3:1 - Mönchengladbach entzaubert den FC Bayern

Michael Ryberg
Torschütze für Borussia Mönchengladbach: Oscar Wendt (r.).
Torschütze für Borussia Mönchengladbach: Oscar Wendt (r.).
Foto: Guido Kirchner / dpa
Der FC Bayern ist doch nicht unschlagbar! Borussia Mönchengladbach besiegte den Rekordmeister nach einer tollen zweiten Hälfte mit 3:1 (0:0).

Mönchengladbach. FC Bayern unschlagbar? Fragen Sie doch mal in Borussia-Park nach! Da wissen die Fans, wie es laufen kann. Drei Gladbacher Treffer binnen 14 Minuten sorgten am Samstagnachmittag vor 54 010 begeisterten Fußballfreunden für die ersehnte Überraschung. Nach einer mitreißenden zweiten Halbzeit war der 3:1 (0:0)-Erfolg der Weißen über die Roten sogar verdient.

Borussia-Trainer André Schubert probierte es bei Bayern-Ballbesitz mit der Fünferkette: Für Offensivkicker Josip Drmic stand der erst 19-jährge Nico Elvedi auf dem Rasen. Der sah sich als Linksverteidiger fortwährender Attacken des pfeilschnellen Kingsley Coman ausgesetzt. Die Borussia brauchte eine Menge Einsatz und Fortune, um mit der Nullnummer in die Halbzeit zu kommen.

Oscar Wendt traf zum 1:0 für Gladbach

Besonders prekär brannte es zwischen der 15. und 25. Minute im Gladbacher Strafraum. Lewandowskis Schussversuch im Strafraum nach einer Kombination mit Boateng und Lahm sauste genau in die Arme von Keeper Sommer (18.). Fast eine Kopie der Situation legte Müller nur eine Minute später hin. Dann köpfte Benatia aus kurzer Distanz nach Vidal-Freistoß - noch einmal in Sommers Arme (24.).

Dann allerdings wäre das 1:0 für den Tabellenführer fällig gewesen. Sommer parierte zunächst einen Lewandowski-Versuch aus kurzer Distanz, den Abpraller knallte Coman an den rechten Pfosten (25.). Und Borussia? Befreite sich etwas vom roten Dauerdruck. Gerade über den offensiven Außenverteidiger Wendt liefen ab Minute 30 einige schöne Vorträge. Doch vor und im Strafraum der Bajuwaren agierten die Weißhemden zu kompliziert. Selbst Elvedis Vorstoß , abgeschlossen mit einem Distanzschuss, stellte Nationalkeeper Manuel Neuer nicht vor Probleme.

Das änderte sich genaz neun Minuten nach der Pause. Plötzlich war Oscar Wendt im Bayern-Strafraum freigepasst. Der Schwede zirkelte die Kugel herrlich über den vergeblich fliegenden Manuel Neuer herum ins rechte Bayern-Toreck. Die Nordkurve mutierte zur Masse aus jubelnden Enthusiasten in Schwarz-Weiß-Grün. Damit waren 14 verrückte Borussia-Minuten eingeleitet.

Eine herrliche Kombination über Nordtveit und Elvedis Kopfballvorlage versenkte Stindl in der 66. Minute zum 2:0. Zwei Minuten später, die Bayern waren zu weit aufgerückt, schlug Korb einen weiten Ball aus der eigenen Hälfte auf Johnson. Der Deutsch-Amerikaner steuerte plötzlich allein auf Keeper Neuer zu. Und lochte die Kugel präzise wie ein Billardspieler mit dem Queue unten links im Bayern-Gestänge ein: 3:0! Der Rest war Friede, Freude, Feierei im Borussia-Park. Dass Franck Ribéry sein Comeback nach monatelanger Verletzungspause für eine Viertelstunde geben durfte, war spätestens mit dem 1:3 des Franzosen zumindest ein Thema.

Die Statistik - Borussia Mönchengladbach - Bayern München 3:1 (0:0)

Borussia: Sommer - Korb, Elvedi, Christensen, Nordtveit, Wendt - Dahoud (84. Schulz), Xhaka - Johnson - Stindl (90.+1 Hazard), Raffael (88. Drmic).

Bayern: Neuer - Rafinha, Benatia, Boateng, Lahm - Vidal, Alonso (66. Rode), Martinez - Coman, Lewandowski (75. Ribéry), Müller.

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin).

Zuschauer: 54 010 (ausverkauft).

Tore: 1:0 (54.) Wendt, 2:0 (66.) Stindl, 3:0 (68.) Johnson, 3:1 (81.) Ribéry.

Gelbe Karten: Stindl - Benatia, Rafinha.