Fortunas Bomheuer bekommt Chance auf Eigenwerbung gegen Aue

Die meisten Spielminuten der Fortuna durfte Dustin Bomheuer nur von der Bank aus verfolgen.
Die meisten Spielminuten der Fortuna durfte Dustin Bomheuer nur von der Bank aus verfolgen.
Foto: imago
Gegen den FC Erzgebirge Aue könnte am Freitag der Edelreservist Dustin Bomheuer in die Fortuna-Startelf für die gesperrten Soares und Tah rücken.

Düsseldorf.. Auf diese Chance hat Fortunas Verteidiger Dustin Bomheuer lange, sehr lange warten müssen. Nun könnte es am Freitagabend um 18.30 Uhr gegen den FC Erzgebirge Aue soweit sein. Nach fünf Pflichtspielen in der 2. Fußball-Bundesliga ohne Startelfberufung könnte der gebürtige Recklinghausener erstmals seit Ende November vergangenen Jahres wieder in die Anfangsformation der Flingerner zurückbeordert werden.

„Die Chancen dafür stehen vielleicht ganz gut“, hielt sich Bomheuer nach dem gestrigen Vormittagstraining noch etwas zurück.

Fader Beigeschmack

Allerdings hätte seine Nominierung einen faden Beigeschmack. Denn seine Rückkehr hätte sich der 23-Jährige nicht über starke Trainingseindrücke erkämpft. Sondern würde lediglich eine Folge davon sein, dass zwei Stammkräfte in der für Fortuna neu formierten Dreierabwehrkette gegen Erzgebirge Aue zum Zuschauen verdammt sind. Beim 1:1 gegen den Karlsruher SC sah Jonathan Tah die Ampelkarte und Bruno Soares zum fünften Mal in der laufenden Saison Gelb.

„Weil beide gesperrt sind, erhöht das natürlich die Wahrscheinlichkeit, dass ich spielen könnte“, denkt Bomheuer. Sein Einsatz von Beginn an würde wohl so etwas wie einer letzten Chance gleichkommen. Und das gleich im doppelten Sinne. Einerseits bekäme er die Gelegenheit, sich für eine Ausweitung seines zum Saisonende auslaufenden Kontrakts auszuzeichnen. Andererseits würde er mit einer guten Leistung gleichzeitig für potenzielle neue Arbeitgeber vorspielen, sollte es zu keiner Vertragsverlängerung bei Fortuna kommen.

Boheumer chancenlos?

Allein diese beiden Umstände beweisen, wie wichtig die Aue-Partie für ihn sein könnte. Wer weiß außerdem, wie schnell sich solch eine Gelegenheit für Bomheuer erneut bietet? Es ist ein offenes Geheimnis, dass Cheftrainer Oliver Reck trotz Lippenbekenntnisse, wie „jeder Spieler ist wichtig“, seit seiner Amtsübernahme bei Fortuna eher auf Kapitän Adam Bodzek sowie Tah und/oder Soraes in der Abwehr setzt.

Von den bislang 30 Zweitliga-Partien als Chef- oder Interimstrainer setzte Reck nur fünfmal auf Bomheuer als Starter. Ist Verteidiger Bomheuer bei der Fortuna chancenlos?

Auch gegen den FC Erzgebirge Aue bleiben (Rest-)Zweifel, ob der Rechtsfuß von Beginn an ran darf. Sein Einsatz ist keinesfalls sicher. Zunächst einmal kann aber davon ausgegangen werden, dass Coach Reck sein System wieder zurück zum Viererabwehrverbund umstellt. Denkbar wären dabei aber mindestens zwei Varianten ohne Bomheuer. Beispielsweise könnte Defensivspezialist Oliver Fink an der Seite von Bodzek auflaufen. Jedoch würde dann das defensive Mittelfeld im Vergleich zur KSC-Partie komplett neu besetzt werden. Andreas „Lumpi“ Lambertz und möglicherweise Sérgio da Silva Pinto stünden gegen Aue bereit.

Wurf ins alte Wasser

Unwahrscheinlich aber theoretisch möglich wäre auch, mit dem in der Regionalliga überzeugenden Robin Urban einen U-23-Spieler ins berühmte „kalte Wasser“ 2. Liga zu werfen. „Ich bin bereit“, betont das Talent selbstbewusst. Immerhin läuft auch der Vertrag des 20-Jährigen bei Fortuna im Sommer aus. Realistischer als sein Zweitliga-Starter-Debüt wäre jedoch ein Platz auf der Reservebank – immerhin.

Mit diesen würde sich Bomheuer verständlicherweise nicht (mehr) zufrieden geben, da „ich ein Fußballer bin. Und als solcher will ich eigentlich immer spielen!“ Vor allem, wenn es um seine Zukunft geht.

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