Fortuna-Profi Bellinghausen platzt nach Pfeifkonzert der Kragen

Wütend auf die Fortuna-Fans: Axel Bellinghausen.
Wütend auf die Fortuna-Fans: Axel Bellinghausen.
Foto: imago
Nach dem 0:2 in Aalen hat Fortuna Düsseldorf mit dem 1:3 gegen Sandhausen die nächste Pleite kassiert. Die Pfiffe machten Axel Bellinghausen wütend.

Düsseldorf. Axel Bellinghausen platzte gestern Abend in den Arena-Katakomben der Kragen. Nicht nur, weil Fortunas Routinier mit dem Fußball-Zweitligisten eine Woche nach der Schmach bei Kellerkind Aalen (0:2) erneut eine unterirdische Leistung auf den Platz brachte. Die Pfiffe nach der 1:3 (1:1)-Pleite gegen Sandhausen, mit der sich die Fortuna mitten hinein in eine sportliche Krise manövrierte, machten „Bello“ wütend. „Die Leute die da oben stehen, pfeifen gegen die eigenen Leute. Daraus werde ich meine Lehren ziehen“, schimpfte Bellinghausen. Weitaus mehr Verständnis für die Reaktion der Fans brachte Fortunas Cheftrainer Oliver Reck auf: „Wenn man so eine Leistung abliefert, müssen die Fans pfeifen!“

Halloran für Bomheuer

Der 49-Jährige gab seiner zuletzt in Aalen rundum enttäuschenden Elf eine zweite Chance und nahm nur eine Änderung vor. Linksverteidiger Dustin Bomheuer musste für Ben Halloran in der Startelf weichen, der mit Michael Liendl auf den Flügeln rochierte. Der seit der Weltmeisterschaft nach seiner Form suchende Australier sorgte sogleich für den einzigen Höhepunkt einer enttäuschenden Partie der Düsseldorfer.

Nach feiner Vorarbeit von Joel Pohjanpalo lupfte Halloran die Vorlage volley über Sandhausens Schlussmann Manuel Riemann in die lange linke Ecke, wo der Ball vom Innenpfosten aus zum 1:1-Ausgleich (23.) im Tor landete.

Zuvor zitterte und stolperte sich die Fortuna auf der Suche nach der Normalform über den Arena-Acker. Die anvisierte Wiedergutmachung für die Aalen-Schlappe geriet bereits nach dreieinhalb Minuten in weite Ferne, als die Gäste mit ihrem ersten Angriff eiskalt zuschlugen. Ausgerechnet nach einem Fehlpass von Ex-Sandhausener Julian Schauerte setzte sich Aziz Bouhaddouz im Strafraum durch und ließ Torhüter Lars Unnerstall mit einem Schuss in die lange Ecke keine Chance.

Bis zu Hallorans Ausgleichstreffer mühte sich die sichtlich verunsicherte Fortuna, den Rückstand zu verdauen. Fand aber kein passendes Mittel und konnte froh sein, nach zehn Minuten nicht noch weitaus höher in Rückstand zu liegen. Unnerstall lenkte nach einem der zahlreichen gefährlichen Eckbälle der Gäste Stieflers Kopfball über die Latte. Kurz darauf stand Andrew Wooten nach einer Rechtsflanke völlig blank im Strafraum, kam aus kürzester Distanz aber nicht mehr an den Ball.

Brych pfiff Fortuna-Konter zurück

So hätte die Fortuna ihrerseits auch mit einer Führung in die Halbzeitpause gehen können, doch Schiedsrichter Felix Brych pfiff den Düsseldorfern mitten in einen Konter, bei dem Ben Halloran über links durchgestartet war, anstatt auf Vorteil zu entscheiden.

Nach dem Seitenwechsel suchte die Fortuna weiterhin nach Zugriff auf die Partie, stand sich dabei aber erneut mit zahlreichen Fehlpässen und fehlender spielerischer Qualität selbst im Weg. Immer wieder wurde Charlison Benschop mit langen Bällen gesucht. Was schlichtweg nicht ausreichte, um die Gäste auch nur im Ansatz in Verlegenheit zu bringen.

Nach 66 Spielminuten und einer erneut gefährlich getretenen Ecke der Gäste konnte Schauerte noch auf der Torlinie retten, ehe Seyi Olajengbesi beim Nachschuss leichtes Spiel hatte und die Gäste erneut führten.

Fortunas Antwort in Person des eingewechselten Rückkehrers Sergio da Silva Pinto (67.), der erstmals nach seinem Kieferbruch gegen Ingolstadt wieder auflief, zündete nur kurz.

Doppelpack von Bouhaddouz

Der ebenfalls eingewechselte Nicky Adler überlief Fortuna-Kapitän Adam Bodzek und legte in die Strafraummitte zu Aziz Bouhaddouz ab, der nur noch zum 3:1 der Gäste einschieben musste.

Während ein Teil der 27.274 Zuschauer genug gesehen und die Arena vorzeitig verlassen hatte, quittierte der Rest die zweite Pleite in Serie zum Schlusspfiff mit einem Pfeifkonzert. Was Bellinghausen die Zornesröte ins Gesicht trieb.

 
 

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