Favres Heimrekord ist Gladbachs Lohn der Geduld

Für Gladbach geht es nur noch in eine Richtung: Nach oben.
Für Gladbach geht es nur noch in eine Richtung: Nach oben.
Obwohl Borussia Mönchengladbach einer der Traditionsvereine der Bundesligageschichte ist und vor allem glorreiche Siebziger Jahre erlebt hat, ist es auch im Jahr 2013 noch möglich, Rekorde zu brechen. Favre hat aus den Fohlen wieder ein Spitzenteam geformt - der Lohn der Geduld. Ein Kommentar.

Mönchengladbach.. Borussia Mönchengladbach ist ja schon eine Weile in der Bundesliga unterwegs. Insofern ist es erstaunlich, dass der Klub, der in den 70er Jahren die Liga aufmischte und fünfmal Deutscher Meister wurde, es noch schafft, einen bemerkenswerten Rekord aufzustellen. Noch nie sind die Borussen mit sieben Heimsiegen in eine Bundesligasaison gestartet – bis zum gestrigen Erfolg gegen den SC Freiburg.

Rekord aufgestellt, Platz vier gefestigt - die Borussen, das darf man getrost behaupten, sind auf einem guten Weg. Und das ist alles andere als selbstverständlich. Schon vergessen? Ende der 90er Jahre war der Verein am Rande des Ruins, eine gigantische Schuldenlast, ein perspektivloses Stadion, und die Mannschaft des damaligen Trainers Rainer Bonhof stand sogar auf einem Abstiegsplatz, jawohl, in Liga zwei!

Gladbach Lange her und heute kaum noch vorstellbar. Natürlich gab es in den vergangenen Jahren unzählige Rückschläge, aber die sind mittlerweile nur noch Ausschläge einer langsam wie stetig ansteigenden Erfolgskurve. Das Erfolgsgeheimnis? Ein vergleichsweise unaufgeregtes Umfeld und ein Präsident wie Rolf Königs, der offenbar gelernt hat, dass es klüger ist, sich öffentlich zurückhalten und auf starke Leute zu vertrauen, die Rückgrat und Kompetenz genug haben, um auf vordergründigen Aktionismus zu verzichten.

Ein Vorbild für manch anderen Verein

Gladbach, so lobte die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung erst gestern, „gilt als Standort, an dem Gegenentwürfe entstehen.“ So war es in den 70ern, und so ist es heute wieder. Anders kann Erfolg bei diesem Klub aus der kleinen Stadt nicht funktionieren. Der Standortnachteil ist einfach zu erheblich. Es gibt eben keine prallgefüllte Werkskasse, auf der VW oder Bayer steht. Es gibt keine so gewaltige Fangemeinde wie auf Schalke oder in Dortmund. Und vor allem ist es schwieriger als andernorts, die großen Sponsoren zu akquirieren.

Geduld, Kreativität, ein stringentes Konzept, das man auch bei Rückschlägen durchhält – Gladbach taugt in vielerlei Hinsicht zum Vorbild für so manch anderen Verein aus der Bundesliga. Der nächste Klub übrigens, der die Gelegenheit bekommt, sich ein bisschen genauer vor Ort umzusehen, ist der FC Schalke 04. Am Samstag empfängt die Borussia die Königsblauen.

 
 

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