Gladbach lässt gute Chancen liegen - 0:0 gegen Bayern

Überlegen: Bayerns Juan Bernat springt höher als Gladbachs Julian Korb.
Überlegen: Bayerns Juan Bernat springt höher als Gladbachs Julian Korb.
Foto: Getty
Ein Punkt gegen den FC Bayern München - eigentlich ein mehr als respektables Ergebnis für eine Bundesligamannschaft. Doch angesichts einer Vielzahl ordentlicher Torgelegenheiten durfte Borussia Mönchengladbach über das 0:0 gegen den Spitzenreiter sogar ein wenig enttäuscht sein.

Mönchengladbach. Lucien Favre, der Trainer von Borussia Mönchengladbach, schätzt seinen Kollegen Pep Guardiola vom FC Bayern München sehr. Umgekehrt ist es genauso. Ihren gegenseitigen Respekt haben sie schon vor dem Bundesliga-Gipfel am Sonntag kundgetan und er ist nach dem 0:0 zwischen den beiden Klubs am Sonntag im Borussia-Park noch größer geworden. Als eine halbe Stunde nach dem Spiel die Frage gestellt wurde, ob Manuel Neuer, der Torhüter des FC Bayern, der entscheidende Spieler gewesen sei, da war es aber nicht nur Höflichkeit, dass Guardiola und Favre per Handzeichen dem anderen bei der Antwort den Vortritt lassen wollten.

Nach einigen Sekunden der Sprachlosigkeit ergriff Favre das Wort. “Manuel hat sehr gut gehalten”, sagte er. “Ich weiß nicht, ob ich das Spiel an einem einzelnen Akteur festmachen will. Bayern war stark, das 0:0 ist okay.” Und Guardiola erwiderte mit einem Lächeln auf den Lippen und einem kurzen Schulterzucken, als ob er nur das verkünden wolle, was eh schon alle wissen: “Manuel ist der Beste.” Weltmeister-Torhüter Neuer ist jetzt seit 658 Minuten unbezwungen. Ohne seine Paraden wäre der FC Bayern nicht im 13. Pflichtspiel der Saison unbesiegt geblieben, denn die Gladbacher hatten mehrere gute Chancen zum Siegtreffer.

Gladbach hatte die gefährlicheren Aktionen

Das Duell Ballbesitz-Fußball gegen schnelle Konterangriffe ging am Sonntag ohne Sieger aus. Der FC Bayern München hielt zwar weitaus länger den Ball in den eigenen Reihen, doch die Schnellangriff-Spezialisten von Borussia Mönchengladbach hatten die gefährlicheren Aktionen. Die Bayern verteidigten mit 21 Punkten ihre Tabellenführung. Erster Verfolger bleiben die ebenfalls noch ungeschlagenen Gladbacher, die wie der VfL Wolfsburg und Hoffenheim 17 Zähler auf ihrem Konto haben. Es war ein 0:0 der besten Sorte.

“Wir müssen keine Angst haben”, hatte Favre vor der Partie gesagt. “Wir bereiten die Spiele vor, um zu gewinnen.” Aber in der ersten Hälfte gab der Tabellenführer doch klar den Ton an. Trotz ihrer Überlegenheit gelang es den Münchnern nur selten, wirklich für Gefahr im Gladbacher Strafraum zu sorgen. Lediglich David Alaba in der zehnten und Robert Lewandowski in der 41. Minute erarbeiteten sich Chancen. Doch Alabas Schuss lenkte Borussias Schweizer Keeper Yann Sommer noch mit den Fingerspitzen an den Pfosten und Lewandowskis schöne Aktion wurde nicht mit einem Treffer belohnt, weil der Ball von der Hüfte von Dominguez abgefälscht wurde.

Bayern mit deutlich mehr Ballbesitz

Die Gastgeber beschränkten sich zunächst vornehmlich auf schnelle Konter. In der 34. Minute servierte der flinke Hahn seinem Sturmkollegen Max Kruse eine präzise Vorlage, doch der Nationalstürmer schaffte es nicht, seinem Schuss die nötige Power zu verleihen. Kein Problem für Nationaltorhüter Manuel Neuer, der immerhin seit 130 Minuten erstmals wieder einen Ball auf seinen Kasten bekam.

75 Prozent Ballbesitz hatten die Bayern in Halbzeit eins. Aber was nutzt es, wenn am Ende der Stafetten keine entscheidenden Aktionen herauskommen?

“In der ersten Halbzeit waren die Bayern besser”, gab Favre zu. “Nach dem Wechsel haben wir mehr gewagt und waren spielerisch stärker.” Und dass man auch mit wenig Ballbesitz den Gegner das Fürchten lehren kann, bewiesen die Borussen mehrfach. Die Gladbacher Fans mussten ihren Torschrei herunterschlucken, weil Neuer den Schuss von Hahn mit einer Hand abwehrte. Und der aus Fürth gewechselte Hahn war es auch, der in der 59. Minute frei stand, aber am Kasten vorbei schoss.

München durfte sich bei Neuer bedanken

In der 66. Minute wurde es richtig brenzlig. Im Strafraum der Bayern. Wieder durften sich die Münchener bei Neuer bedanken, dass sie nicht in Rückstand gerieten, als der Torhüter den Freistoß von Raffael entschärfte.

Das Duell des Brasilianers gegen Neuer fand nur zehn Minuten später eine Neuauflage. Wieder hieß der Sieger Neuer. Die Gladbacher hatten längst das Übergewicht der Münchener ausgeglichen und erarbeiteten sich zudem die besseren Chancen. Aber so gut sie auch waren, es blieb beim 0:0.

Der Live-Ticker zum Nachlesen:

Gladbach - Bayern 0:0
 
 

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