Fortuna Düsseldorf und der Spaßfaktor

Düsseldorfer Spaßfußball: Die Fortuna feiert in Duisburg ausgelassen die Herbstmeisterschaft. Foto: Getty
Düsseldorfer Spaßfußball: Die Fortuna feiert in Duisburg ausgelassen die Herbstmeisterschaft. Foto: Getty
Foto: Bongarts/Getty Images
Trotz des schier unglaublichen Höhenfluges läuft Fortuna Düsseldorf nicht Gefahr abzuheben. Weniger, weil der Vorsprung auf die Nicht-Aufstiegsränge vergleichsweise gering ist, sondern vor allem, weil der Klub nach turbulenten Zeiten durch Bodenhaftung und Seriosität beeindruckt. Ein Kommentar.

Essen. Das Zwischenzeugnis ist atemberaubend. Um zu ermessen, was für ein Pfund der Zweitliga-Rekord von 41 Punkten ist, den Fortuna Düsseldorf in der Hinrunde aufgestellt hat, sind Vergleiche hilfreich. Dem am Montag souverän bezwungenen Rivalen MSV Duisburg reichten vor sechs Jahren (unter dem heutigen Fortuna-Trainer Norbert Meier!) am Saisonende 62 Punkte zum Aufstieg in die Bundesliga – eine Zahl, die diesmal wohl kaum reichen wird.

Womit wir beim zweiten, für die Düsseldorfer weniger erfreulichen Aspekt der bisher so sensationell verlaufenen Saison sind: Ganze fünf Zähler trennen den ungeschlagenen Spitzenreiter vom Tabellenvierten (St. Pauli). In den vergangenen vier Spielzeiten hätte die Fortuna-Bilanz einen Vorsprung von 10 bis 13 Punkten bedeutet. Die Enge an der Spitze hat aber auch positive Nebenwirkungen: Sie hält die Konzentration hoch und mindert das Risiko, leichtsinnig zu werden.

Präsident Frymuth wehrt Fragen zu Aufstiegsambitionen ab

Die Gefahr, angesichts des Höhenfluges abzuheben, wäre auch bei einem komfortablen Vorsprung für die Fortuna eher gering gewesen. Ist doch ein wesentliches Erfolgsgeheimnis des lange Zeit zur Selbstüberschätzung neigenden Klubs die Besinnung auf Bodenhaftung und Seriosität. Unvermeidliche Fragen zu den Aufstiegsambitionen wehrt Präsident Peter Frymuth denn auch selbstbewusst lächelnd mit dem Hinweis ab, man habe derzeit „einfach bloß riesigen Spaß beim Blick auf die Tabelle“.

Eine Folge des Spaßes an der Arbeit, den die Mannschaft vermittelt. Bekanntlich nicht die schlechteste Voraussetzung für Erfolg. Nährt sie doch auch die Hoffnung, dass Rückschläge, die irgendwann kommen, nicht zu ernst genommen werden, um das Happy End für die Fortuna zu gefährden.

 
 

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