Julian Schauerte soll Fortunas rechte Abwehrseite verbessern

Julian Schauerte ist sowohl auf der rechten Außenseite einsetzbar als auch im rechten Mittelfeld.
Julian Schauerte ist sowohl auf der rechten Außenseite einsetzbar als auch im rechten Mittelfeld.
Foto: Christof Wolff
Im Herzen ist Fortunas neuer Rechtsverteidiger Julian Schauerte aus dem Örtchen Grafschaft zwar Sauerländer geblieben. Die fußballerische Wanderschaft hat aber die sprachliche Wurzel gezogen. Zuletzt war er Leistungsträger des SV Sandhausen.

Düsseldorf.. Das ans Satzende gestellte, um kürzeste Zustimmung bittende und für einen Sauerländer so typische „woll“ kommt Julian Schauerte nicht über die Lippen. Die verneinde Form „wonich“ schafft es ebenso wenig über seine Zunge. Im Herzen ist Fortunas neuer Rechtsverteidiger aus dem Örtchen Grafschaft zwar Sauerländer geblieben. Doch die fußballerische Wanderschaft ab dem Alter von nur 13 Jahren hat die sprachliche Wurzel gezogen. „Ich sage eher ,servus’, weil ich ja fünf Jahre in Sandhausen in der Kurpfalz-Region gespielt habe“, gibt der ehemalige U-16-Nationalspieler zu. Die Verwandtschaft aus dem Arnsberger Land wird die Hände über den Köpfen zusammenschlagen.

Nur einen Konkurrenten

Als Klein-Julian im wilden Alter von 13 Lenzen mehrmals pro Woche 90 Autominuten nach Leverkusen zu Bayer 04 pendelte, träumte er davon, sein Konterfei auf einem Panini-Bild in der 30-Cent-Tütchen zu finden. In der vergangenen Saison war er tatsächlich auf dem Sammelobjekt der Fußball-Begierde vertreten. Als Leistungsträger des SV Sandhausen.

Nicht erst dort ist Fortunas Sportvorstand Helmut Schulte auf den Blondschopf mit der leichten Kräuseltolle aufmerksam geworden. Schauerte soll Fortunas rechte Abwehrseite mit Offensivdruck und spielerischen Qualitäten verbessern. Mit Christian Weber gibt es „nur“ einen echten Konkurrenten. Beide könnten sogar ein Gespann bilden, sollte sich Cheftrainer Oliver Reck für Schauerte im rechten Mittelfeld entscheiden. Wie beim 1:0 gegen Dukla Prag im Test in Bischofshofen schon erfolgreich bewiesen.

Positionskämpfe ist der Neuzugang gewohnt. „In Leverkusen waren schon in der Jugend siebzehn, achtzehn Spieler auf einem ähnlichen Niveau. Da weiß man schnell, war eine Ellbogengesellschaft ist.“ Nach drei Jahren zog Schauerte mit 16 fest in die Farbenstadt. Wohnten mit zwei anderen Jugendkickern bei einer Gastfamilie. Machte nebenher eine Ausbildung zum Bürokaufmann. Für alle Fälle.

Die Bundesliga blieb das Ziel. Was rund ums Bayer-Kreuz aber nicht machbar schien. Trotzdem lässt Schauerte auf seine achteinhalb Jahre in Leverkusen nichts kommen: „Alles war superdurchorganisiert. Bayer 04 hat mich nach vorn gebracht.“

Schauerte zieht mit seiner Wohnung nach Derendorf

Schauerte wechselte im Sommer 2009 zum SV Sandhausen. Ins Hoffenheimer Gebiet zwischen Mannheim und Heidelberg. Setzte sich beim Drittligisten durch, feierte den Zweitliga-Aufstieg. Und kehrt nach fünf Jahren in den Fußball-Westen nun zurück. SVS-Torjäger Ranisav Jovanovic dürfte nur gute Dinge über Düsseldorf berichtet haben.

„Die Nähe zu meinem Elternhaus spielte eher eine geringe Rolle. Die sportliche Perspektive stand für mich im Vordergrund“, versichert Schauerte. Zumal die Familie in Sandhausen eh bei fast jedem Heimspiel im kleinen Stadion zugeschaut hat.

Aus dem beschaulichen Nussloch geht es nun, mit Freundin Svenja aus Grafschaft, ins städtische Düsseldorfer Treiben. Beide haben in Derendorf zügig eine Wohnung gefunden. Nicht weit vom alten DEG-Eisstadion an der Brehmstraße entfernt.

Das Vorhaben bei der Fortuna liegt auf der Hand: „Wir wollen als Team das höchstmögliche Ziel erreichen. Fortuna ist ein Verein, der oben mitspielen muss.“ Um dies zu betonen, braucht es nicht einmal das Sauerländer „Woll“ am Satzende. Schauerte will am 1. August ab 20.30 Uhr gegen Erstliga-Absteiger Eintracht Braunschweig eigene Ausrufezeichen setzen. Auf dem Rasen. Nicht mit der Zunge.

 
 

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