Gladbach holt Punkt in Freiburg - Sportclub verschießt Elfer

Viel Krampf, wenig Glanz: Freiburg (in rot) und Gladbach trennten sich am Sonntag torlos.
Viel Krampf, wenig Glanz: Freiburg (in rot) und Gladbach trennten sich am Sonntag torlos.
Foto: imago
Borussia Mönchengladbach bleibt in dieser Saison ungeschlagen. Die Mannschaft von Trainer Lucien Favre spielte am 2. Spieltag der Fußball-Bundesliga beim SC Freiburg 0:0-Unentschieden. Eine Punkteteilung, mit der beide Teams werden leben können, entsprach sie doch dem Spielverlauf.

Freiburg. Dunkle Wolken hingen tief über den Bäumen hinter dem Stadion an der Schwarzwaldstraße und malten dem Sonntagsspiel zwischen dem SC Freiburg und Borussia Mönchengladbach zum Abschluss des zweiten Bundesligaspieltags eine bedrückende Szenerie. Die Partie trug lange nichts Erhellendes zur Stimmung bei. "Die richtigen Schlüsse" wollte Christian Streich vor der Partie seines SC gegen die Borussia ziehen. Der Trainer der Badener warnte vor der enormen Qualität des Gegners, fand aber über weite Strecken der Begegnung die richtige Taktik.

Um seinen Ex-Schützling Max Kruse musste er sich keine Gedanken machen. Der Angreifer durfte bei seinem alten Klub noch nicht wieder auf dem Platz stehen. Zwar kehrte der Nationalspieler Anfang der Woche nach seiner Harnleiter-OP ins Training zurück, ein Einsatz in Freiburg kam für den Stürmer aber zu früh. Borussias Coach Lucien Favre änderte seine Mannschaft nach dem Tor-Feuerwerk gegen Sarajevo im Europapokal (7:0) auf zwei Positionen. Oscar Wendt und Ibrahima Traoré lösten auf links Alvaro Dominguez und Fabion Johnson ab. Streich tauscht nach der 0:1-Auftaktniederlage in Frankfurt ebenfalls doppelt aus. Für Mike Frantz und Karim Guedé standen Felix Klaus und Dani Schahin in der Startelf.

Schahin setzt erste Duftmarken

Der Neuzugang stand gleich zu Beginn im Mittelpunkt des Geschehens. Tony Jantschke trennte den Ex-Mainzer an der Strafraumgrenze hart aber fair vom Ball; nur Sekunden später grätschte Schahin Christoph Kramer fast an derselben Stelle um und sah Gelb. Diese Szene erzählte die Geschichte der ersten Halbzeit. Freiburg hatte der Gladbacher Qualität vor allem eines entgegenzusetzen: großes Engagement. Und die Gäste hatten und brauchten Jantschke in der Defensive. Vier Mal musste der Innenverteidiger in höchster Not im eins gegen eins klären und tat dies mit Bravour. Freiburg suchte in einem zerfahrenen Spiel den Weg über die Außen und überwand die Gästeabwehr vor allem mit gute getimten Pässen hinter die letzte Linie.

Torchancen blieben aber auf beiden Seiten trotzdem Mangelware, auch, weil kaum eine Mannschaft Fehler machte. Die Elf von Favre fand überhaupt kein Mittel, hatte große Probleme mit den sich nur spärlich bietenden Räumen. Gladbach schaffte es nicht, ein schnelles Konterspiel aufzuziehen, auch weil Branimir Hrgota kaum ein Bein auf den Boden brachte und Raffael in einigen Situationen die falsche Entscheidung traf. Torlos ging es nach für die 23.000 Fans zähen 45 Minuten, aber einer taktisch durchaus guten Partie in die Kabine, in der Halbzeitpause ließ sich dann auch die Sonne blicken. Und auch wenn der kausale Zusammenhang nur schwer herbeizuführen ist, hatte Freiburg direkt die beste Chance des Spiels: Jantschke musste wegen einer vermeintlich blutenden Wunde im Mundraum draußen behandelt werden und prompt fehlte ein Mann in der Defensive bei einer Standardsituation. Klaus dribbelte sich zur Grundlinie durch, in der Mitte aber verzog Pavel Krmas.

Mehmedi vergibt aus elf Metern die Freiburger Siegchance

Die Hausherren, auch vor dem Pausentee leicht spielbestimmend, setzen sich nun in der Hälfte der Gäste fest. Jonathan Schmid nahm eine Diagonalflanke von Admir Mehmedi volley, aber Yann Sommer konnte den Schuss entschärfen (58.). Wenig später sah sich Sommer erneut einem Schuss gegenüber; diesmal vom Punkt. Jantschke war nach einem Fehlpass von André Hahn zu spät gegen den eingewechselten Maximilian Philipp gekommen, Schiedsrichter Peter Gagelmann gab Strafstoß. Mehmedi beförderte den Ball aber in die Freiburger Fankurve - weit übers Tor (63.).

Für die Schlussphase brachte Favre vermeintlich frischen Offensivwind in Person von Thorgan Hazard und Fabian Johnson, doch die Mannschaft vom Niederrhein beschränkte sich nun vollständig darauf, dass eigene Tor zu verteidigen und hier und da einen Konter zu fahren. Der Europapokal-Teilnehmer blieb insgesamt aber zu harmlos in seinen Angriffsbemühungen. Philipp hatte mit einer Direktabnahme und Mehmedi mit einem Distanzschuss noch mal eine kleine Chance für den Sportclub, am Ende blieb es aber beim leistungsgerechten, torlosen Unentschieden.

 
 

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