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Als Peter Neururer mit der Fortuna den 1. FC Köln bezwang

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Der letzte Fortuna-Sieg in einem Fußball-Profipflichtspiel gegen den 1. FC Köln ist schon 14 Jahre und acht Monate her. Damals gelang zum Einstand von Cheftrainer Peter Neururer im alten Rheinstadion ein 2:1. Doch niemand freute sich wirklich. Weil die Spieler schon an den Abstieg und an neue Arbeitgeber dachten.

Düsseldorf. 

Der letzte Pflichtspielsieg der Fortuna-Profis über den 1. FC Köln ist fast genau 14 Jahre und acht Monate her. Als Marek Lesniak damals, am 23. April 1999, vor der übersichtlichen Interessentenschar von 18 000 Zeugen im Rheinstadion beide Treffer zum 2:1 (1:0) erzielt hatte, waren die Rothemden bereits ein Dauerpatient. Da konnte auch Fußball-Feuerwehrmann Peter Neururer nicht mehr löschen.

Der jetzige Cheftrainer des VfL Bochum erinnert sich an seine zweimonatige Amtszeit mit einem Schauern: „Wir haben zu meinem Einstand gegen Köln gewonnen. Doch es war das schlimmste Derby meiner Laufbahn. Die Mannschaft war Tabellenletzter, alle Spielerverträge liefen aus, die meisten waren sich schon mit anderen Vereinen einig. Fortuna – das war der helle Wahnsinn.“

Mit Klaus Allofs einig

Was am Ende rund um den Schlussakt im Oberhausener Niederrheinstadion – das 3:1 war Neururers zweiter Sieg in acht Spielen bei fünf Niederlagen – sogar in Morddrohungen gipfelte. „Da wurde immenser Polizeischutz für uns aufgefahren, obwohl es sportlich um nichts mehr ging“, so Neururer.

Sämtliche Fakten sprachen gegen eine erfolgreiche Mission. „Das habe ich erst nach dem Derby so richtig durchschaut. Da wollte sich in der Mannschaft kaum einer über den Sieg freuen. Zurück konnte ich aber nicht mehr. Ich stand ja beim Vorstand im Wort. Rückblickend war’s ein großer Fehler, den Posten übernommen zu haben. Wir waren sportlich chancenlos“, so Neururer.

Sein Vorgänger Klaus Allofs, der als Praktikant beim 1. FC Köln von Neururer für den Trainer-Job „fit gemacht“ worden war, hatte eine physisch gute, aber eher unmotivierte Mannschaft hinterlassen. „Vom Potenzial her, da war ich mir mit Klaus einig, hätte Fortuna in dieser Saison den Klassenerhalt schaffen müssen.“ Klappte aber nicht. Weil man Schlusslicht blieb. Mitabsteiger waren übrigens in der Saison 1998/99 die SG Wattenscheid 09, KFC Uerdingen 05 und der FC Gütersloh.

Doppeltorschütze Marek Lesniak

Beim Derby vor fast 15 Jahren waren die Kölner übrigens nicht viel besser aufgestellt. Cheftrainer Bernd Schuster musste nach Tabellenplatz zehn gehen, fasste dann zwei Jahre später bei Xerex in der spanischen Primera Division Fuß.

Marek Lesniak, neben Igli Tare und Igor Dobrowolski in der Offensive aufgeboten, nutzte einen Stolperball von Libero Claus-Dieter „Pele“ Wollitz (derzeit Trainer bei Regionalligist Viktoria Köln) zum 1:0. Und legte nach der Halbzeitpause noch einen zweiten Treffer obendrauf.

Georgij Donkovs Anschluss (zuletzt Trainer bei Wacker Burghausen) richtete nichts mehr für die Domstädter aus. Auch nicht, als Mathias Jack (jetzt Co-Trainer Fortuna U 23) nach einer Notbremse gegen Ralph Hasenhüttl (aktuell Trainer beim FC Ingolstadt) die Rote Karte sah. Einer aus dem Fortuna-Stammkader verpasste das letzte Derby im Rheinstadion. Rudi Istenic (zuletzt für Moldavien als Trainer aktiv) hatte die Windpocken.

DAS SPIEL VOM 23. APRIL 1999 IN DER STATISTIK:

Fortuna: Juric – Bach – Katemann, Jack – Cartus (63. Rudi Zedi), Dybek, Nehrbauer, Kristian Zedi – Dobrovolski (82. Yonga) – Lesniak (72. Tengstedt), Tare; Trainer: Peter Neururer.

Köln: Pröll – Wollitz – Bulajic (63. Donkov), Schuster – Hutwelker (68. Bähr), Cichon, Cullmann, Springer – Munteanu, Azizi, Rösele (52. Hasenhüttl); Trainer: Bernd Schuster.

Schiedsrichter: Olaf Blumenstein (Berlin).

Zuschauer: 18 000.

Tore: 1:0 (36.) Lesniak, 2:0 (60.) Lesniak, 2:1 (76.) Donkov.

Gelbe Karten: Cartus, Bach – Rösele.

Rote Karte: Jack (81. Min./Notbremse gegen Hasenhüttl).