Gladbach-Stürmer de Jong nimmt Elfer-Entscheidung gelassen

Gladbach-Stürmer Luuk de Jong (r.) verschuldete gegen Fortuna Düsseldorf einen Elfmeter.
Gladbach-Stürmer Luuk de Jong (r.) verschuldete gegen Fortuna Düsseldorf einen Elfmeter.
Foto: Getty
Borussia Mönchengladbach brachte den 2:1-Derbysieg gegen Fortuna Düsseldorf über die Zeit, auch wenn die Mannschaft von Trainer Lucien Favre nach dem Anschlusstreffer der Gäste noch mal zittern mussten. Luuk de Jong ärgerte sich zwar über seinen verschuldeten Handelfmeter, konnte angesichts der drei Punkte aber gelassen bleiben.

Mönchengladbach.. Dass Luuk de Jong nach dem Spiel schmunzeln konnte, und seinem Frust nicht freien Lauf lassen ließ, lag wohl daran, dass seine Mannschaft das Feld mit drei Punkten und dem Derbysieg verlassen hatte. Wäre Borussia Mönchengladbach die Revanche gegen Fortuna Düsseldorf nach 90 Minuten doch nicht geglückt - trotz Chancenplus und dominantem Auftritt - hätte der holländische Stürmer wohl andere Worte gefunden. "Ich weiß nicht, ob das ein Elfer war", sagte de Jong: "Was soll ich denn machen in so einer Situation?" Er haben seine Arme neben dem Körper, "und ohne meine Arme kann ich nicht laufen."

Ter Stegen verteidigt Schiedsrichter Gagelmann

De Jongs Landsmann Roel Brouwers, der in der 49. Minuten unweit vom Angreifer stand, sprang seinem Mannschaftskameraden zur Seite: "Den Elfmeter muss man nicht unbedingt geben", so Brouwers. Aber warum regten sich die beiden Borussen auf? Nach einer Standardsituation kommt Fortunas Neuzugang Martin Latka im Strafraum völlig frei zum Kopfball. Aus vier Metern Entfernung springt der Ball de Jong an den Arm. "Wenn Spieler ihre Körperfläche vergrößern, ist es Handspiel", erklärte Hellmut Krug, Leiter der Fußballschiedsrichter-Abteilung beim Deutschen Fußball-Bund, Journalisten vor dem Rückrundenauftakt in einem Seminar. Die Unparteiischen bräuchten eine Schablone, nach der sie entscheiden können, so der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter. Auch wenn de Jong sicher war: "kein Strafstoß", trifft Peter Gagelmann in der Partie die richtige Entscheidung.

"Aus meiner Sicht war das ein klarer Elfmeter", bestätigte auch Gladbachs Schlussmann Marc-André ter Stegen. "Ich denke nicht, dass Luuk das extra gemacht hat." Aber so etwas könne passieren und der Schiedsrichter habe das richtig entschieden. Dani Schahin verwandelte den Strafstoß sicher und die Fortuna witterte Morgenluft. "Die Mannschaft hat nach dem Elfmeter-Gegentreffer ihren Spielfluss verloren", ärgerte sich Borussias Sportdirektor Max Eberl. "Abspielfehler und schlechte Ballannahmen" machten den Gegner aus der Landeshauptstadt noch mal unnötig stark.

Es wurde aber nur kurz noch mal spannend nach dem Anschlusstreffer der Düsseldorfer. Wirklich zwingend kam die Mannschaft von Trainer Norbert Meier nicht mehr vor das Tor des Gladbacher Nationaltorwarts. Nach einer Phase, in der Gladbach "der Flow fehlte" (Oscar Wendt), sammelte sich die Elf von Lucien Favre wieder und kombinierte besser nach vorne.

De Jong hat ein Einsehen

"Die erste Halbzeit muss unser Anspruch sein", erklärte Stürmer Mike Hanke, der in der 72. Spielminute für Luuk de Jong ins Spiel kam. Der ehemalige Nationalspieler, der bald seinen auslaufenden Vertrag bei der Borussia verlängern wird ("nächste oder übernächste Woche wird was passieren"), sorgte für frischen Wind und einige gute Möglichkeiten, die Partie vorzeitig zu entscheiden. De Jong ließ sich die Bilder von seinem Handspiel im Strafraum nach der Partie noch mal zeigen und gestand: "Ich muss da vielleicht meine Arme mehr nach hinten halten." Mit drei Punkten im Rücken fällt diese Einsicht nicht sonderlich schwer.

 
 

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