„Alte Liebe“ Fortuna könnte für Preetz zum Stolperstein werden

Der junge Michael Preetz bejubelt im Jahre 1986 einen Treffer für Fortuna Düsseldorf.
Der junge Michael Preetz bejubelt im Jahre 1986 einen Treffer für Fortuna Düsseldorf.
Foto: imago
Die Relegationsspiele zwischen Hertha BSC Berlin und Fortuna Düsseldorf (10. und 15. Mai) sind richtungsweisend für beide Vereine - und für Herthas Manager Michael Preetz.

Berlin.. Als Jugendlicher war er im alten Düsseldorfer Rheinstadion noch als Balljunge im Einsatz. 1986 gab er im Fortuna-Trikot sein Profidebüt und drei Jahre später führte er den Traditionsklub mit seinen Toren zurück in die Bundesliga. Nun könnte ihm ausgerechnet seine „alte Liebe“ schwere Zeiten als Manager von Hertha BSC bereiten. Die Rede ist von Michael Preetz, der mit den Berlinern in der Relegation (10. und 15. Mai) auf seinen Ex-Klub Fortuna Düsseldorf trifft.

„Als gebürtiger Düsseldorfer gegen meinen Heimatverein in der Relegation zu spielen, ist eine kuriose Situation für mich. Aber das passt irgendwie zu dieser Saison“, sagte Preetz vor dem Wiedersehen und wollte einen gewissen Reiz nicht verhehlen: „Ich kenne viele Leute und das ganze Umfeld in Düsseldorf. Die Fortuna ist ein besonderer Klub für mich.“

Im Alter von 14 Jahren war Preetz einst zur Fortuna gekommen und gleich in seinem ersten Profijahr startete er durch. Am 2. September 1986 ermöglichte ihm Trainer Dieter Brei im Alter von 19 Jahren das Debüt in der Bundesliga. Beim 2:0 gegen Waldhof Mannheim erzielte Preetz auch gleich sein erstes Tor. Tore blieben auch in den folgenden vier Jahren sein Markenzeichen in Düsseldorf - insbesondere in der Aufstiegssaison 1988/89, als er elfmal traf.

Kein glückliches Händchen als Manager

„Die Vergangenheit zählt nicht für die zwei Spiele. Ich bin Verantwortlicher der Hertha. Daher blende ich das aus“, ergänzt Preetz. Kein Wunder, steht er in der Hauptstadt doch unter besonderer Beobachtung. Denn ein glückliches Händchen kann dem 44-Jährigen gerade in Sachen Trainerverpflichtungen in seiner bislang gut dreijährigen Zeit als Hauptverantwortlicher nicht gerade bescheinigt werden. Als Nachfolger von Dieter Hoeneß entließ er im Jahre 2009 Lucien Favre und holte Friedhelm Funkel - ohne Erfolg. Die Hertha stieg am Ende der Saison ab.

Mit Markus Babbel kam zwar der Erfolg zurück und der direkte Wiederaufstieg gelang, doch mit der Ruhe war es schnell vorbei. So kam es in dieser Saison zu einer beispiellosen Schlammschlacht. Beide bezichtigten sich der Lüge. Babbel ging, Preetz holte Michael Skibbe und nach 52 Tagen war auch der frühere DFB-Trainer verschlissen. Seitdem ruhen die ganzen Hoffnungen auf den alternden „König“ Otto Rehhagel.

Gegenbauer hält an Preetz fest

Sollte das Unternehmen Klassenerhalt nicht gelingen, könnten auf Preetz schwierige Zeiten zukommen, auch wenn Präsident Werner Gegenbauer stets fest an der Seite des früheren Mittelstürmers stand. Ob diese Allianz im Falle eines Abstieges auch noch auf einer dann wohl stürmischen Mitgliederversammlung Ende Mai Bestand hat, müsste sich zeigen. Mit zwei Abstiegen und vier Trainer-Entlassungen hätte er dann nicht mehr viele Argumente.

So geht es für Preetz auch um seine Zukunft. „Wir müssen in den zwei Spielen alles in die Waagschale werfen“, sagte der Manager. Wenn er noch könnte, würde er am liebsten selbst die Schuhe schnüren. Seine Tore könnte die Hertha gebrauchen. Zwischen 1996 und 2003 erzielte er in 227 Spielen insgesamt 93 Tore. (dapd)

 
 

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