Effe ist kein Zauberer

Andreas Berten
Stefan Effenberg und die "Initiative Borussia" zetteln eine Revolution in Gladbach an. DerWesten sagt, "Effe" ist kein Zauberer.

Ein Mann von vornehmer Zurückhaltung ist Stefan Effenberg noch nie gewesen. Das war er schon als Spieler nicht, als der „Tiger“ im Verein wie auch in der Nationalmannschaft der spiel- sowie meinungsbestimmende Mittelpunkt sein wollte. Nun torpediert der 43-Jährige Mönchengladbachs Konzept der Kontinuität und will Sportdirektor bei der Borussia werden. Bei diesem Selbstbewusstsein ist es kein Wunder, dass sich Effenberg schon in einem Atemzug mit Uli Hoeneß, Klaus Allofs und Horst Heldt nennt.

Eines vorneweg: Es steht ihm wie vielen anderen ehemaligen Kickern zu, seine Fähigkeiten als Sportdirektor noch unter Beweis stellen zu dürfen. Effenberg liegt jedoch falsch in der Annahme, Wunderdinge mit seiner bloßen Anwesenheit herbeiführen zu können. Dieses Bild vermittelt er immer wieder bei seinem teils aggressiven und ansonsten nur phrasenreichen Wahlkampf, den er seit gut einer Woche gegen Rolf Königs und Max Eberl führt.

Beide können nichts dafür, dass Klubs wie Wolfsburg oder Hoffenheim in den vergangenen Jahren an der ruhmreichen Borussia vorbeigezogen sind. Dieser Fakt beruht auf wirtschaftlichen Begebenheiten, die auch Effenberg nicht herbeizaubern kann.

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