Gladbach beendet mit 3:1-Sieg gegen 1899 die Mini-Krise

Michael Ryberg
Mahmoud Dahoud (links) jubelt mit Harvard Nordveidt über das zwischenzeitliche 2:0 für Gladbach.
Mahmoud Dahoud (links) jubelt mit Harvard Nordveidt über das zwischenzeitliche 2:0 für Gladbach.
Foto: firo
Borussia Mönchengladbach hat gegen 1899 Hoffenheim klar mit 3:1 gewonnen. Ein wichtiger Schritt in Richtung Champions League. Der Spielbericht.

Mönchengladbach. Noch ist das Thema Champions League für Borussia Mönchengladbach nicht erledigt. Nach den Enttäuschungen in Ingolstadt und Hannover zeigte das Team von Cheftrainer André Schubert am Sonntag gegen 1899 Hoffenheim vor 53.144 Zuschauern im Borussia-Park einen beherzten Auftritt und setzte sich verdient mit 3:1 (2:0) durch. Damit ist der Rückstand auf Hertha BSC und den vierten Tabellenplatz, der zur Qualifikationsrunde in der Königsklasse berechtigt, auf einen Punkt zusammengeschrumpft. Allerdings: Mit Bayern München und Bayer Leverkusen warten nun zwei schwere Aufgaben auf Gladbach.

Coach Schubert verzichtete auf Lars Stindl, der wegen der anstehenden Geburt des Babys vom Spiel freigestellt wurde. Dazu fehlt Innenverteidiger-Routinier Martin Stranzl wegen einer Knochenhautentzündung. Kapitän Granit Xhaka kehrte nach einer Gelb-Sperre beim 0:2 in Hannover in die Startelf zurück. Dazu startete auch wieder André Hahn. Der US-Nationalspieler Fabian Johnson fand nach 14 Partien in Serie in der ersten Elf am Sonntag mal auf der Bank wieder. Schubert gab dem Dauer(b)renner eine schöpferische Pause. Raffael, Ibrahima Traoré, André Hahn und Thorgan Hazard bildeten das offensive Quartett.

Mit der 3-4-3-Taktik lief es für die Borussia von Beginn an gut. Nervenberuhiger nach zwei Auswärtsniederlagen in Ingolstadt und Hannover ohne eigenen Treffer war das zeitige 1:0. Kapitän Xhaka leitete mit einem herrlichen Gassenpass in den Hoffenheimer Strafraum ein. Oscar Wendt, mehr Linksaußen als Außenverteidiger, bediente mustergültig André Hahn. Der stocherte die Kugel in Bedrängnis am rechten Pfosten über die Torlinie. Oder war doch TSG-Verteidiger Jeremy Toljan mit der Fußspitze dran? Nach der Partie wurde der Treffer als Eigentor von der DFL gewertet.

Es braucht Geduld

Gladbach probierte es bei Gäste-Ballbesitz mit der Ingolstädter Taktik: den Gegner schon am eigenen Strafraum mit Druck zu Fehlern zwingen. Es brauchte Geduld, klappte aber in der Endphase von Halbzeit eins.

Nur einmal mussten die Borussia-Anhänger die Luft anhalten: Einen Abspielfehler von Rechtsverteidiger Nico Elvedi nutzte Andrej Kramaric zur Flanke. Mark-Alexander Uth allerdings bekam die Kugel frei vor Torhüter Yann Sommer nicht unter Kontrolle.

Auf der Gegenseite dauerte es bis in die letzten Minuten hinein, um das Hoffenheimer Tor zu gefährden. Havard Nordtveits Kopfball strich knapp am rechten Pfosten vorbei (41. Min.), André Hahn schloss ein von Thorgan Hazard per Steilpass eingeleitetes Solo mit einem Pfostentreffer ab (42.).

Dann fiel aber doch noch das 2:0. Durchaus umstritten. Raffaels Schussversuch ließ der tauchende Oliver Baumann im TSG-Tor abprallen, Hahn erkämpfte den freien Ball und legte so Abstauber Mahmoud Dahoud auf. Der Deutsch-Syrer netzte leicht zum fünften Saisontreffer ein. Doch zuvor hatte Hahn den Arm von Keeper Baumann getroffen. Schwer zu sehen für Referee Robert Hartmann.

Patzer von Elvedi

Nach der Pause versuchte die Borussia, zügig den Deckel aufs Match zu setzen. Doch statt eine der zahlreichen Chancen ausnutzen, passierte auf der Gegenseite der Patzer: Elvedis Ballverlust nutzte der krotische Nationalspieler Andrej Kramaric zu seinem fünften Saisontor.

Der Ärger darüber, die Gäste wieder ins Spiel kommen zu lassen, hielt nur fünf Minuten an. Diesmal hieß der Torschütze wirklich André Hahn. Der Ex-Augsburger startete erfolgreich ein Solo nahe der Mittellinie - aus abseitsverdächtiger Position allerdings. Mehr war danach möglich, doch sämtliche Chancen wurden vertan. Traoré, Raffael oder auch der eingewechselte Jonas Hofmann hätten ein 4:1 leicht markieren können. Den Fans war’s am Ende egal. “Zieht den Bayern die Lederhose aus!” schallte es durch den Borussia-Park. Nächsten Samstag geht es nach München...

Der Gladbach-Ticker zum Nachlesen:

Gladbach - 1899 Hoffenheim 3:1