Das Warten auf den Sturm - Flaute in der Fortuna-Offensive

Fortuna ist angewiesen auf die Torgefährlichkeit ihrer beiden Stürmer. Aber sowohl Charlison Benschop (links)  als auch Joel Pohjanpalo treffen zurzeit nicht.
Fortuna ist angewiesen auf die Torgefährlichkeit ihrer beiden Stürmer. Aber sowohl Charlison Benschop (links) als auch Joel Pohjanpalo treffen zurzeit nicht.
Foto: dpa
Im Fortuna-Angriff ist seit längerer Zeit Ruhe eingekehrt. Das torgefährliche Duo um Charlison Benschop und Joel Pohjanpalo sucht derzeit nach seiner Topform. Die aktuelle Flaute könnte jedoch die Chance für Erwin Hoffer sein.

Düsseldorf.. Wie in einem Horrorfilm könnten sich die Trainingskiebitze während der Übungseinheit von Fortuna Düsseldorf am Mittwochvormittag gefühlt haben. Denn die unnatürliche Position des linken Mittelfingers von Stürmer Joel Pohjanpalo konnte einem schon den Atem rauben. Aber was war passiert? Bei einem Zweikampf des Leihspielers vom Fußball-Bundesligist Bayer 04 Leverkusen verhakte sich seine Hand im Dress von Christian Weber. Dabei renkte sich der Finne den Finger so aus, dass dieser quasi verdreht von den übrigen abstand.

Doch während sich die ersten Kollegen angewidert vom Anblick abwendeten, stand der 20-Jährige seelenruhig da und ließ sich behandeln. Pohjanpalo ist offenbar völlig schmerzfrei und ihn bringt scheinbar nichts aus der Ruhe. Nachdem sich der in Helsinki geborene Finne für etwa fünf Minuten in die Kabine verzogen hatte und die ersten schon auf den Krankenwagen warteten, kehrte der Angreifer nach fünf Minuten wieder auf den Rasen zurück – als wäre nichts gewesen.

„Dann tat es ziemlich weh“

„Die Schmerzen waren am Anfang nicht so groß“, verriet Pohjanpalo hinterher mit einem verschmitzten Lächeln. „Das Einrenken tat dann zwar doch ziemlich weh, aber es ist alles nicht so schlimm.“ Den in braunes Tape gehüllten Finger konnte der Beidfuß wenig später auch schon wieder problemlos bewegen. Somit sind alle mehr oder minder mit dem Schrecken davon gekommen.

Gruselig bleibt dagegen der Rückblick auf den Flingerner Start in die zweite Saisonhälfte im Fußball-Unterhaus. Denn mit dem Remis gegen den Aufstiegskandidaten Karlsruher SC und der Niederlage zuletzt gegen den (formstarken) Abstiegsaspiranten FC Erzgebirge Aue kann niemand zufrieden sein.

Allen voran die zuvor bereits diskutierte Abhängigkeit des Fortuna-Erfolgs vom Sturm-Duo Charlison Benschop und Pohjanpalo wurde bestätigt. Bereits Kulttrainer Peter Neururer warnte kurz vor dem diesjährigen Zweitliga-Auftakt vor diesem Problem, während ihm Ex-Fortuna-Coach Lorenz-Günther Köstner im Gespräch mit dieser Redaktion noch widersprach. Anhand der zurückliegenden Ergebnisse scheint Ersterer Recht zu behalten.

Statistik untermauert Bedeutung des Angriffs-Duos

Auch ein Blick auf die Statistik beweist, wie sehr Fortuna auf den Torhunger des Angriff-Duos angewiesen ist. Mit 18 Treffern erzielten beide mehr als die Hälfte der 32 bisher erzielten Tore. Sobald auch nur einer in dieser Saison einnetzte, verlor Fortuna nicht. Doch damit nicht genug: In zwölf Zweitliga-Partien trafen weder Pohjanpalo noch Benschop. Prompt holte Fortuna nur 15 von möglichen 36 Punkten.

Ausgerechnet jetzt durchleben gleich beide eine Durststrecke. Benschop wartet seit nunmehr 323 Minuten, Pohjanpalo sogar seit 464 Minuten auf einen Treffer. Um seinen Torriecher wieder zu finden, braucht man glücklicherweise eher den Fuß oder Kopf und weniger Finger(spitzen)gefühl. Pohjanpalo wird es freuen.

Die aktuelle Flaute des Duos könnte jedoch auch die Chance für Erwin Hoffer sein. „Ich bin bereit“, betont der 27-Jährige. Allerdings liegt sein letztes Pflichtspieltor noch länger zurück. Zuletzt netzte der Österreicher Mitte September vergangenen Jahres ein. Aber – und das sollte ein Mutmacher sein – erzielte der gebürtige Badener diesen Treffer gegen den FC Nürnberg und damit gegen den kommenden Flingerner Gegner. Sollte Hoffer ausgerechnet gegen die Mittelfranken treffen, „würde das ja sehr gut passen“, meint der Stürmer. Ein Tor wäre sicher auch ein gutes Argument für eine Ausweitung seines am Saisonende auslaufenden Vertrages.

EURE FAVORITEN