Fortuna Düsseldorf holt Punkt in hitzigem Duell bei RB Leipzig

Leipzigs Timo Werner setzt sich gegen Düsseldorfs Andre Hoffmann durch.
Leipzigs Timo Werner setzt sich gegen Düsseldorfs Andre Hoffmann durch.
Foto: dpa

Leipzig. Ja, sie hätten gewinnen können. Ja, sie hätten verlieren können. Doch am Ende hat Fortuna Düsseldorf durch ein 1:1 (0:0) bei RB Leipzig den ersten Punkt in der laufenden Bundesliga-Saison geholt. Die Tore erzielten Matthias Zimmermann für Düsseldorf (47.) und Jean-Kévin Augustin für Leipzig (68.). Es war ein packendes, ein hitziges Duell, in dem die Fortuna phasenweise begeisterte, aber auch Glück hatte – in jedem Fall aber bewies, dass sie in der ersten Liga mithalten kann.

Trainer Friedhelm Funkel veränderte seine Startelf auf zwei Positionen gegenüber der 1:2-Niederlage im ersten Spiel gegen den FC Augsburg. Die Neuzugänge Marcin Kaminski und Marvin Ducksch liefen anstelle von Benito Raman und Kevin Stöger auf.

Düsseldorf versteckt sich nicht

Und der Aufsteiger, eigentlich klarer Außenseiter beim Europa-League-Teilnehmer aus Leipzig, begann überraschend forsch, versteckte sich nicht, attackierte die RB-Profis schon in der eigenen Hälfte. So entwickelte sich in der ersten Halbzeit eine offene Partie, in der Leipzig hätte treffen können, in der Düsseldorf hätte treffen können.

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Etwa dann, wenn Ducksch seine Chance genutzt hätte, als eine scharfe Flanke von Rouwen Hennings bei dem gebürtigen Dortmunder landete (6.). Oder dann, wenn Niko Gießelmann genauer gezielt hätte (36.).

Und Leipzig? Die wurden nach und nach stärker, die Pässe wurden genauer, die Angriffe kreativer. Emil Forsberg beförderte den Ball mit der Hacke zu Timo Werner, der knapp vorbeischoss (39.). Jean-Kévin Augustin erzielte ein Abseitstor (41.). Außerdem traf Kaan Ayhan in der 31. Minute im Strafraum nicht das runde Leder, sondern die Füße von Augustin. Ayhan hätte sich über einen Elfmeterpfiff wohl nicht beschweren dürfen.

Zimmermann erzielt Fortuna-Führung

In der zweiten Halbzeit fielen dann die Treffer. Zunächst für Düsseldorf. Das Tor war eine Gemeinschaftsproduktion. Rouwen Hennings steckte auf Marvin Ducksch durch, der flankte flach auf Niko Gießelmann, der spielte zu Matthias Zimmermann. Und Zimmermann beförderte den Ball mit etwas Glück ins gegnerische Tor, um sich dann vor Freude auf den Rasen zu schmeißen. 1:0. Wer hätte das gedacht?

Für Zimmermann, Neuzugang vom VfB Stuttgart, war es in jedem Fall ein lang ersehnter Glücksmoment. Vor etwa einem Jahr, als er noch das Stuttgart-Trikot trug, riss sein Kreuzband. Er verlor seinen Stammplatz, hatte Mühe wieder auf die Beine zu kommen, wechselte auch deswegen ablösefrei zur Fortuna, wo er nun seine Klasse unter Beweis stellt.

Die Leipziger versuchten es im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit mit wütenden Angriffen, erhöhten nach und nach den Druck. Auch deswegen erzielte Düsseldorfs André Hoffmann fast ein Eigentor. Doch irgendwie fehlte es RB unter Trainer Ralf Rangnick noch an Präzision, an Tempo. Bis in der 68. Minute Augustin nach einer Flanke plötzlich alleine vor Michael Rensing auftauchte – und traf. 1:1. Jetzt machten sich auch die Leipziger Anhänger bemerkbar. Jetzt wurden auch die RB-Angriffe gefährlicher.

Werner vergibt Chance

Rensing verhinderte im Duell mit Forsberg den Rückstand (70.). Timo Werner schoss vorbei (78.). Matheus Cunha versuchte es per Fallrückzieher (79.). Auf der Gegenseite streichelte ein Ducksch-Schuss die Latte (85.). Aber ein Tor wollte nicht mehr fallen.

Die Fans aus der NRW-Landeshauptstadt feierten jedenfalls das Unentschieden. Also die, die da waren. Viele Düsseldorfer waren nicht nach Leipzig gereist. Der Grund: ein Boykott der Ultras als Protest gegen das Modell RB Leipzig. Doch die 1000, die mitgereist waren, machten lautstark auf sich aufmerksam.

 
 

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