Gladbachs Herrmann zählt die Tage bis zur Champions-League-Auslosung

David Nienhaus
Patrick Herrmann (rechts) konnte auf Grund seines Nationalmannschaftsdebüts erst verspätet in die Saisonvorbereitung unter Gladbachs Trainer Lucien Favre einsteigen.
Patrick Herrmann (rechts) konnte auf Grund seines Nationalmannschaftsdebüts erst verspätet in die Saisonvorbereitung unter Gladbachs Trainer Lucien Favre einsteigen.
Foto: dpa
Für Gladbachs Patrick Herrmann, der aktuell mit seinem Klub am Tegernsee trainiert, ist die Teilnahme der Fohlen an der Königsklasse "unfassbar".

Rottach-Egern. Herr Herrmann, was erwartet Bundestrainer Joachim Löw in der kommenden Saison von Ihnen?

Patrick Herrmann: Wir haben als Mannschaft in der Rückrunde extrem gut gespielt und das Team hat mich mitgetragen. Ich habe dabei sicherlich auch nicht schlecht gespielt. Es muss einfach das Ziel sein, das in die neue Spielzeit zu transportieren.

2016 steht ein kleines Turnierchen vor der Tür?

Herrmann: Ein kleines Turnierchen? Das ist die Europameisterschaft (lacht).

Die mit Patrick Herrmann stattfindet...

Herrmann: Es wäre falsch, jetzt schon darüber nachzudenken, was im Sommer des kommenden Jahres ist. Ich habe gerade erst meine ersten zwei Spiele für die Nationalmannschaft gemacht, da spreche ich jetzt noch nicht von der EM. Aber natürlich möchte ich gerne weiterhin dabei sein und werde dafür Gas geben.

Sie sind als Nationalspieler erst am Tegernsee ins Trainingslager eingestiegen? Ist das ein Nachteil für Sie im Kampf um die Stammplätze?

Herrmann: Nein, das ist überhaupt kein Problem. Wir haben alle von unserem Fitnesstrainer Pläne bekommen, die wir einzuhalten hatten. Ich habe im Urlaub natürlich weniger Fußball gespielt und mehr auf dem Laufband oder im Kraftraum gemacht, aber jetzt kommt der Ball ins Spiel und es ist schön, wieder auf dem Platz zu stehen.

Bei hochsommerlichen Temperaturen.

Herrmann: Es braucht nicht einmal zwei Minuten, bis die T-Shirts durchgeschwitzt sind.

Ihr Trainer Lucien Fravre lobt Sie und sagt, Sie haben einen großen Schritt gemacht. Wo müssen Sie sich noch verbessern?

Herrmann: Ich bin erst 24 Jahre alt und denke, ich habe noch viel zu lernen und kann auch noch sehr viel verbessern. Ich arbeite zum Beispiel seit drei Jahren an meinem linken Fuß. Das Ergebnis ist ganz gut: Ich habe in der vergangenen Saison einige Tore mit links gemacht, die ich vorher wahrscheinlich nicht gemacht hätte. Ich kann aber auch athletisch oder taktisch noch zulegen.

Das wäre nicht schlecht für eine Saison, in der Borussia Mönchengladbach in der Champions League spielt.

Herrmann: Das ist irgendwie immer noch unfassbar für mich. Für jeden Profi-Fußballer ist das ein Traum, in der Champions League zu spielen. Für uns wird das nun wahr - ich kann es kaum erwarten und zähle die Tage bis zur Auslosung.

Der Kader hat sich etwas verändert.

Herrmann: Wir wussten, dass wir super Typen und tolle Fußballer dazu bekommen. Klar, wir müssen uns bei dem einen oder anderen Spieler etwas umstellen: Ein Josip Drmic ist kein Max Kruse.

Welche Rolle trauen Sie dem neuen Borussen-Stürmer zu?

Herrmann: Er wird eine große Rolle bei uns spielen, da bin ich mir sicher.

Allerdings wird sich vielleicht die Spielweise von Gladbach ändern, oder?

Herrmann: Das ist jetzt nach dem Trainingseinheiten und erst einer gespielten Halbzeit schwer zu sagen. Das müssen wir abwarten. Drmic geht mehr in die Tiefe, was Max seltener gemacht hat. Da müssen wir Außenspieler uns sicherlich etwas umstellen.

Also heißt es in der kommenden Saison: Vorlage Herrmann, Tor Drmic?

Herrmann: Das kann schon sein (lacht). Da hätte ich nichts gegen. Für einen Außenspieler ist es hervorragend, einen Abnehmer in der Mitte zu wissen, der die Bälle verwerten kann.

Favre testet auch André Hahn in der Spitze. Und der macht seine Aufgabe dort bislang gut.

Herrmann: André macht das sehr gut und ähnlich wie Josip. Er geht auch gerne ins Sturmzentrum, ist dazu noch enorm schnell und mit dem Kopf ungeheuer gut.

In der vergangenen Saison hat die Borussia immer viel rotiert. Nur selten standen dieselben Elf Spieler auf dem Platz. Wie bitter wäre es, gerade in der Königsklasse auf der Bank sitzen zu müssen?

Herrmann: Wenn wir gegen die besten Mannschaften der Welt spielt, will ich natürlich auf dem Platz stehen. Das entscheidet im Endeffekt der Trainer und wir müssen es so hinnehmen, wie es kommt.

Spielt Patrick Herrmann lieber in der Champions League oder lieber in der Bundesliga?

Herrmann: Ich würde am liebsten alles spielen.