Gladbach im freien Fall: Aber Eberl stützt Schubert

Nach dem 1:2 im Derby gegen Köln gibt der Sportchef dem taumelnden Trainer Rückendeckung. Doch die Borussia ist schon seit sechs Spielen ohne Sieg.

Mönchengladbach. André Schubert gab den Gelassenen. Die üblichen Mechanismen des Geschäfts seien ihm bekannt, sagte Borussia Mönchengladbachs Trainer, er denke aber nicht darüber nach. „Damit musst du umgehen. Im Misserfolgsfall bist du der Depp, das ist eine ganz normale Situation.“

Blicke in die Tiefe seiner Seele ließ Schubert nicht zu – dass sie verletzt sein musste, war dennoch anzunehmen. Schließlich hatte der Trainer eine extrem schmerzhafte Niederlage zu verarbeiten. 1:2 gegen den 1. FC Köln, eine Heimpleite im rheinischen Derby, und dann auch noch dieser K.o.-Schlag kurz vor Schluss: Wie schwer getroffene Boxer sackten die Gladbacher in sich zusammen, als Marcel Risse in der ersten Minute der Nachspielzeit einen indirekten Freistoß aus mehr als 30 Metern zum Kölner Siegtor in den Winkel pfefferte.

Seit sechs Spielen sind die Borussen nun schon ohne Sieg, die Abstiegsregion rückt näher. So bleiben Diskussionen über die Verantwortung des Trainers zwangsläufig nicht aus. Gladbachs Sportchef Max Eberl aber wollte nicht mitdiskutieren, er stellte sich schützend vor André Schubert.

„Ich will Kontinuität“

„Wir haben das Spiel durch ein Zaubertor und ein seltsames Tor verloren, mehr Gründe sehe ich nicht“, sagte Eberl. „Muss deshalb ein Kopf rollen? Ich wehre mich dagegen. Das hat mit André Schubert nichts zu tun.“ Drastisch bekräftigte Eberl: „Ich will auch Kontinuität, wenn es mal beschissen läuft.“

Er hatte ja Recht mit seiner Bewertung, dass die Mannschaft alles gegeben habe. Die Borussen waren aktiver, offensiver und mutiger als die Kölner. Aber nach dem 1:0 durch Lars Stindl in der 32. Minute, dem ersten Gladbacher Treffer nach zuvor fünf Spielen ohne eigenes Tor, ließen sie zu viele weitere prächtige Gelegenheiten liegen. Das rächte sich bitter. In Minute 59 spielten die Kölner erfolgreich Doppelkopf: Borussen-Verteidiger Jannik Vestergaard köpfte beim Rettungsversuch den Kopf von FC-Torjäger Anthony Modeste an – ein glücklicher Ausgleich, aber es kam ja noch dicker für die Gladbacher: Der spektakuläre Flatterball von Marcel Risse gab ihnen den Rest.

Am Mittwoch kommt Manchester City

„Mit so einem Sonntagsschuss das Spiel hier zu gewinnen, das war schon außergewöhnlich“, sagte Kölns Trainer Peter Stöger, dessen Team sich in der Spitzengruppe der Liga festgesetzt hat. „Ich bin natürlich sehr zufrieden.“

André Schubert hörte zu und grinste gequält. „Für uns war das alles sehr unglücklich“, sagte er. „Jetzt müssen wir uns doch mal kurz schütteln.“ Bis Mittwoch sollten sich die Borussen erholt haben, dann kommt Manchester City. Gladbach spielt schließlich auch noch in der Champions League. Der Krise zum Trotz.

 
 

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