Eberl kritisiert Braunschweig-Fans - Krach zwischen ter Stegen und Daems

Marc-André ter Stegen von Borussia Mönchengladbach patzt beim Spiel in Braunschweig. Gladbachs Manager Max Eberl ärgert sich über das Verhalten der Eintracht-Fans.
Marc-André ter Stegen von Borussia Mönchengladbach patzt beim Spiel in Braunschweig. Gladbachs Manager Max Eberl ärgert sich über das Verhalten der Eintracht-Fans.
"Wie ein Häufchen Elend" saß Gladbachs Torwart Marc-André ter Stegen in der Kabine der Borussia. Sein Patzer kostet Mönchengladbach den Sieg in Braunschweig. Manager Eberl mahnt und erinnert an den Fall Robert Enke.

Braunschweig.. Wer die Partie zwischen Eintracht Braunschweig und Borussia Mönchengladbach mit "Torwart-Slapstik" beschreibt, liegt nicht ganz falsch. Erst sah Daniel Davari bei einer Ecke von Gladbachs Raffael alles andere als gut aus, beförderte den Ball mit dem Knie ins eigene Tor; dann folgte die Szene, über dessen Folgen sich Borussias Sportdirektor Max Eberl nach dem 1:1-Unentschieden an der Hamburger Straße trefflich beschwerte.

Aber von vorne: Marc-André ter Stegen wurde im Gladbacher Spielaufbau häufig gesucht. Immer wieder rotierte der Ball über die Stationen zentrale Abwehrspieler und Außenverteidiger, die Variante, dass die Sechser den Ball nach vorne tragen, wurde vom aggressiven Pressing der TSV-Angreifer verhindert. Die Variante über den mitspielenden Torwart ging lange gut. "Marc ist am Fuß der beste Torwart der Welt", versicherte Havard Nordtveit nach der Partie, aber "Fehler passieren jedem von uns". Auch ter Stegen. In der 52. Spielminute unterlief dem U21-Nationaltorwart ein spielentscheidender Patzer.

Gladbach-Torwart "wie ein Häufchen Elend"

Filip Daems wurde angelaufen, mit einen Rückpass auf seinen Torwart versuchte er die Situation zu lösen; ter Stegen, gedanklich wohl schon bei der nächsten Aktion, kontrolliert den Ball nicht und der kullert unaufhaltsam ins eigene Tor.

Eintracht-Trainer Torsten Lieberknecht hielt sich die Hand vor den Mund und konnte sein Glück kaum fassen - "wie wohl alle Zuschauer im Stadion", gab er später zu Protokoll. Lachen mischte sich im Stadion mit Jubel und vor allem die Fans von Eintracht Braunschweig zogen sich in Folge an dieser Situation hoch. Immer wieder ging ein Raunen durch das weite Rund, wenn ter Stegen angespielt wurde, immer wieder wurde hämisch applaudiert, sobald der Keeper einen Ball nach vorne klärte.

"Ich finde nicht gut, wie die Leute auf Marc reagiert haben, das muss ich ganz ehrlich sagen", ärgerte sich Eberl nach dem Schlusspfiff. Das gehöre sich nicht. Man könne sich einmal drüber freuen, "aber das bei jedem Ball zu machen... Ich möchte jetzt nicht Robert Enke rausholen, aber da waren alle in tiefer Trauer", erinnert der Sportdirektor an die Tragödie um den Torwart von Hannover 96. "Hier ziehen sie den jungen Keeper auf ohne Ende. Das gehört sich nicht", mahnte der Manager. und berichtet von den Eindrücken aus der Gladbacher Exklusivbereich: "Marc sitzt in der Kabine wie ein Häufchen Elend." Man bräuche das nicht ausschlachten. "Es ist im passiert und es ist zum Kotzen und scheiße für ihn. Aber er wird daraus lernen", so Eberl.

Ter Stegen und Daems werden handgreiflich

Der Torwart selbst hing die Situation gar nicht so hoch. Es sei Alltagsgeschäft. "Die Fans hoffen, dass man einen irgendwie schwächen kann. Aber ich habe danach gezeigt, dass ich auch solche prekären Dinge abhaken kann. Ich habe danach ordentlich weiter gehalten. Das bringt mich nicht um", so ter Stegen, der wohl bald bei einem der besten Vereine der Welt spielen wird.

Der FC Barcelona schützt aber vor Kritik nicht uns so gerieten der Schlussmann und Kapitän Daems nach der Partie aneinander. Ter Stegen schmeißt seine Handschuhe wütend auf den Boden, Daems schäumt vor Wut. Teammanager Steffen Korell mussten die Streihähne von einander trennen. Im Kabinentrakt - so berichten Fotografen - soll die Szene noch einmal hochkochen. "Das sind Emotionen", erklärte Borussias Trainer Lucien Favre, es sei der großen Enttäuschung geschuldet. Aber "es bringt nichts mehr, darüber zu sprechen. Wir sind eine Mannschaft und müssen eine Mannschaft bleiben. Wir machen Tore zusammen, wir machen Fehler zusammen", so der Coach.

Ein Fehler, "ein skurriles Tor" (Eberl) sorgte dafür, dass die Rheinländer im Jahr 2014 immer noch auf den ersten Sieg warten müssen. Der schlechteste Rückrundenstart der Vereinsgeschichte ist perfekt. Das Spiel allerdings wird bald in Vergessenheit geraten, der Patzer von ter Stegen wird wohl in so einigen Jahresrückblicken zu sehen sein.

 
 

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