Gladbach macht sich lächerlich

Bei Gladbach läuft es momentan drunter und drüber.
Bei Gladbach läuft es momentan drunter und drüber.

Sinsheim. Der Trainer steht unter Druck, die Spieler reden schon vom Abstieg - und sogar von Franziska van Almsick musste sich Borussia Mönchengladbach noch Spott gefallen lassen.

„Die Roten Karten gegen die Gladbacher waren absolut gerechtfertigt. Das geht nicht. Man muss sich als Sportler im Griff haben und kann nicht einfach nachtreten oder als letzter Mann derart foulen“, sagte der Edelfan von 1899 Hoffenheim nach dem 3:2 (0:1) gegen den fünfmaligen deutschen Meister. Die frühere Schwimm-Weltmeisterin hatte das Spiel an der Seite des Mäzens Dietmar Hopp auf der Tribüne verfolgt.

Doch nicht nur van Almsick wunderte sich über die Fehltritte der seit nunmehr sechs Spielen sieglosen Gladbacher. Die Roten Karten gegen Juan Arango (62.) und Sebastian Schachten (81.) machten die Bemühungen der Gäste im zweiten Durchgang zunichte und ebneten Hoffenheim den Weg zum vierten Saisonsieg. Doch wer von Trainer Michael Frontzeck harsche Kritik an seinen Rotsündern erwartet hatte, sah sich getäuscht.

Schiedsrichter muss als Sündenbock herhalten

Frontzeck hatte stattdessen Schiedsrichter Michael Weiner als Sündenbock auserkoren. „Ich will nicht rumjammern, aber wenn Felix Magath von fehlender Lobby spricht, dann kann ich eine ganze DVD von Szenen erstellen, die alle gegen uns gepfiffen wurden“, sagte der erboste Coach. Auch Defensivspieler Tobias Levels gab dem Referee eine Teilschuld an der Kartenflut. „Meiner Meinung nach hat beim Schiedsrichter das Fingerspitzengefühl gefehlt. Beim Stand von 1:2 und Elfmeter gegen uns eine Rote Karte zu zeigen, war völlig überzogen. Mit zwei Mann weniger ist es in der Bundesliga unmöglich, noch etwas zu gewinnen“, sagte Levels.

Zumindest für Arangos Aktion gab es keine Entschuldigung. Sein Tritt in den Unterleib von Hoffenheims Mittelfeldspieler Sejad Salihovic war von der übelsten Sorte. Mindestens vier Wochen wird Arango den Gladbachern fehlen. Sportlich ein schmerzhafter Verlust, da Frontzeck ohnehin verletzungsbedingt einige Ausfälle zu beklagen hat.

Mitten im Abstiegskampf

Die fehlenden Punkte und die Personalnot sorgten am Sonntagabend dann auch dafür, dass Frontzeck zwischenzeitlich die nackte Angst vor dem Abstieg packte. „Wir müssen unbedingt drin bleiben. Das wissen wir. Aber es wird eine ganz komplizierte Saison, denn die Liga ist ausgeglichen wie selten zuvor“, sagte Frontzeck, für den die Luft nach nur sechs Punkten aus acht Spielen reichlich dünn wird.

Auch Teamleader Thorben Marx nahm kein Blatt vor den Mund. „Wir stecken mitten im Abstiegskampf und müssen aufpassen, dass wir nicht den Anschluss an die Teams vor uns verlieren. Wir haben zuviele Unkonzentriertheiten im Spiel, die nicht passieren dürfen. Es ist sehr ärgerlich, dass wir nach der Pause so schnell das 1:1 bekommen haben“, sagte Marx.

Dabei hatte das Spiel für den fünfmaligen deutschen Meister nach Plan begonnen. Stürmer Raul Bobadilla erzielte in der 12. Minute das Führungstor der Gäste, nach der Pause fiel Frontzecks Team nicht nur wegen der Roten Karten allerdings auseinander. Demba Ba (46.), ein Eigentor von Bamba Anderson (67.) sowie ein Elfmetertreffer von Salihovic (82.) sorgten für die Wende zugunsten der im zweiten Abschnitt stark verbesserten Kraichgauer. Mohamadou Idrissou gelang in der Nachspielzeit noch der Anschlusstreffer (90. +1). „Das hat aber zumindest gezeigt, dass unser moralisches Gerüst noch intakt ist“, sagte Levels. Vor dem kommenden Heimspiel gegen Werder Bremen besteht also zumindest etwas Hoffnung auf Besserung. (sid)

 
 

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