Gladbach gegen das Geld-Monster Manchester City

"Wir erstarren nicht in Ehrfurcht", sagte Gladbachs Trainer André Schubert vor der Partie gegen Manchester City.
"Wir erstarren nicht in Ehrfurcht", sagte Gladbachs Trainer André Schubert vor der Partie gegen Manchester City.
Foto: dpa
Beide Teams verloren das erste Gruppenspiel. Gladbach geht nun aber gestärkt mit zwei Liga-Siegen in die Partie gegen den Klub aus der Premier League.

Mönchengladbach. Vor zwei Wochen, der Mönchengladbacher Krisenpegel näherte sich gerade dem Höchststand, führte André Schubert noch ein unauffälliges Trainerleben. In aller Ruhe bereitete er Borussias Regionalligateam auf die Partie gegen Rot-Weiss Essen vor – während die Profiauswahl nach missratenem Einstieg in die Königsklasse in Sevilla von den internationalen Medien gleich wieder aus dem Wettbewerb verabschiedet wurde. „Die Deutschen kandidieren stark für das schnelle Aus in Europa“, lästerte die „Gazzetta dello Sport“. Was Schubert nun vor dem Gastspiel von Manchester City an diesem Mittwoch (20.45 Uhr/Sky, und live in unserem Ticker) zu einer Klarstellung veranlasste.

„Die Teilnahme an der Champions League haben wir nicht auf dem Jahrmarkt gewonnen“, erwähnte der 44-Jährige, vor neun Tagen zum Bank-Chef auf Zeit aufgestiegen, am Dienstagmittag pikiert. Gestärkt von zwei Siegen in der Liga, will er den Beweis nun gegen die ultimativen Geld-Monster aus der Premier League antreten. „Wir wollen Manchester City offensiv bekämpfen“, betonte Schubert und erklärte vor dem Duell der beiden Verlierer des ersten Spieltags: „Das ist eine sehr gute Mannschaft, aber kein übermächtiger Gegner. Wir erstarren nicht in Ehrfurcht.“

Gladbach hatte auf dem Transfermarkt häufiger das Nachsehen

Auch nicht vor Kevin De Bruyne, jüngst für monströse 74 Millionen Euro aus Wolfsburg zu den Citizens transferiert. Im Januar 2014, vor dem Wechsel des Offensivspielers zu den Niedersachsen, waren auch die Gladbacher an De Bruyne interessiert. Doch im Wettbieten um die Dienste des immer etwas unbeteiligt dreinblickenden Belgiers war der Rautenklub chancenlos. Ebenso wie im Frühjahr bei Max Kruse, der den Borussen nach zwei Jahren den Rücken kehrte. Mit demselben Ziel wie der Brasilianer Dante, der nach seiner Bayern-Zeit nun in Wolfsburg verteidigt. Und nicht, wie es Max Eberl gerne gesehen hätte, bei seinem Ex-Klub im Westen der Republik.

Gladbachs Sportdirektor hatte auf dem aufgewühlten Transfermarkt in letzter Zeit häufiger mal das Nachsehen. Das nagt an dem für sein Geschick beim Spielerkauf bekannten Mann, dem zunehmend bewusst wird: In der aktuellen Fußball-Nahrungskette, mit der in Pfund getränkten Premier League an der Spitze, mit Großklubs wie Bayern, Real, Barcelona oder den vom VW-Konzern bestens gefütterten Wolfsburgern, wird es immer schwieriger, eines der kostspieligen Filetstückchen abzubekommen.

Keine Rücksicht auf Konkurrenz

Im Zuge der Trainersuche deutete Eberl für seine Verhältnisse ungewöhnlich heftig an, dass auch die Borussia im Ringen um die besten Kräfte künftig härtere Bandagen anzulegen gedenke. Als Nachfolger für den zurückgetretenen Chefcoach Lucien Favre scheint der Fohlenklub ein scharfes Auge auf Markus Weinzierl geworfen zu haben, der allerdings beim FC Augsburg bis 2019 unter Vertrag steht. Sportchef Eberl kommentierte die Sache so: „Ich glaube, dass auch auf uns keiner Rücksicht genommen hat, als wir Spieler wie Dante, wie Reus, wie ter Stegen hatten.“

Die sind längst über alle Berge, in die Champions League und zum Duell mit Manchester City haben es die Gladbacher trotzdem geschafft. „Wie heißt es so schön: Geld schießt keine Tore“, sagt Angreifer André Hahn. „Und wir wollen am Mittwoch dafür sorgen, dass es wirklich so ist.“

 
 

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