Gladbach-Manager Eberl nimmt junge Innenverteidiger in Schutz

Deutliche Worte von Borussia Mönchengladbachs Manager Max Eberl nach der Pleite beim BVB.
Deutliche Worte von Borussia Mönchengladbachs Manager Max Eberl nach der Pleite beim BVB.
Foto: imago
Borussia Mönchengladbach ist bei Borussia Dortmund deutlich mit 0:4 unter die Räder gekommen. Manager Max Eberl erklärt die Niederlage im Kurz-Interview.

Dortmund. Herr Eberl, der Saisonauftakt in der Bundesliga ist ziemlich mißglückt.

Max Eberl: Wir haben heute zurecht und auch in der Höhe verdient in Dortmund verloren. Der BVB hat es sehr gut gemacht und wir haben einfach nicht auf den Platz gebracht, was wir in der Vorbereitung schon angedeutet haben. Das war und ist aber noch nicht stabil. Wir müssen relativ schnell lernen aus den Dingen, die wir verkehrt gemacht haben – das ist eine Menge. Viele Dinge, die wir in den vergangenen Jahren sehr gut gemacht haben, müssen wir uns jetzt wieder neu erarbeiten.

Gladbach zu naiv bei Borussia Dortmund

Wieder?

Eberl: Es ist wie vor drei Jahren. Da sind wir Vierter geworden, sind über den grünen Klee gelobt worden. Aber wir mussten eine neue Mannschaft aufbauen, das müssen wir jetzt wieder. Das heißt: Fehler begehen und möglichst sehr schnell wieder abstellen. Es war kein Blabla, dass wir eine neue Mannschaft haben. Wir haben heute unter Wettkampfbedingungen gesehen, dass wir zu viele Fehler gemacht haben.

Nennen Sie uns die Fehler?

Eberl: Die Abstände waren zu groß, wir haben nicht mutig Fußball gespielt, wir sind naiv in Konter gelaufen gegen Pierre-Emerick Aubameyang und Marco Reus. Das kann nicht funktionieren.

Warum war Gladbach in Dortmund nicht mutig genug?

Eberl: Nach 30 Minuten steht es 0:3. Dann kann man nicht mehr mutig sein, dann ist das, war wir uns vorher aufgebaut haben, relativ schnell weg. So stabil sind wir noch nicht. Das wissen wir aber. Wir wissen, dass wir aus den Fehlern, die wir gemacht haben, Konsequenzen ziehen, Verbesserungen machen müssen. Das ist uns klar. Wir haben ein gutes Gefühl, aber wir wissen, dass wir viel arbeiten müssen.

Fängt die Bundesliga jetzt für die Borussia erst gegen Mainz an?

Eberl: Nein, die Liga hat heute begonnen. Diesen Spruch lasse ich nicht gelten. Wir haben heute 4:0 verloren. Berechtigt. Und die Liga hat heute begonnen.

Eberl kann bei keinem Gladbach-Spieler "mehr Positives als Negatives finden"

Kann man der jungen Innenverteidigung mit Marvin Schulz und Andreas Christensen einen Vorwurf machen?

Eberl: Es lag nicht an den beiden Jungen. Wir haben eigentlich immer als gesamte Mannschaft gut verteidigt. Und wir haben es heute als Kollektiv nicht gut gemacht. Klar, kann man sagen, Andreas kann beim Kopfball gegen Aubameyang wacher sein, aber die beiden Spieler waren am langen Ende einer Kette. Was willst du denn machen, wenn Mkhitaryan, Reus, Kagawa oder Aubameyang ins Eins-gegen-eins kommen und loslaufen? Da haben wir zu große Räume offenbart, zu viele Ballverluste im Vorwärtsgang.

Josip Drmic kam nicht wirklich ins Spiel heute.

Eberl: Wir müssen heute nicht einzelne rauspicken, weil man bei keinem Spieler mehr Positives als Negatives finden. Wir müssen einfach als Mannschaft besser agieren – offensiv, wie defensiv.

Wie weit sind Sie bei Nico Schulz, der von Hertha BSC nach Mönchengladbach kommen soll?

Eberl: Das ist nicht der richtige Moment, irgendwelche Spieler zu kommentieren.

 
 

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