Eberl dementiert Ultimatum für Frontzeck

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Gladbach.. Die Gladbacher Borussia steckt nach einer Pleiten-Serie tief im Ligakeller - und ausgerechnet jetzt kommen die Bayern. Wo liegen die Probleme und wie sind sie zu lösen? Eine Analyse vor dem Klassiker.

Die Bayern kommen. Am Samstag steigt der ewige Fußball-Hit in Mönchengladbach. Und Borussias Michael Fontzeck sitzt zwei Tage vor dem Duell im Gladbacher Presseraum und weiß genau, was ihn erwartet. Die üblichen Fragen. Was ist los? Wie konnte es dazu kommen? Was muss passieren? Wird alles wieder gut? Oder auch: Ist ein Sieg, angesichts des letzten Tabellenplatzes, nicht fast schon Pflicht? Frontzeck muss lächeln und antwortet: „Wenn Sie Bayern-Coach van Gaal die gleiche Frage stellen, dann wird er antworten, ein Sieg ist Pflicht, weil er natürlich auch die drei Punkte braucht, um in der Tabelle keinen Boden zu verlieren.“

Wie ist die Ausgangslage?

Die Bayern sind turmhoher Favorit. Gladbach hat seit acht Bundesligaspielen nicht mehr gewonnen und durchschnittlich drei Gegentore pro Spiel kassiert. Michael Fontzeck sagt, dass es ihn schon erstaunt habe, „mit welcher Leichtigkeit” die Bayern am Mittwoch in der Champions League beim FC Cluj gewonnen haben. Von einem Torjäger wie Mario Gomez, der wieder serienweise trifft, kann die Borussia derzeit nur träumen.

Gibt’s ein Ultimatum für Frontzeck?

Max Eberl betont: „Ultimaten sind zwar modern, aber das ist für mich kein Thema.” Gladbachs Sportdirektor listet das Spiel gegen die Bayern auf, die anschließende Partie beim 1. FC Köln und erklärt, dass man nur von Spiel zu Spiel denke. „Das ist keine Floskeldrescherei”, versichert Eberl. „Wir sind davon überzeugt, was wir tun und wie wir es tun. Wir werden das Ruder rumreißen und in ruhiges Fahrwasser kommen.“

Was passiert, wenn die Fans lautstark rebellieren?

Michael Frontzeck selbst hatte nach der 0:3-Niederlage in Kaiserslautern den Ernst der Lage beschrieben. „Ich bin nicht blauäugig und glaube nicht, dass ich im März immer noch Trainer bin, wenn wir sechs Punkte haben.” Und auch Max Eberl ist nicht blauäugig. Auf die entsprechende Frage antwortet der Sportdirektor: „Wir dürfen den Abstand in der Tabelle nicht zu groß werden lassen und müssen zwangsläufig Punkte holen. Ich weiß auch, dass am langen Ende nur die nackten Fakten zählen.”

Wer hat den Absturz zu verantworten?

Der Trainer nicht, da ist sich der Sportdirektor völlig sicher. „Wir haben Probleme, aber wir haben kein Trainerproblem, so Eberl. „Wir sind mit Michaels Arbeit sehr zufrieden, und wir wissen, dass wir es mit ihm schaffen werden.” Es sei vielmehr eine Kette von unglücklichen Umständen, die zu diesem Absturz geführt habe. „Die Mannschaft ist ja kein heilloser Haufen, der durcheinander läuft, nein, die Jungs spielen Fußball, und sie wollen auch.”

Was ist laut Gladbach schief gelaufen?

Allen voran die personelle Situation. Gladbach habe nie in Bestbesetzung antreten können. Ständig habe man sieben, acht Spieler ersetzen und die Mannschaft umstellen müssen. Eberl führt die Namen von Dante, Roel Brouwers, Igor de Camargo, Thorben Marx und Juan Arango an und sagt: „Von diesen Führungsspielern haben ständig zwei, drei Profis gefehlt, das ist entscheidend im Fußball.” Entscheidend, weil Spieler wie Marco Reus, Tobias Levels oder Raul Bobadilla noch jung sind und ungeachtet ihres Potenzials noch Führung bräuchten. „Das ist auch bei Bayern nicht anders. Wenn von den Köpfen zu viele weg sind, gibt’s Probleme.”

Gibt’s einen Fluch von Leverkusen?

Der 6:3-Triumph hat negative Auswirkungen gehabt, mutmaßt Max Eberl. „Wer Leverkusen so dominiert und so phantastisch spielt, investiert plötzlich lieber drei Prozent mehr in die Offensive und vernachlässigt die Abwehrarbeit.”

Mit welchem Rezept will man gegen Bayern bestehen?

„Wir müssen den Mut haben, gegen die Bayern Fußball zu spielen”, fordert Max Eberl. „Wir müssen enger zusammen rücken, um die scheinbar unlösbare Aufgabe zu lösen.” Und Michael Frontzeck ergänzt: „Herz, Leidenschaft, Organisation und Disziplin, das ist das, was wir brauchen.” Zugleich kündigt der Trainer an: „Wir müssen mehr in die Defensive investieren, was aber nicht bedeuten darf, dass wir uns verstecken und im Strafraum eingraben.”

 
 

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