Derby bleibt ohne Sieger - Gladbach mit 1:1 in Leverkusen

David Nienhaus
Gladbachs Torschütze Roel Brouwers im Duell mit Leverkusens Torjäger Stefan Kießling.
Gladbachs Torschütze Roel Brouwers im Duell mit Leverkusens Torjäger Stefan Kießling.
Foto: Imago
1:1 - Das rheinische Derby zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach am 15. Spieltag der Fußball-Bundesliga endete ohne einen Sieger.

Leverkusen. Das rheinische Duell sollte ein Fingerzeig im Kampf um die Champions-League-Plätze der Fußball-Bundesliga werden. Die Partie zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach aber fand in einem intensiven Spiel nach 90 Minuten keinen Gewinner.

Nach den Europapokal-Spielen unter der Woche nahmen beide Trainer einige Änderungen in ihren Mannschaften vor. Leverkusens Coach Roger Schmidt brachte die Stammkräfte Tin Jedvaj, Wendell, Lars Bender, Heung Min Son und Stefan Kießling für Roberto Hilbert, Sebastian Boenisch, Simon Rolfes, Robbie Kruse und Josip Drmic, die beim 0:0 in der Königsklasse in Lissabon spielen durften. Auch Borussias Trainer Lucien Favre wechselte auf vier Positionen. Julian Korb, André Hahn, Thorgan Hazard und Max Kruse kehren in die Startelf zurück. Oscar Wendt, Ibrahima Traoré, Branimir Hrgota und Raffael mussten auf der Bank Platz nehmen.

Herrmann vergibt erste Großchance

"Mönchengladbach hat ähnliche Ansprüche wie wir und spielt guten Fußball", lobte Schmidt den Gegner vor der Partie und machte sich am Donnerstag beim Europa-League-Spiel gegen den FC Zürich ein Bild von Gladbach. Vor allem das schnelle Umschaltspiel galt es für Bayer in den Griff zu kriegen. Schon in der siebten Minute aber zeigten die Gäste, dass das nicht immer zu verhindern ist. Kruse konterte zusammen und mit Patrick Herrmann, frei vor Bayer-Schlussmann Bernd Leno aber vergab der flinke Angreifer, dem die Leverkusener Luft doch eigentlich so liegt. Fünf seiner 25 Bundesligatore erzielte Herrmann gegen im Schatten der Bayer-Werke.

Nach dieser Szene übernahmen die Hausherren das Ruder und ließen die Favre-Elf kaum noch zur Entfaltung kommen. 12:2 Torschüsse verbuchte Bayer in den ersten 45 Minuten. Leverkusen gewann fast alle zweiten Bälle, spielte gemäßigtes, gut getimtes Pressing; die Gäste kamen selbst in Ballbesitz nicht hinter das zweite Drittel. Torchancen für die Werkself waren nur eine Frage der Zeit, der erste Treffer ebenfalls. Erst prüfte Karim Bellarabi Gladbach-Keeper Yann Sommer aus 20 Metern (10.), dann sah Hakan Calhanoglu, dass Borussias Schlussmann zu weit vor dem seinem Kasten stand. Technisch stark zirkelte der Deutsch-Türke den Ball in den langen Winkel.

Gladbach nur selten mit geregeltem Spielaufbau

Die Gladbacher Angriffsbemühungen waren hingegen harmlos. Befreiungsschläge brachten den Ball nach vorne, nur selten gelang der Borussia ein geregelter, ruhiger Spielaufbau. Wenn es dennoch mal schnell in Richtung Leno ging, verzettelte sich die "Fohlenelf" meist; Hazard (24.) und Hahn (27.) konnten nur selten überzeugen. Bayer machte es besser. Wieder war es Calhanoglu, den Christoph Kramer gewähren ließ. Sommer musste sich lang machen, um das 0:2 zu verhindern.

Wenn aus dem Spiel heraus schon nichts gelingt, helfen in der Regel nur Standardsituationen - wie vor dem 1:1-Ausgleich, der wie aus dem Nichts fiel. Hazard brachte einen Eckstoß scharf vor das Tor, und dort bedankte sich der blanke Brouwers, den Ömer Toprak aus den Augen verlor. Das Remis zur Halbzeit war freilich schmeichelhaft für die Borussia.

Duell auf Augenhöhe in der zweiten Halbzeit

Nach dem Seitenwechsel erwischten erneut die Gäste den besseren Start. Wie Herrmann im ersten Abschnitt, vergab aber auch Kruse aus spitzem Winkel nur knapp (47.). Gladbach spielte jetzt mutiger. Wieder machte sich Innenverteidiger Brouwers bei einer Ecke auf den langen Weg nach vorne, sein Torschuss aus fünf Metern hätte wohl gezählt, fand aber nicht das Ziel (54.). Die Teams begegneten sich nun auf Augenhöhe. Gladbach stand defensiv stabil und spielte gefällig nach vorne, Bayer kam nur durch den Scharfschützen Calhanoglu zu Möglichkeiten. Aber bei ruhenden Bällen fehlte dem Zehner das Zielwasser (65., 66.).

Die Schlussphase einer intensiven Begegnung gehörte dann wieder den Gastgebern. Leverkusen machte Druck, versuchte sich spielerisch Torchancen zu kreieren, aber Gladbach hielt dagegen. Die Angriffsbemühungen der Werkself, die mit Rolfes und Julian Brandt frisches Personal auf dem Feld hatten, endeten meist an der Strafraumgrenze. Die Borussia gab sich offenbar mit dem Punktgewinn zufrieden und kam nur noch einmal über Alvaro Dominguez gefährlich zum Abschluss. Leno aber entschärfte den Ball, so dass das gute Bundesligaspiel schließlich ohne Gewinner enden sollte.