Gladbach in der Pole Position: "Endspiele sind immer geil"

Gladbachs Granit Xhaka wird wohl ohne die Aussicht auf eine erneute Saison in der Champions League nicht zu halten sein.
Gladbachs Granit Xhaka wird wohl ohne die Aussicht auf eine erneute Saison in der Champions League nicht zu halten sein.
Foto: dpa
Es geht um Millionen - und um Granit Xhaka: Gladbach hat vor dem ersten "Endspiel" gegen Leverkusen die besten Karten im Kampf um Platz vier.

Mönchengladbach. Die Pole Position erobert, Rang vier im Visier: Nach einer turbulenten Saison hat Borussia Mönchengladbach im Rennen um den begehrten Platz in der Champions-League-Qualifikation plötzlich die Nase vorn. Für die Fohlen geht es im Saison-Endspurt um Millionen - aber auch um die Zukunft von Kapitän Granit Xhaka und das "Zeugnis" von André Schubert.

"Solche Endspiele sind immer geil. Wir haben es selbst in der Hand und wollen uns das nicht mehr nehmen lassen", sagt Xhaka vor dem ersten "Finale" gegen Bayer Leverkusen. Allerdings: Um den mühsam eroberten vierten Platz erfolgreich zu verteidigen, müssen am Samstag (15.30 Uhr/Sky und live bei uns im Ticker) und eine Woche später bei Darmstadt 98 angesichts der Konkurrenz im Nacken wohl sechs Punkte her.

Platz vier für Gladbach wie ein Titel

Vom Ausgang der Partien hängt zudem auch Xhakas Zukunft ab. Ohne die Aussicht auf eine erneute Saison in der Königsklasse dürfte der Schweizer im Sommer kaum zu halten sein. "Wir würden Granit seine Entscheidung wesentlich schwerer machen", sagt Sportdirektor Max Eberl, warnt aber vor zu großer Hoffnung: "Spieler seiner Klasse wollen Titel gewinnen – und dieses Argument können wir ihm nicht liefern.

"In der Tat scheint Platz vier für einen Verein wie Gladbach das Maximum zu sein, Eberl vergleicht das "mit einem Titel". Das gilt erst recht nach einer Saison, die mit fünf Niederlagen am Stück und dem Abgang von Trainer Lucien Favre denkbar desaströs begann. Umso dankbarer müsste rund um den Borussia-Park eigentlich jeder dem neuen Trainer André Schubert sein - genau das ist kurioserweise aber nicht der Fall.

Gladbach-Coach Schubert überzeugt nicht alle

Immerhin 49 Punkte hat Schubert in 27 Spielen geholt, bei einem ähnlich starken Torverhältnis von 61:37. Ein Murren war zuletzt dennoch zu vernehmen, vor allem weil Gladbach auswärts aus neun Spielen nur zwei Punkte holte und bei Neuling FC Ingolstadt (0:1) und Schlusslicht Hannover 96 (0:2) rundum enttäuschte. Viele Fans sind daher bei ihrer Meinung zu Schubert weiter unentschlossen. Zwei Siege zum Abschluss und Platz vier könnten das ändern.

"Die Ausgangslage ist großartig. Jetzt haben wir es selbst in der Hand, das Ganze zu veredeln. Dafür werden wir in den letzten beiden Spielen alles geben", verspricht Eberl vor dem letzten Heimspiel der Saison, bei dem es auch Abschied nehmen heißt: Die langjährigen Borussen Havard Nordtveit, Roel Brouwers und Martin Stranzl stehen vor ihrem letzten Einsatz am Niederrhein.

Ein Ex-Borusse kehrt derweil erstmals an seine alte Wirkungsstätte zurück. "Ich freue mich riesig. Gladbach hat von der Atmosphäre das schönste Stadion der Bundesliga", sagt Weltmeister Christoph Kramer, der mit Leverkusen den dritten Platz bereits sicher und nur noch einen Wunsch übrig hat: "Ich hoffe, das Gladbach am Ende Vierter wird." (sid)