Eberl voreilig mit Enke-Vergleich nach ter-Stegen-Patzer

Borussia Mönchengladbachs Torwart Marc-André ter Stegen weiß um seinen Fehler im Spiel gegen Eintracht Braunschweig.
Borussia Mönchengladbachs Torwart Marc-André ter Stegen weiß um seinen Fehler im Spiel gegen Eintracht Braunschweig.
Max Eberl war sauer. Sauer auf die Fans von Eintracht Braunschweig, die Gladbachs Torwart Marc-André ter Stegen mit Häme feierten. Natürlich ist das kein Fairplay, ein Vergleich mit Robert Enke aber nicht angebracht. Ein Kommentar.

Braunschweig.. Max Eberl weiß um die Lage von Borussia Mönchengladbach. Die Mannschaft, die eine überragende Hinrunde gespielt hat, rutscht nach acht sieglosen Spielen in Folge aus der Riege der Europapokalanwärter. Es wird ernst am Niederrhein. Und Eberl wird ernst.

Mehr Respekt in deutschen Fußballstadion

Noch ernster aber wird der Sportdirektor der Borussia, als es um die hämischen Fan-Gesänge und den höhnischen Applaus für Marc-André ter Stegen geht. Der Torwart der Borussia patzte, verschuldete den 1:1-Ausgleich und das kostete Gladbach den lang ersehnten Erfolg.

Eberl verteidigte nach dem Spiel den jungen Torwart, deutete an, dass ter Stegen mehr Punkte gerettet als gekostet hat und stellte sich mit breitem Kreuz vor seinen Schützling. Genau richtig für einen Vereinsoffiziellen. Auch richtig ist, dass Eberl mehr Respekt in Fußballstadien fordert.

Billiger Vergleich mit Robert Enke

Etwas sensibler allerdings hätte der Manager mit dem schnellen Vergleich zu Robert Enke umgehen können, gar müssen. Zu schnell öffnet man die schwere Schublade, in der die tragische Geschichte des ehemaligen Hannover-Keepers wie eine Last über Fußball-Deutschland liegt. Aber nicht immer reicht der unbedachte, sogar billig wirkende Vergleich mit der traurigen Vergangenheit, der viel zu leicht die Lippen verlässt.

Robert Enke hat sich sein Leben nicht genommen, weil ihn die gegnerischen Fans ausgepfiffen haben. Robert Enke hat einen traurigen Entschluss gefasst, weil er krank war; die Tragödie um den ehemaligen Nationalkeeper ist viel komplizierter, weil er unter schweren Depressionen litt. Das sind zu komplexe Umstände, als dass sie einen voreiligen Vergleich tragen.

 
 

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