Borussia Mönchengladbach: DFB-Präsident erhebt schwere Vorwürfe – „Versteckte Morddrohung“

DFB-Präsident Fritz Keller äußerte sich zu den Vorfällen bei Borussia Mönchengladbach.
DFB-Präsident Fritz Keller äußerte sich zu den Vorfällen bei Borussia Mönchengladbach.
Foto: imago images/Sven Simon

Mönchengladbach. Es war der Aufreger des 23. Spieltags: Beim Spiel Borussia Mönchengladbach gegen die TSG Hoffenheim zeigte ein kleiner Teil der Gladbach-Fans ein Bild des TSG-Mäzen Dietmar Hopp mit einem Fadenkreuz.

Das Hass-Plakat sorgte in und um Borussia Mönchengladbach für heiße Diskussionen. Auch DFB-Präsident Fritz Keller meldete sich zu Wort und hat schwere Vorwürfe erhoben.

Borussia Mönchengladbach: Fan-Aktion sorgt für Aufregung

Der Hintergrund: Dietmar Hopp, Mitgründer des IT-Unternehmens SAP und einer der reichsten Menschen Deutschlands, ist der Mäzen der TSG Hoffenheim. Mit der Hilfe seines Gönners hat sich der frühere Dorfverein zu einem etablierten Bundesliga-Club entwickelt.

In der deutschen Ultra-Szene ist er wegen seiner Beteiligung bei der TSG Hoffenheim eines der größten Feindbilder. Die Arbeit von Hopp ist mit der Einstellung der Ultras nicht zu vereinbaren. Sie setzten auf Werte wie Tradition und kämpfen massiv gegen den Kommerz im Fußball.

Dabei schlugen einige Ultras mit ihren Aktionen gegen Dietmar Hopp aber einige Male deutlich über die Stränge. Die Fans von Borussia Dortmund mussten zuletzt die Konsequenzen ziehen.

Das DFB-Sportgericht hat die Dortmund-Fans mit einer Strafe belegt. Bei jedem Gastspiel des BVB in Hoffenheim dürfen dreijahrelang keine Anhänger in den Gästebereich. Der Grund dafür waren massive Beleidigungen, Spruchbänder und ein Fadenkreuz-Bild von Hopp.

BVB-Strafe löst Protest aus

Die Strafe des DFB war nun auch der Auslöser für die massiven Proteste einzelner Gladbach-Fans. Dabei sind die BMG-Fangruppierungen und die Dortmund-Ultras nicht befreundet, zwischen ihnen herrscht sogar eher eine Rivalität.

Trotzdem wollten die Ultras von Borussia Mönchengladbach ein Zeichen gegen Kollektivstrafen setzen. Dies taten sie jedoch ebenfalls mit einem Fadenkreuz auf einem Kontafei von Hopp und mehreren Spruchbändern. Das sorgte für riesige Aufregungen.

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Sogar DFB-Präsident Fritz Keller schaltete sich bei „Bild“ zu dem Thema ein: „Das mit diesem Fadenkreuz ist meines Erachtens eine versteckte Morddrohung. Das geht auf keinen Fall. Wenn wir das sehen und den Vorfall in Hanau – wissen wir, dass in unserer Gesellschaft etwas nicht stimmt. Hass hat aber nichts, auch gar nichts im Stadion zu suchen.“

Im Stadion reagierten die anderen Fans mit „Ultras raus“-Rufen und Schiedsrichter Felix Brych unterbrach die Partie bis das Banner entfernt worden war.

„Ich muss ausdrücklich Schiedsrichter Felix Brych, der das Spiel unterbrochen hat, loben.“, so Keller, der weiter sagt: „Es gibt einen Drei-Stufen-Plan. Das Positive ist, dass selbst Ultra-Szenen aufgefordert haben, das Plakat einzurollen. Wenn die Plakate nicht eingerollt werden und das Vermummungsverbot nicht aufgehoben worden wäre, wäre auch ein Abbruch denkbar gewesen.“

Ob auf Borussia Mönchengladbach wegen der Plakate ebenfalls eine Strafe zukommt, ist bislang offen.

 
 

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