3:0-Sieg gegen den FC Zürich - Gladbach feiert Gruppensieg

David Nienhaus
Traf gegen Zürich doppelt: Mr. Europapokal Branimir Hrgota.
Traf gegen Zürich doppelt: Mr. Europapokal Branimir Hrgota.
Foto: dpa
Borussia Mönchengladbach feiert den Einzug in die K.o.-Phase der Europa League. Durch den ungefährdeten 3:0-Sieg gegen den FC Zürich schließt Gladbach die Gruppe als Erster ab.

Mönchengladbach. Im Vorwort des "Fohlen Echos" wünschte sich Borussia Mönchengladbachs Präsidiumsmitglied Hans Meyer von der Mannschaft vorzeitig ein "wunderschönes Weihnachten". Die Zeilen im Stadionmagazin waren zwei Wochen vor dem Fest natürlich an das Überwintern der Borussen im Europapokal gekoppelt. Die Ausgangslage vor der Partie klang dabei mindestens machbar für den Bundesligisten. Ein Punkt würde zum Weiterkommen reichen, ein Dreier wäre gleichbedeutend mit dem Gruppensieg. Im Spaziergang schlug Gladbach den FC Zürich 3:0 und feierte eine vorgezogene Europa-League-Bescherung.

FCZ-Trainer Urs Meier wechselte im Vergleich zum Wochenende mit einigen Verletzungssorgen gleich viermal - Statt Alain Nef, Armin Alesevic, Asmir Kajevic und Amine Chermiti begannen Ivan Kecojevic, Burim Kukeli, Francisco Rodriguez und Marco Schönbächler. Gladbach-Coach Lucien Favre nahm gegenüber der Bundesligapartie gegen Berlin drei Änderungen in seinem Team vor. Oscar Wendt, Ibrahima Traoré und Branimir Hrgota ersetzen Julian Korb, Thorgan Hazard und Max Kruse, der nach seiner Kapselverletzung wieder im Kader stand.

Gladbacher Dominanz nach anfänglichen Problemen

Die Gäste aus der Schweiz ließen die Borussia von Beginn an gewähren, überließen den Hausherren den Raum bis zur Mittellinie, um dann aggressiv anzugreifen. In den ersten 15 Minuten hatte Gladbach gegen diese kompakte Defensive Probleme, aussichtsreich vor das gegnerische Tor zu kommen. Nur vereinzelt kam die Favre-Elf über die Außen und Patrick Herrmann und Traoré zu ersten kleineren Möglichkeiten.

Nach gut einer Viertelstunde kam dann Hrgota unverhofft an den Ball und zur größten Chance in der Anfangsphase. Nico Elvedi überreichte dem Schweden mit seinem katastrophalen Fehlpass ein Gastgeschenk, das der Stürmer kläglich liegen ließ (16.). Diese Aktion war der Beginn der Gladbacher Dominanz, die sich nicht nur in Ballbesitz, sondern auch in Tormöglichkeiten - und im zweiten Durchgang dann auch in Toren - widerspiegelte. Raffael vergab die bis dahin größte Chance am Elfmeterpunkt, nachdem er sehenswert von Traoré freigespielt wurde (23.); der Nationalspieler aus Guniea vergab fünf Minuten später nach Vorlage vom Ex-Züricher Raffael.

Die Borussia näherte sich der Führung mit großen und vor allem schnellen Schritten. Schließlich waren es die schnellen Füße von Herrmann, die nach einer halben Stunde mit etwas Glück an den Ball kamen. Der eingewechselten Cedric Brunner spielte den Gladbacher an der Strafraumgrenze frei, und dieses Mal blieb das Gastgeschenk nicht ungenutzt. Die deutliche Überlegenheit auf dem Feld war nun auch durch das 1:0 auf der Anzeigetafel im Stadion gekennzeichnet. Zur Pause hätte dort allerdings auch gut und gerne 2:0 oder 3:0 stehen können; Hrgota verfehlte das Tor nur denkbar knapp (34.) und Traoré traf nur den Pfosten (38.). Vom FC Zürich war in der ersten Hälfte offensiv gar nichts zu sehen.

Traumtor von Hrgota

Nach dem Seitenwechsel wurden die Eidgenossen mutiger. Die ersten zehn Minuten im zweiten Abschnitt gehörten dem FC Zürich, der bis zum Strafraum gefällig kombinierte, aber nicht zum Abschluss kam. Anders die Borussia, die aus einer stabilen Abwehr heraus das 2:0 suchte und nach gut einer Stunde auch erzielte. Raffael setzte sich an der Torauslinie durch und in der Mitte war es Hrgota, der FC-Schlussmann David Da Costa keine Chance ließ (59.). Das 3:0 hatte sich Hrgota dann wohl beim schwedischen Weltstar Zlatan Ibrahimovic abgeguckt. Der Lupfer aus 16 Metern über Da Costa war "göttlich" schön.

Während die Schweizer auf Schadensbegrenzung aus waren, rotierte Favre mit Blick auf die kommende Aufgabe in der Liga bei Bayer Leverkusen. Kruse und Hazard kamen für Raffael und Herrmann in die Partie (66.). Die Borussia nahm den Fuß vom Gaspedal. Mit stehenden Ovationen wurde Traoré von den 44.323 Fans verabschiedet (78.), die Gladbach-Fans frohlockten Lieder über glorreiche Europapokal-Zeiten und nach 90 Minuten feierte Lucien Favre und seine Mannschaft zwei Wochen vor Weihnachten das erste kleine Weihnachtspräsent.

  • Der Live-Ticker zum Nachlesen:
Gladbach - Zürich 3:0