Buhmann? Pfiffe auf St. Pauli waren Gladbachs Xhaka egal

David Nienhaus
Granit Xhaka (re.), Ibrahima Traoré (Mitte) und Josip Drmic hatten allen Grund zum Jubeln: Borussia Mönchengladbach gewann das Pokalspiel gegen St. Pauli 4:1.
Granit Xhaka (re.), Ibrahima Traoré (Mitte) und Josip Drmic hatten allen Grund zum Jubeln: Borussia Mönchengladbach gewann das Pokalspiel gegen St. Pauli 4:1.
Foto: dpa
Beim Pokalerfolg von Borussia Mönchengladbach beim FC St. Pauli wurde Granit Xhaka zum Buhmann der Hamburger Anhänger. "Das interessiert doch kein Schwein", sagte Xhaka locker.

Hamburg. Nach gut einer Stunden hatte Schiedsrichter Florian Meyer genug. Granit Xhaka holte St. Paulis Kyoungrok Choi an der Mittellinie von den Beinen. Unnötig und eine von vielen Kleinigkeiten, mit denen der Schweizer im DFB-Pokalspiel in Hamburg seine durchwachsene Leistung zu kaschieren versuchte und das Publikum auf St. Pauli gegen sich aufbrachte. Xhaka sah Gelb und war nicht erst seit dieser Situation der Buhmann der Hamburger Fans beim 4:1-Erfolg des Bundesligisten beim Kiezklub.

"Buhmann? Es interessiert doch kein Schwein, wen die Fans auspfeifen und wen nicht", sagte der 22-Jährige gewohnt deutlich. Wichtig sei, dass die Borussia eine Runde weitergekommen ist, "egal, ob die Zuschauer uns auspfeifen."

Xhaka erwischte keinen guten Tag

Lobende Worte fand er für die gut 3.500 mitgereisten Gladbacher Fans. "Wir haben unsere Fans und die sind immer treu. Das ist das, was zählt", so Xhaka, der keinen guten Tag im ersten Pflichtspiel der neuen Saison erwischte. Dem Schweizer Nationalspieler unterliefen ungewohnt viele Fehlpässe, sein Timing in den Zweikämpfen ließ zu wünschen übrig und hier und da packte er sich an den Oberschenkel. Nein, für Granit Xhaka lief es am Montagabend nicht rund.

Er versuchte es mit den bekannten Plattitüden zu erklären: "Pokalspiele sind immer schwer, egal gegen welchen Gegner man spielt." Der Gastgeber habe das in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht, "standen sehr tief, sehr kompakt und hat auf Konter gespielt." Auch hatte der Mittelfeldmann eine Erklärung für die Probleme seines Teams: "Wir haben zu langsam gespielt und jeder Spieler von uns wollte eine Lösung finden."

Lucien Favre forderte Tempo ein

Borussias Trainer Lucien Favre forderte in der Halbzeitpause eben diese Geschwindigkeit im eigenen Spiel ein, eine Feinjustierung mit großer Durchschlagskraft. "In der zweiten Halbzeit haben wir dann Fußball gespielt, so wie wir es können", erklärte Xhaka. Dann habe sich auch der Unterschied bemerkbar gemacht. "Letztlich haben wir verdient gewonnen", so Xhaka, der die Mannschaftsleistung und nicht die Matchwinner Ibrahima Traoré und Lars Stindl in den Vordergrund rücken wollte. "Die ganze Mannschaft hat das Spiel gedreht", sagte der Mittelfeldstratege. "Ohne die anderen können die beiden das Spiel auch nicht drehen."

Die Pfiffe verhallten nach dem Abpfiff so schnell, wie sie gekommen waren. Xhaka, der dem Gegner nach Fouls auch immer wieder auf die Beine half, weiß das, grinst und verschwindet unter die Dusche.