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Was Wolf Werner für die Düsseldorfer Fortuna geleistet hat

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Foto: Lars Heidrich / WAZ FotoPool
Sportvorstand Wolf Werner zieht sich bei Zweitligist Fortuna Düsseldorf nun doch vorzeitig aus dem Geschäft zurück. Der bald 72-jährige Fußball-Experte überlässt seinem Nachfolger Helmut Schulte nach vier Wochen gemeinsamer Arbeit das Feld, steht aber noch bis zum Saisonende unter Vertrag.

Düsseldorf. 

Natürlich läuft Wolf Werners Vertrag noch bis zum Ende der Saison 2013/14, also bis zum 30. Juni. Gestern jedoch ging Fortunas Sportvorstand nach genau 2490 Diensttagen in den Vorruhestand. Darauf einigte sich der bald 72-jährige Fußball-Experte, der die Rothemden ab dem 11. April 2007 von der Regionalliga bis in die Bundesliga begleitet hatte, mit dem neuen Aufsichtsratschef Burchard von Arnim.

„Wer hätte bei meinem Amtsantritt auch nur im Entferntesten davon geträumt, dass der Fortuna dieser sportlich und wirtschaftlich erfolgreiche Weg gelingen würde?“ hebt Werner hervor. Sein Nachfolger Helmut Schulte sitzt in Kürze also allein im Büro der Arena. Und leitet von dort die sportlichen Geschicke des Fußball-Zweitligisten.

Der Transfer des österreichischen Spielmachers Michael Liendl vom Bundesliga-Siebten Wolfsberger AC war die einzige gemeinsame Aktion des Sportvorstandsduos. Zumindest auf dem Papier. Und Werners letzter Transfer für die Fortunen. Gerade in der am Freitag abgelaufenen Winterperiode war der ehemalige Bremer Fußball-Nachwuchschef oft für Überraschungen gut.

Wertvollster Transfer: Dürfte im Januar 2011 der Ex-Duisburger Adam Bodzek für das defensive Mittelfeld gewesen sein. Der Deutsch-Pole hatte vom Start weg einen Stammplatz sicher.

Teuerster Jahrgang: Der Winter 2013 kostete Werners Fortunen mit einem Transfer-Quintett mehr als eine Million Euro – verteilt auf die jeweilige Vertragslaufzeit der Spieler. Die Hyperaktivität verhinderte den Last-Minute-Abstieg aus dem Fußball-Oberhaus letztlich nicht.

Sparsame Winter: Waren 2009 und 2010 angesagt, als es jeweils nur einen Zugang gab. Während MSV-Leihgabe Simon Terodde nicht wirklich einschlug, wusste Torsten Oehrl im Jahr darauf einige Ausrufezeichen zu setzen.

Die Problemkinder: Der Ex-Koblenzer Kenan Sahin leistete sich diverse Zickereien, wurde vor seinem zweiten Fortuna-Winter zunächst suspendiert und dann an Ligakonkurrent Union Berlin abgegeben. Problemkind Nummer Zwei steht bei den Fortunen noch unter Vertrag. Der Norwegen-Ivorer Mathis Bolly ist seit seinem Transfer aus der Kleinstadt Lillestrøm an den Rhein mehr muskelverletzt, als dass er erfolgreich dem Ball nachjagt.

Der treueste Winter-Fortune: Spielt zwar nicht mehr im roten Dress, ist aber bei Heimspielen fast immer in der Arena. Der 36-jährige Homburger Olivier Caillas trägt Fortuna im Herzen, auch wenn er seine Karriere bei Regionalligist FC Schalke 04 ausklingen lässt.

Der Jungspund: Der Transfer von Cristian Ramirez war vor einem Jahr eine Zukunftsinvestition. Unter Cheftrainer Meier bekam der damals 18-jährige Ecuadorianer in der Bundesliga keine Chance. Im Unterhaus bekleidet der selbstbewusste Südamerikaner die linke Außenverteidigerposition.

