4:1 - Starke Gladbacher schießen Werder weiter in die Krise

Michael Ryberg
Trafen beide doppelt: Raffael (l.) und Thorgan Hazard.
Trafen beide doppelt: Raffael (l.) und Thorgan Hazard.
Foto: dpa
Borussia Mönchengladbach reicht eine überragende erste Hälfte zum Sieg über Werder Bremen. Die Gäste bleiben ohne Punkt und Tabellenletzter.

Mönchengladbach. In der Fußball-Bundesliga hätte es für Borussia Mönchengladbach keinen besseren Aufbaugegner als Werder Bremen geben können. Nach der 0:4-Niederlage bei Manchester City am Mittwochabend liefen, tricksten und schossen sich die Mannen von Cheftrainer André Schubert den Frust einer indiskutablen Champions-League-Nacht aus den Strümpfen. Die hanseatischen Gäste standen am Samstagabend vor 54 014 Zuschauern im Borussia-Park weitgehend artig Spalier. Und quittierten das 4:1 (4:0) der turmhoch überlegenen Gastgeber ohne die ganz große Gegenwehr.

Trainer Schubert hatte seine Startelf nach der Lehrstunde aus dem Etihad Stadium naturgemäß durchgemischt: Strobl und Elvedi raus aus der Dreierkette, dafür Vestergaard, Jantschke und Korb, die gemeinsam mit Christensen die Viererabwehr bildeten.

Im Mittelfeld musste der in Manchester nicht überzeugende Dahoud wieder weichen. Schubert setzte auf Traoré auf der rechten Seite, dafür wanderte Johnson nach links für den ebenfalls auf die Bank beorderten Wendt. Vorn startete Hazard für Hahn.

Hazard braucht für Doppelpack nur sechs Minuten

Es dauerte nur gut 20 Minuten, da hieß die Feststellung: Alles richtig gemacht! Der erschreckend schwache Gegner ließ die Borussen fröhlich kombinieren. Gepaart mit einer gehörigen Portion Energie, die sich aus dem Mittwochsfrust speiste, zerlegten die Fohlen den viermaligen Deutschen Meister in Halbzeit eins nach allen Regeln der Fußballkunst. Bremens Trainer Viktor Skripnik verfolgte die Demontage an der Seitenlinie meist versteinert.

Thorgan Hazard eröffnete den Torreigen nach elf Minuten. Der ganz starke Raffael und Fabian Johnson legten auf. Hazards 2:0 bereitete Innenverteidiger Jannik Vestergaard, der gegen seinen Ex-Klub von Beginn an ran durfte, mit einem herrlichen Zuspiel aus der eigenen Hälfte vor.

Kapitän Lars Stindl holte den Elfmeter zum 3:0 heraus. Der Ex-Hannoveraner sprintete schneller zum Ball als Werder-Keeper Jaroslav Drobny. Der riss Stindl im Strafraum zu Boden. Raffael verwandelte locker (21.). Und sorgte noch vor der Pause für das 4:0 (40.). Stindls Flanke von rechts nahm der Brasilianer per Drehschuss.

Mittwoch wartet RB Leipzig

Trainer Schubert ließ in der Pause seinen Torjäger drauen. Mittwoch geht es schließlich in Leipzig schon weiter. Der Ex-Dortmunder Jonas Hofmann durfte dafür eine Bundesliga-Halbzeit mitmischen. Später kam auch noch Mahmoud Dahoud. Die Gladbacher ließen es in Halbzeit zwei etwas ruhiger angehen. Bremen kam zu einigen guten Möglichkeiten und verdiente sich den Anschlusstreffer von Olympia-Torjäger Serge Gnabry, der Ende August vom FC Arsenal an die Weser gewechselt war.

Dass der US-Isländer Aron Johannsson zehn Minuten vor dem Ende wegen des vermutlichen Gebrauchs eines nicht jugendfreien Wortes noch vom Platz flog, passte jedoch irgendwie in einen verkorksten Werder-Abend. Bremen wartet nach drei Spielen auf den ersten Pluspunkt.