DFB-Frauen müssen sich nach WM-Hitzespiel abkühlen

Alexandra Popp ging beim 1:1 gegen Norwegen leer aus.
Alexandra Popp ging beim 1:1 gegen Norwegen leer aus.
Foto: imago
Nach dem 1:1 im zweiten WM-Spiel gegen Norwegen flogen die deutschen Fußballfrauen am Freitagmorgen zweieinhalb Stunden nach Winnipeg.

Ottawa.. Vielleicht hat der Weltverband Fifa in diesem speziellen Fall ja mal eine kleine, gute Tat begangen. Nun ist dem Tross der deutschen Frauen-Nationalmannschaft nämlich jenes Hotel an der St. Mary Avenue unweit der Universität von Winnipeg zugeteilt worden, das neben fast 400 modernen Zimmern auch über einen großen Innen- und Außenpool verfügt. Ungeachtet der Tatsache, dass in der 660 000-Einwohner-Stadt am Tor zur Prärie derzeit ein halbes Dutzend Teams untergebracht sind, ein nützlicher Umstand.

Denn das 1:1 (1:0) gegen Norwegen im sonnenüberfluteten Lansdowne Stadium von Ottawa war gerade Geschichte und der zweieinhalbstündige Weiterflug am Freitagmorgen noch gar nicht angetreten, da wurde bereits mitgeteilt, dass den Spielerinnen vor dem Wochenende nur eine Regenerationseinheit im Schwimmbad zugemutet werde. Um runterzukommen und abzukühlen.

„Man kann es sich gar nicht vorstellen, wie heiß es da unten wird. Der Kunstrasen hat immer zehn Grad mehr“, sagte Silvia Neid, und damit lieferte die nicht unzufriedene Bundestrainerin („Ich fand uns irgendwie besser“) die ursächliche Begründung, warum der Powerstil auf dem Plastikgras nach der Pausenführung durch Anja Mittag so abrupt abbrach. „Erste Halbzeit wusste Norwegen nicht, wo hinten und vorne ist“, stellte Torhüterin Nadine Angerer fest. „Zweite Halbzeit haben wir aus unerklärlichen Gründen einen Gang zurückgeschaltet.“ Aber auch die Kapitänin ahnte ja: „Unser Spiel ist sehr kraftraubend, und auf so einem Boden natürlich doppelt und dreifach.“ Deutschlands Fußballerin des Jahres Alexandra Popp berichtete: „Irgendwann fangen deine Füße an zu glühen.“

Bundestrainerin Neid: "Man muss mental stark bleiben"

„Man kann das auch über 90 Minuten schaffen“, insistierte Neid, „aber man muss mental stark bleiben.“ Die 51-Jährige: „Es wäre schade, wenn wir das nicht durchhalten.“

Vor diesem Hintergrund wäre der Gruppensieg als der kraftsparendere Modus vorteilhaft: Nach einem Achtelfinale am 20. Juni gegen einen Gruppendritten in Ottawa würden mögliches Viertel- und sogar Halbfinale im nur zwei Busstunden entfernten Montreal ausgetragen und die Erholungsphase länger.

Möglicher Nachteil: Mit Frankreich könnte bereits in der Runde der letzten Acht ein Topfavorit warten. Norwegen trifft jetzt am Montag in Moncton mit Norwegen auf die Elfenbeinküste, während Deutschland in Winnipeg gegen Thailand (22 Uhr MESZ) antritt.

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