0:4 beim BVB trübt Gladbacher Champions-League-Vorfreude

Artur vom Stein
Enttäuscht: Gladbachs Kapitän Tony Jantschke
Enttäuscht: Gladbachs Kapitän Tony Jantschke
Foto: imago
Borussia Mönchengladbach ist mit 0:4 in Dortmund untergangen - in der Königsklasse warten ähnliche Kaliber auf die Fohlen. Ein Kommentar.

Mönchengladbach. Zur Premiere des Kinofilms „Die Elf vom Niederrhein: Auf, auf, auf in die Champions League“ erwartet Borussia Mönchengladbach am Mittwoch zahlreiche Ehrengäste - unter anderem werden die Fußballprofis über einen grünen Teppich schreiten, wozu einem, nach diesem Wochenende, vor allem der Hinweis einfällt, dass man den Termin besser ein paar Tage früher gelegt hätte. Schlechtes Timing.

Vor diesem Samstag, vor diesem desillusionierenden 0:4 bei Borussia Dortmund, war die Stimmung tatsächlich noch großartig im Klub, vielleicht sogar zu gut. Was nachvollziehbar ist nach einer Sensationssaison, nach der Verpflichtung von Wunschspielern wie Lars Stindl und Josip Drmic und dem allgemeinen Lob, das sich die Borussen völlig verdient hatten.

Sieg gegen St. Pauli kam zu schlechtem Zeitpunkt

Im Nachhinein lässt sich spekulieren, ob auch dieses Pokalspiel auf St. Pauli zum denkbar schlechten Zeitpunkt kam. Wer es schafft, kurz auf die Tube zu drücken und leicht und locker eine Partie zu drehen, sieht sich womöglich besser, als er wirklich ist. Der Auftritt in Hamburg hat jedenfalls wenig dazu beigetragen, das Gefahrenbewusstsein der Gladbacher zu schärfen.

Womit man die Leistung der Dortmunder auf keinen Fall schmälern darf. Trainer Thomas Tuchel hat seinem Team kontrollierten Tempofußball verordnet, der vielversprechender kaum geboten werden konnte. Was für Gladbach vielleicht nur auf den ersten Blick schlecht ist. Denn wenn diese Klatsche etwas war, dann ein Fingerzeig, dass die Spielzeit kein Selbstläufer wird.

Eine deftige Portion Sorge vor der Champions League

Vorerst steht Gladbach im Tabellenkeller, also dort, wo man nie mehr hin wollte. Nach einem Spieltag sagt das natürlich nichts aus. Wenn Schalke und Dortmund gut beraten sind, nicht überschwänglich zu werden, gilt für die Elf von Lucien Favre vor allem, dass Selbstzweifel unangebracht sind.

Den aktuellen Kinofilm hat sich die Borussia wirklich verdient. Allerdings dürfte sich jetzt in die Vorfreude auf die Champions League eine deftige Portion Sorge gemischt haben. International bekommt es Gladbach mit Teams vom Kaliber Dortmund zu tun. Was das bedeuten kann, hat man Samstag gesehen.