Fortuna Düsseldorf muss ins „Haus vom Veh“ nach Frankfurt

Hat bisweilen ein bissiges Temperament: Frankfurts Cheftrainer Armin Veh.
Hat bisweilen ein bissiges Temperament: Frankfurts Cheftrainer Armin Veh.
Foto: Bongarts/Getty Images
Mit Eintracht Frankfurts Cheftrainer Armin Veh hat die Fortuna schon einige Sträuße ausgefochten. Andreas Lambertz konnte am Mittwoch leicht verletzt nicht mittrainieren. Ob der Einsatz am Samstag in Frankfurt gefährdet ist, war am Mittwoch noch unklar.

Düsseldorf.. Doch, auch am Mittwoch ging es mitunter aggressiv auf dem Trainingsrasen an der Arena zu. Wie es sich für Fußballprofis gehört. Innenverteidiger Bruno Soares beispielsweise schickte Linksfuß Axel Bellinghausen unsanft in den Rindenmulch, der den Rasen aus alter Zeit der Lena-Arena immer noch an einer Seite abschließt. Nein, diesmal wurde nicht geprügelt. Und ja, Fortunas Cheftrainer Norbert Meier machte wort- und gestenreich den aufmunternden Pädagogen. Ließ beim Paarspielfußball auf ganz engem Raum die Kampfhähne Nando Rafael und Adam Bodzek Hand in Hand auf die Kugeljagd gehen. Ob sich die Ohrfeigen- und Kopfnussverteiler des Vortages wieder lieb haben?

Wichtig wird sein, dass die Fortunen die nötige Aggressivität auch ins Match bei Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr, Mörfelder Landstraße, live in unserem Ticker) tragen. Schließlich geht es ins „Haus vom Veh“. Die Liebelei zwischen dem Cheftrainer des Mitaufsteigers und der Fortuna ist, zumindest für Außenstehende, eine sehr unterhaltsame . . .

Meier musste lange warten

15. August 2011: Beim 1:1 im Montagabendmatch stellte die im Dortmunder Gelb-Schwarz gedresste Fortuna schon im vierten Saisonspiel unter Beweis, dass Bundesliga-Aufstiegsträume nicht abwegig sind. Rund um Maximilian Beisters linker Ausgleichsklebe neun Minuten nach der Pause gesellten sich zwei elfmeterreife Foulspiele gegen Fortuna, die Referee Robert Hartmann aus Krugzell ungestraft durchgehen ließ. Die Gäste wurden am Ende für das Remis beim Liga-Krösus gefeiert. Dafür ließ Armin Veh seinen Kollegen Meier in der Pressekonferenz zehn Minuten warten. Weil er nach der Punkteteilung sichtlich angefressen war.

13. Februar 2012: Ja, bis zum Rückspiel hatte sich der Eindruck verfestigt, dass die Fortuna nicht zu den Lieblingsvereinen von Coach Veh gehört. Der hatte sich vor allem an den angeblichen Schauspieleinlagen von Antreiber Sascha Rösler festgebissen. Von „Fallsucht des Spielers R.“ und von „Methode Düsseldorf“ (sowie wahlweise aus Fortuna-Sicht von „Methode Frankfurt“) war die Rede.

Jens Langenkes umstrittener Foulelfmeter zum 1:1 in der Nachspielzeit des Montagsthrillers sorgte für Tumulte. Sascha Rösler kitzelte Coach Veh mit provozierendem Jubel vor der Frankfurter Bank. Revanchierte sich vor 41 213 Augenzeugen gestenreich für „Rotzlöffel“ und „Schande für den Fußball“, wie Veh den ehemaligen Mönchengladbacher im Vorfeld betitelt hatte.

Referee Felix Brych aus München schickte die Streithähne auf die Tribüne. Beziehungsweise, im Fall Rösler, per Platzverweis unter die Brause. Die Manager, Wolf Werner und Bruno Hübner, hatten sich im Rahmen einer kleinen Rudelbildung an der Eintracht-Bank im übrigen auch noch (verbal) in der Wolle.

30. November 2012: Eigentlich war ja Sascha Rösler längst beim klammen Drittligisten Alemannia Aachen gelandet. Und dennoch spielte der Blondschopf vor dem dritten Treffen Fortuna versus Veh eine tragende Rolle. Einige Fortuna-Fans drehten im Vorfeld des Bundesliga-Aufsteiger-Vergleichs ein Musikvideo – mit Rösler. Peter Fox’ „Haus am See“ wurde humorvoll-witzig, aber nicht böse umgetextet. In „Haus vom Veh“. Während die Fans eine Pappmaske von Sascha Rösler aufsetzten, zog der echte Fortune a. D. am Ende des mehr als 40 000-mal im Internetportal „youtube“ geklickten Videos die Maskerade vom Gesicht. Ein genialer Plot.

Das ließ selbst den oft so verkniffen dreinblickenden Armin Veh nicht kalt: „Ich fand’s eigentlich ganz lustig und gut.“ Die 90 Fußballminuten in der Arena hatte der Eintracht-Coach damit sicher nicht gemeint. Mit dem 4:0 nach Treffern von Reisinger, Fink, Rafael und Bellinghausen lieferte Fortuna eine der besten Saisonleistungen ab.

FORTUNA INTERN - Lambertz und Balogun mussten am Mittwoch passen

TRAINING I: Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz und Außenverteidiger Leon Balogun mussten am Mittwoch in beiden Trainingseinheiten passen. Das Duo klagte gleichermaßen über muskuläre Probleme im Oberschenkel. Ob der Einsatz am Samstag beim Auswärtsspiel in Frankfurt gefährdet ist, war gestern noch unklar.

TRAINING II: Nachwuchsangreifer Gerrit Wegkamp trainierte Mittwochvormittag nur eingeschränkt mit. Der Rotschopf, im Sommer von Drittligist VfL Osnabrück verpflichtet, hatte sich im Regionalliga-Spiel von Fortuna II beim 0:1 gegen den VfB Hüls einen schmerzhaften Bluterguss im Gesäßmuskel zugezogen.

TRAINING III: Die Nachmittagseinheit am Donnerstag der Fortuna-Profis in der Arena steigt ab 15 Uhr unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

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