Gladbach verliert erstes Saisontestspiel in Velbert mit 0:1

David Nienhaus
Amin Younes vergibt in dieser Szene eine der zahlreichen Chancen für Borussia Mönchengladbach.
Amin Younes vergibt in dieser Szene eine der zahlreichen Chancen für Borussia Mönchengladbach.
Foto: David Nienhaus
Eine Woche ist Borussia Mönchengladbach erst im Training, die 0:1-Testspielniederlage beim Oberligisten SSVg Velbert darf deshalb nicht zu hoch gehängt werden. Die Zugänge André Hahn und Ibrahima Traoré debütierten für den Bundesligisten.

Velbert. Nach der ersten Vorbereitungswoche im Schatten des Borussia-Parks in Mönchengladbach, durften die Spieler des Bundesligisten das Gelernte aus sieben Tagen im ersten Testspiel der Saison auf den Platz bringen. Viel zeigte die Mannschaft von Trainer Lucien Favre aber noch nicht. Erwartungsgemäß.

Ohne die WM-Fahrer Christoph Kramer, Granit Xhaka, Yann Sommer und Fabian Johnson tat sich Gladbach in der Christopeit Sport Arena der SSVg Velbert 02 schwer, einen sichtbaren Klassenunterschied gegen den Oberligisten zu erspielen. "Es war erkenntnisreich, gegen einen Fünfligisten zu spielen", sagte der Schweizer Fußballlehrer nach der 0:1-Niederlage; gerade auch, weil die Borussia in der ersten DFB-Pokalrunde in Homburg gegen einen Gegner ähnlicher Kategorie antritt. "Man sieht, dass die auch Fußball spielen können."

Ohne Neuzugang begann die Borussia beim Regionalliga-Absteiger in den ersten Minuten zwar mit einem Chancenplus, Velbert aber spielte munter mit und sorgte vor allem durch Kevin Hagemann für einige Möglichkeiten. Gladbach versuchte die Abwehr der Spielvereinigung meist durch die Mitte zu knacken. Amin Younes suchte immer wieder Max Kruse und Branimir Hrgota im Strafraum. Der junge Schwede hatte drei Mal die Führung auf dem Fuß, scheiterte aber entweder am Torwart Philipp Sprenger oder an einem Velberter Bein auf der Linie.

Die Beine wirkten schwer bei den Gästen, "wir waren ein bisschen müde nach der ersten Woche", gestand Favre ein und wechselte wie vorgesehen in der Halbzeit komplett durch. Die erste Garde freute sich, den einsetzenden Starkregen nur auf dem Wellpappendach der Umkleidekabine hören zu müssen. Die Platzbedingungen verschlechterten sich minütlich, ein Nachteil für die Profis vom Niederrhein. "Es hat jeder gesehen, in welchem Zustand der Rasen war", sagte Innenverteidiger Tony Jantschke, der nicht von einer Blamage sprechen wollte. "Wir hatten gefühlt eine Million Chancen, haben aber keine gemacht", das Ergebnis sei dennoch "total nebensächlich". Erst im Trainingslager am Tegernsee, das in gut einer Woche beginnt, werde man die ersten Tendenzen sehen können.

Gladbach-Fans feierten Rückkehrer Luuk de Jong

Die ungefähr 3000 Fans in Velbert sahen im zweiten Abschnitt die Neuzugänge André Hahn und Ibrahim Traoré, die ihren Einstand im Dress des neuen Vereins feierten. Insel-Rückkehrer Luuk de Jong wurde - wie gewohnt - mit Sprechchören begleitet. Der Niederländer hatte einige gute Szenen im Strafraum der Hausherren, ein Treffer gelang dem Stürmer allerdings nicht. Den durften die SSVg-Fans in der 76. Minute bejubeln, als der eingewechselte Hüzeyfe Dogan aus der zweiten Reihe in den Knick schoss - bei der Weltmeisterschaft in Brasilien nennt man das: wo die Eule schläft. Gladbach-Keeper Christofer Heimeroth, der schon vorher zweimal gegen Stanley Ike Ugochukwu parieren musste, war chancenlos.

Aluminium verhinderte in der 80. Minute den Ausgleich, als Marlon Ritter nur die Querlatte traf. "Wir haben immer noch viel Zeit, auf die wichtigen Spiele hinzuarbeiten", nahm Neuling Traoré die Niederlage gelassen hin. Jantschke ergänzte: "Es war wichtig, dass jeder Spieler 45 Minuten Belastung hatte." Am Montag dürfen die Spieler der Borussia einen Tag durchschnaufen und "dann geht es richtig ab", sagte Jantschke und grinste danach.

So spielte Borussia Mönchengladbach

1. Halbzeit: Blaswich - Brandenburger, Stranzl, Dominguez, Wendt - Dahoud, Nordveit - Herrmann, Younes, Hrgota - Kruse

2. Halbzeit: Heimeroth - Korb, Jantschke, Schulz, Daems - Marx, Ritter - Hahn, Raffael, Traoré - de Jong