Gladbach-Spieler Herrmann schreibt Bundesliga-Geschichte

Patrick Herrmann von Borussia Mönchengladbach im Zweikampf.
Patrick Herrmann von Borussia Mönchengladbach im Zweikampf.
Foto: Getty Images
Borussia Mönchengladbachs Offensivspieler Patrick Herrmann geht in die Bundesliga-Annalen ein. Beim 2:0-Sieg in Nürnberg wurde er zum 26. Mal in dieser Saison ausgewechselt und löst damit Rekordhalter René Eijkelkamp von Schalke ab.

Nürnberg.. Um 16:53 Uhr hielt der vierte Offizielle Martin Petersen die Anzeigetafel mit der roten Nummer sieben in den Nürnberger Himmel. Das Zeichen für Patrick Herrmann, den letzten Weg auf dem fränkischen Rasen zurückzulegen. Diesmal nicht im Vollsprint.

Für Borussia Mönchengladbachs Offensivspieler ist es so gewohnte wie ungeliebte Prozedur in dieser Saison. So gewohnt, dass er damit sogar Bundesliga-Geschichte geschrieben hat. 29 Spiele stand der 23-Jährige in Gladbachs Startelf, nur drei Mal durfte er über die vollen 90 Minuten ran. Im Umkehrschluss heißt das: 26 Mal wurde er vorzeitig an die Seitenlinie geholt, um vorzeitig duschen zu gehen.

Die Glückwünsche müsse man entgegen nehmen, lachte Herrmann auf die Fragen, ob er diese gerne entgegennehme. "Es war nicht mein spezieller Wunsch, diesen Rekord überhaupt aufzustellen", er wolle aber eigentlich lieber durchspielen. Selbstkritisch betrachtete er die Gründe für die vielen Wechsel: "Man kann nicht jede Partie überragend spielen. So ist das bei mir auch", sagte Herrmann. Aber 26 Spiele seien nicht komplett schlecht gewesen, lachte der ehemalige U21-Nationalkicker.

Bei Gladbach "zählt nur die Mannschaft"

Ob er den Rekord noch ausbauen werde, konnte Herrmann nicht beantworten. "Da müssen sie jemand anderes fragen", verwies er die Journalist an den Auswechsler. Trainer Lucien Favre sieht seine Entscheidungen, Herrmann vom Platz zu nehmen, eher pragmatisch: "Auf der Seite gehört das dazu", wusste der Coach um den Rekord. Anders als vor zwei Jahren, müsse man im 4-4-2 unglaublich viel nach hinten arbeiten, erklärte der Schweizer die Post-Marco-Reus-Ära. "Das sind 60-Meter-Läufe, keine zehn-Meter-Läufe", so Favre. Das koste viel Kraft. Lukas Rupp sei bereit gewesen, ihn adäquat zu ersetzen. "Es ist wichtig, dass jeder bereit ist. Egal, ob er von Beginn an spielt oder zehn, 25 Minuten." Nur die Mannschaft zähle.

Diesen Duktus pflegt auch Herrmann. "Ich gönne es natürlich den jungen Spielern, die reinkommen", erklärte der junge Routinier, der schon 125 Bundesliga-Begegnungen auf dem Buckel hat. Er wisse noch, dass er sich damals auch über jede Minute Einsatzzeit gefreut habe. "Fit bin ich. Ich könnte auch durchspielen", grinste Herrmann.

Interpretiert man die Worte des Fußballehrers, sind die Chancen nicht so groß dafür. Seinen Rekord wird er also wahrscheinlich doch weiter auszubauen.

 
 

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