert war indes voll zufrieden: “Die beiden Niederlagen in Freiburg und Manchester haben die Beine nicht leichter gemacht. Dazu waren wir fast eine Woche unterwegs. Körpersprache, Einstellung, Laufbereitschaft haben heute gestimmt.” Vor allem das 1:3 in Freiburg hatte den Trainer verärgert. “Da hat die Laufbereitschaft gefehlt. Deshalb haben wir verloren.”