Gladbachs Mut zum Risiko

Freut sich auf die neue Herausforderung: Gladbachs neuer Stürmerstar Luuk de Jong. Foto: Getty
Freut sich auf die neue Herausforderung: Gladbachs neuer Stürmerstar Luuk de Jong. Foto: Getty
Foto: Bongarts/Getty Images
Mit den Reus-Millionen im Rücken und unter dem Druck, die Wünsche des umworbenen Trainers zu erfüllen, ist Max Eberl in diesem Sommer auf große Einkaufstour gegangen. Und scheute dabei kein Risiko. Ein Kommentar.

Man habe „keine verrückten Sachen wollen und das auch umgesetzt“, hat Max Eberl gestern bei der Vorstellung des holländischen Neuzugangs Luuk de Jong versichert. Weil der Mann weder als ausgesprochener Spaßvogel noch als Sprücheklopfer bekannt ist, wird er es ernst gemeint haben. Dabei wollen die aktuellen Zahlen so gar nicht zu seiner Einschätzung passen: Mit Transferausgaben in Höhe von über 30 Millionen Euro hat Borussia Mönchengladbach inzwischen sogar den FC Bayern überflügelt.

Neuverpflichtungen mit Risiken behaftet

Dass Neuverpflichtungen, zumal extrem kostspielige, mit Risiken behaftet sind, versteht sich von selbst. Was der Verein an Reus, Dante und Neustädter hatte, deren Abgänge frühzeitig feststanden, wusste er. Ob die Neuen trotz allem Vorschusslorbeer tatsächlich ein „adäquater Ersatz“, wie erste Kommentare suggerierten, wird er erst erfahren.

Einiges spricht jedoch dafür, dass der vielfach immer noch unterschätzte Gladbacher Sportdirektor, der bisher vor allem durch sein Händchen für preiswerte Talente aufgefallen war, einen guten Job gemacht hat. Unter dem Druck, den umworbenen Trainer – die vielleicht wichtigste Personalie – zu halten und mit satten Transfererlösen im Koffer war jedenfalls kein Zaudern, sondern Handeln angesagt. Und wenn nicht jetzt, da die Borussia auf einer Euphoriewelle schwimmt, wann sonst hätte der über Jahre für solides Finanzgebaren bekannte Klub Mut zum Risiko zeigen sollen?

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