Die Fehlstarter: Mit großen Hoffnungen waren der Finne Timo Furuholm und der Japaner Genki Omae gekommen. Nationalspieler Furuholm bekam nur wenige Chancen, sein Talent als Sturmtank zu zeigen. Vielleicht war die Bundesliga auch eine zu hohe Hausnummer für den Torjäger der Veikkausliiga-Saison 2011. Genki Omae könnte noch sein Talent unter Beweis stellen. Der Leihvertrag mit J-League-Team Shimizu S-Pulse läuft am 31. Mai aus.

Der beste Jahrgang: Mit den Transfers im Winter 2011 leitete Wolf Werner den Angriff auf die Bundesliga ein. Für das defensive Mittelfeld kam Adam Bodzek, für die Offensive der Däne Ken Ilsø. Der aktuelle Kicker des VfL Bochum feierte einst beim 6:0 über den FSV Frankfurt mit drei Toren einen überragenden Heimspieleinstand.

Der prominenteste Abgang: Ist bei Werners Wintertransfers Robert Palikuca. Mittlerweile Mitarbeiter im Organisationsstab des Klubs, ging der Abwehrrecke im Januar 2010 in die zweite Mannschaft. Der 35-jährige Kroate kickt bei Oberligist TuS Bösinghoven – meist offensiv.

Der Königswechsel: Dürfte eindeutig kein Spieler, sondern ein Chefcoach sein. Ende Dezember 2007 holte Werner nach vier Regionalliga-Partien, in denen er selbst auf der Bank saß, den späteren Aufstiegstrainer Norbert Meier.

SO SIEHT WERNER WINTER-TRANSFERBILANZ BEI FORTUNA AUS:

Januar 2014/2. Bundesliga; Zugang: Michael Liendl (Wolfsberger AC/Österreich); Abgang: Gerrit Wegkamp (MSV Duisburg/Ausleihe), Marcel Hofrath (Chemnitzer FC).

Januar 2013/Bundesliga; Zugänge: Cristian Ramirez (Independiente Jose Teran/Ecuador), Mathis Bolly (Lillestrøm SK/Norwegen), Martin Latka (Slavia Prag/Tschechien), Robert Tesche (Hamburger SV/Leihgabe), Genki Omae (Shimizu S-Pulse/Japan); Abgänge: Timo Furuholm (Hallescher FC/Leihgabe), Jeron Hazaimeh (Chemnitzer FC/Leihgabe), André Fomitschow (Energie Cottbus/Leihgabe), Mazin Ahmed Al-Huthayfi (Al Ittihad Jeddah/Saudi-Arabien), Du-Ri Cha (vereinslos/Südkorea).

Januar 2012/2. Bundesliga; Zugänge: Timo Furuholm (FC Inter Turku/Finnland), Adam Matuschyk (1. FC Köln/Leihgabe); Abgänge: Karim Aouadhi (Esperance Tunis/Tunesien), Marco Königs (Preußen Münster), Adriano Grimaldi (SV Sandhausen/Leihgabe).

Januar 2011/2. Bundesliga; Zugänge: Adam Bodzek (MSV Duisburg), Ken Ilsø (FC Midtjylland Herning/Dänemark, Leihgabe), Abgänge: Thiago Rockenbach da Silva (RB Leipzig), Wellington (TSG 1899 Hoffenheim, später nach Brasilien verliehen).

Januar 2010/2. Bundesliga; Zugang: Torsten Oehrl (SV Werder Bremen/Leihgabe); Abgang: Robert Palikuca (Fortuna II).

Januar 2009/3. Liga; Zugang: Simon Terodde (MSV Duisburg, Leihgabe), Abgänge: Kenan Sahin (1. FC Union Berlin), Henri Heeren (Fortuna II).

Januar 2008/Regionalliga Nord; Zugänge: Olivier Caillas (SV Wehen Wiesbaden), Kenan Sahin (TuS Koblenz); Abgänge: Tomislav Zivic (Türkiyemspor Berlin), Erdal Eraslan (1. FC Kleve).