Gladbachs Jantschke ärgert sich über ersten Strafstoß seiner Karriere

SC Freiburg v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga
SC Freiburg v Borussia Moenchengladbach - Bundesliga
Foto: Getty
Beim 0:0-Unentschieden in Freiburg wäre Borussia Mönchengladbachs Innenverteidiger Tony Jantschke einen Strafstoß, den er nicht so eindeutig gesehen hatte. Bestraft wurde das Foul des Abwehrspielers aber nicht - dank eines Lapsus von SC-Stürmer Admir Mehmedi.

Freiburg. Tony Jantschke konnte sich bei Admir Mehmedi bedanken, dass er nicht zum tragischen Helden von Freiburg wurde. Held deshalb, weil der Innenverteidiger von Borussia Mönchengladbach in der ersten Halbzeit gegen den Sportclub der überragende Akteur in der Defensive der Gäste war. Mehrfach klärte der ehemalige U21-Nationalspieler in letzter Sekunde vor den Freiburger Angreifern. „Das ist meine Aufgabe“, sagt Jantschke nach dem Spiel und ergänzt: „Wir haben viel aufgeräumt hinten in einigen schwierigen Situationen kurz vor dem Strafraum.“ Auch, weil die Borussia viel zu viele Ballverluste in der Vorwärtsbewegung hatte. Der Abwehrmann klärte gegen Daniel Schahin, gegen Christian Günter und auch Mehmedi kam trotz Größenvorteil nicht an Jantschke vorbei.

Der 24-Jährige unterstrich mit seinem Stellungsspiel und seiner Routine seinen Wert im Team. Seitdem Jantschke Innenverteidiger spielt, wird er von Partie zu Partie sicherer. „Ich muss meinen linken Fuß noch verbessern“, weiß Jantschke, der den linken zentralen Abwehrspieler mimt. Er versuche unter Druck über den Torwart zu spielen, wenn er den Ball auf seinen linken Fuß bekomme. „Mit der rechten Seite ist das natürlich etwas anders“, lacht der Borusse.

Elfmeter oder nicht?

Mit rechts aber wäre er eben dann doch fast zur tragischen Figur auf dem Platz geworden. Tragisch deshalb, weil Mehmedi es doch fast geschafft hätte, einzunetzen. Ausgerechnet der beste Mann der Gladbacher verursachte in der 63. Minute den Strafstoß für die Hausherren. Jantschke sah den gerade eingewechselten Maximilian Philipp nicht in seinem Rücken und musste den Ball im letzten Moment klären. Philipp fiel. Schiedsrichter Peter Gagelmann zeigte sofort auf den Elfmeterpunkt. „Ich spitzle den Ball minimal mit der Picke weg. Danach wemse ich ihn mit voller Wucht weg, keine Frage“, erklärte der Schuldige nach dem Spiel. Er habe mit dem Freiburger gesprochen und „wir haben beide nicht gedacht, dass es Elfmeter ist.“ Mehmedi wuchtete den Strafstoß über die Querlatte und auch deshalb hielt sich die Tragik in Grenzen.

Wobei: Fast im Gegenzug erzielte Gladbach ein reguläres Tor – so hatte es Janschke gesehen. „Ich laufe bei einer Ecke mit dem Freiburger in den Strafraum, setzte mich mit der Hand ab, wie es normal ist und der Gegenspieler macht einen Diver.“ Das müsse man nicht abpfeifen und könnte „sicherlich ein klares Tor geben. Es gleicht sich wieder aus.“

Jantschkes erster Strafstoß

Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre fährt mit einem Punkt aus dem Breisgau zurück an den Niederrhein. Ein Bonuspunkt, wie Jantschke findet: „Wir haben hier fünf Jahre verloren. Ich glaube, dass ist für alle Gladbacher ein Zusatzpunkt, weil wir uns in diesem Stadion gegen Freiburg schwer tun.

Auf dem Weg zum Mannschaftsbus ärgerte sich Jantschke noch mal leise: „Mein erster Elfer, den ich in über 100 Bundesligaspielen verursache", grinste er. "In England hätte man das nicht gepfiffen."

 
 

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