Gladbachs "Bubi-Abwehr" hält Druck auf St. Pauli Stand - Einsatz auch beim BVB?

David Nienhaus
Gladbach-Verteidiger Schulz überzeugte in Hamburg.
Gladbach-Verteidiger Schulz überzeugte in Hamburg.
Foto: dpa
Mit Marvin Schulz und Andreas Christensen durften sich im Pokalspiel beim FC St. Pauli am Montag zwei junge Innenverteidiger bei Borussia Mönchengladbach beweisen. Und taten das mit Bravur.

Hamburg. Normalerweise ist Lucien Favre kein Freund des Risikos. Und doch überraschte der Trainer von Borussia Mönchengladbach am Montag im Pokalspiel beim FC St. Pauli mit einer blutjungen Gladbacher Innenverteidigung. Marvin Schulz ist gerade mal 20 Jahre alt, Andreas Christensen ist sogar noch Jahr jünger. Gegen den in der Liga noch ungeschlagenen Zweitligisten verteidigten die beiden Youngster wie alte Hasen.

Eberl: "Sie haben die Chance in der Vorbereitung genutzt"

Zur Freude von Borussias Sportdirektor Max Eberl. "Sie haben die Chance, die sich durch die Verletzungen von Martin Stranzl und Alvaro Dominguez ergeben hat, in der Vorbereitung genutzt", sagte der Manager nach der Partie.

"Jetzt war die Frage: Kriegen sie es auch mit Druck hin am Millerntor zu bestehen?" Das haben sie "bravurös" gemeistert. "Sie haben mit einer unglaublichen Ruhe gespielt, ruhig verteidigt, waren ruhig im Ballbesitz und haben das bestätigt, was sie in der Vorbereitung gezeigt haben", erklärte Eberl.

"Einfach geil", fasste es Marvin Schulz nach dem Abpfiff zusammen. "Super Spiel, super Stimmung, super Stadion." Schulz und Christensen spielten abgeklärt und ließen selbst in der ersten Halbzeit, als der Kiezklub am Drücker war, kaum etwas anbrennen. In der zweiten Hälfte stand die Abwehr des Bundesligisten dann sogar noch sicherer. "Ich will nicht ein, zwei Spieler hervorheben", sagte Favre nach dem 4:1-Sieg. Gladbach habe viele junge Profis im Kader und "sie sind im Kader, weil sie gut sind. Punkt."

Für Schulz war es ein besonderer Abend und irgendwie auch der Lohn für seine Geduld. "Ich war schon ein paar Mal im Kader, habe aber bislang noch nicht gespielt." In so einem Spiel dann von Beginn an auflaufen zu dürfen, sei schon ein tolles Gefühl. "Ich war schon etwas nervös", gestand der Youngster. Aber je länger die Partie dauerte, desto mehr legte sich die Nervosität - auch weil der komplette Defensivverbund den Nachwuchsspielern zur Seite steht. "Yann Sommer hilft und sehr, genauso wie Tony Jantschke und Oscar Wendt, aber auch die beiden Sechser. Es wird uns sehr einfach gemacht", erklärte Schulz.

"Sie werden auch Fehler machen" - sei es gegen Dortmund

Am Samstag bei Borussia Dortmund werden die Gegner Aubameyang und Reus heißen, ob das Zentrum dann wieder mit den beiden Youngstern verteidigt wird, wollte Favre noch nicht verraten. "Aber warum sollten wir den Jungen das Vertrauen nicht schenken, dass sie sich verdient haben?", stellte Max Eberl die Frage in den Raum. Sie haben am Millerntor bestanden, das sei auch nicht einfach. "Die Jungs wissen was sie können, sie verlassen sich auf ihre Stärken."

Der Manager weiß, "dass sie auch Fehler machen werden. Und wenn das am Samstag beim BVB der Fall ist, dann ist das eben so. Bei jungen Spielern kann man es erst dann erfahren, wenn man sie spielen lässt" und ihren Einsatz nicht immer von Wochenende zu Wochenende aufschiebt.

Schulz jedenfalls hat keine Angst für 80.000 Zuschauern oder großen Namen. "Ich bin immer bereit", sagte der 20-Jährige selbstbewusst.