Gladbach-Angreifer Thorgan Hazard will die Bullen bändigen

Michael Ryberg
Thorgan Hazard.
Thorgan Hazard.
Foto: firo
Belgischer Nationalspieler hat sich bei Gladbach zum Top-Angreifer entwickelt. Gegen Leipzig will der Tempodribbler an seine starke Frühform anknüpfen.

Mönchengladbach. Seinem Nachnamen macht Thorgan Hazard keine Ehre. Das will der belgische Nationalspieler auch gar nicht. Ein „Zufall“, wie „hasard“ in der französischen Sprache übersetzt heißt, ist die Leistung des belgischen Angreifers in Reihen von Borussia Mönchengladbach nämlich keineswegs. Sondern das Produkt ausdauernder Arbeit. Mit sechs Treffern und drei Torvorlagen in sieben Pflichtspielen der neuen Saison hat sich Tempodribbler Hazard bei den Gladbachern zum Top-Angreifer gemausert. Das bekam zuletzt Werder Bremen beim 4:1 am Samstag eindrucksvoll vorgeführt.

Thorgan Hazard dribbelte die Werder-Abwehr schwindelig, traf zweimal ins Ziel, einmal den Pfosten und hätte locker fünf Tore machen können. „Ich habe mir noch ein wenig Luft nach oben gelassen“, behauptet der Angreifer verschmitzt. Einen noch besseren Hazard sollen 42 558 Zuschauer am Mittwoch (20 Uhr/Sky) in Leipzig zu sehen bekommen. Der 23-Jährige will mit seinen Gladbachern die in drei Ligaspielen ungeschlagenen Roten Bullen bändigen.

Auswärtsserie aufbauen

„Die Schlagzeile gefällt mir. Und sie würde auch gut passen, schließlich müssen wir auswärts mal wieder eine Erfolgsserie starten, wenn wir in der Bundesliga auf Dauer in der Spitzengruppe bleiben wollen“, sagt der Belgier und verweist damit auch auf die wenig erbauliche Reisestatistik der Gladbacher. In den letzten zwölf Auswärtsspielen der Bundesliga gelang saisonübergreifend nur ein Sieg: beim 2:0 in Darmstadt, als es am letzten Spieltag der Vorsaison für beide Mannschaften sportlich um nichts mehr ging.

Harte Konkurrenzsituation

Auf Hazard dürfte es in Leipzig neben dem konstant starken Raffael (ebenfalls sechs Tore und drei Vorlagen bisher) wieder ankommen. „Unsere Konkurrenzsituation im Angriff ist hart, beflügelt mich aber in jedem Training. Ich muss immer gut sein, damit ich auch in der Startelf stehe.“ Manchmal reicht aber selbst das nicht aus.

Trainer André Schubert rotiert nämlich wie angekündigt auf den meisten Positionen im Team. Bundesliga, DFB-Pokal und sechs Gruppenspiele in der Champions League sind bis in den Dezember hinein eine große Herausforderung. Auch für die Offensivspieler. Vier Englische Wochen hat die Borussia schon gespielt, mindestens fünf weitere kommen in diesem Jahr hinzu.

Angriff mit hängender Spitze

Einer aus dem Gladbacher Sturmquartett mit Raffael, Lars Stindl, André Hahn und eben Thorgan Hazard muss stets zusehen. Trainer Schubert bevorzugt ein Angriffstrio, das mit einer hängenden Spitze operiert, meist in Person von Kapitän Stindl.

Hazard musste nach seinen drei Toren beim 6:1 gegen Young Boys Bern in der Qualifikation zur Königsklasse auf die Bank. Gegen Leverkusen startete André Hahn. Was Hazard nicht davon abhielt, letztlich doch Einfluss auf die Heimpartie gegen Bayer 04 Leverkusen zu nehmen. Schubert brachte den Belgier sechs Minuten vor dem Schusspfiff. Der lieferte umgehend ein Zuspiel auf Stindl, der zum 2:1-Siegtreffer vollendete.

„Natürlich mach ich auch den Joker, ich spiele aber lieber von Beginn an“, sagt Hazard. Leipzig sieht er nach Manchester City in der Champions League als bisher größte Herausforderung an: „Es wird schwer. Aber wir wollen beweisen, dass die Bullen schlagbar sind.“ Am besten mit mindestens einem Hazard-Treffer.