Fußball: UEFA-Boss plant irre Regeländerung: „Sonst sind wir tot!“

Ab wann ist eine Abseitsposition strafbar? UEFA-Boss Ceferin will mit einer Änderung das Regel-Chaos lichten.
Ab wann ist eine Abseitsposition strafbar? UEFA-Boss Ceferin will mit einer Änderung das Regel-Chaos lichten.
Foto: imago images / Laci Perenyi

Egal ob Handspiel oder Abseits – es vergeht kaum ein Spieltag, an dem nicht über den Videobeweis oder sonstige Regelungen im Fußball diskutiert wird. Das aktuellste Beispiel: Am vergangenen Wochenende erzielte Stuttgart-Stürmer Mario Gomez bei der 1:2-Niederlage gegen den SV Sandhausen drei Tore – alle wurden aufgrund minimaler Abseitspositionen aberkannt. Gomez rastet anschließend aus: „Das System wie es ist, ist einfach scheiße!“

Muss die Abseitsregelung im Fußball möglicherweise neu angepasst werden? In einem Interview mit dem britischen „Mirror“ erklärte der UEFA-Boss Aleksander Ceferin seine Pläne.

Fußball: UEFA-Boss will Abseitsregel anpassen

„Wenn du eine lange Nase hast, bist du heutzutage schon im Abseits“, stellt der 52-jährige Fußballfunktionär fest. Die kalibrierten Linien, mit denen die Abseitspositionen festgestellt werden, werden schließlich von den Videoschiedsrichtern selbst angelegt. Ceferin beschreibt das als „subjektive Zeichnung von objektiven Kriterien“.

Deshalb schlägt der Slowene nun eine neue Herangehensweise vor: „Unser Vorschlag wäre – wir werden das noch mit unserer Schiedsrichter-Abteilung diskutieren – eine Toleranz von zehn bis 20 Zentimetern." Erst, wenn durch eine minimale Abseitsposition auch ein unfairer Vorteil entstehe, solle der VAR eingreifen. „Es ist okay, wenn man jemanden nicht bestraft, wenn er einen Zentimeter im Abseits steht“, so Ceferin.

Leidthema Handspiel: „Wir wissen überhaupt nichts!“

Natürlich kommt Ceferin auch nicht darum herum, das leidige Thema Handspiel anzusprechen. Er erzählt von einem Treffen mit Europas Trainer-Elite (u.a. Jürgen Klopp, Pep Guardiola und Zinedine Zidane). Ein Schiedsrichter zeigte eine Handspiel-Szene und fragte die Coaches, ob die Aktion strafbar sei. Die eine Hälfte stimmte zu, die andere dagegen. „Wir wissen überhaupt nichts“, kritisiert der UEFA-Boss. „Niemand kann erklären, was Handspiel ist und was nicht.“

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Sollten Schiedsrichter danach gehen, ob Handspiele absichtlich oder unabsichtlich geschehen? Auch das stellt Ceferin in Frage: „Der Schiedsrichter ist kein Psychiater, der herausfinden kann, ob du das mit Absicht oder nicht gemacht hast!“

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UEFA-Boss Ceferin über Videobeweis: „War nie ein großer Fan“

„Die Spieler? Sie jubeln nicht. Jetzt warten sie zuerst auf den VAR“, bemängelt Ceferin gegenüber dem „Mirror“. „Ich war nie ein großer Fan davon.“

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Eine Sache kann Ceferin aber trotz seiner Bedenken nicht mehr ändern: Der Einsatz des Videoschiedsrichters bei der EM 2020 ist bereits beschlossene Sache. „Wir müssen ihn einfach benutzen, weil sich sonst alle Teams beschweren, wenn es eine Fehlentscheidung gegen sie gibt“, gesteht der UEFA-Boss. „Wenn wir sagen, wir benutzen ihn nicht mehr, sind wir tot.“

 
 

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