2:3 - Fortunas „Slalomstangen“ werden von Aue ausgekontert

Gesenkte Häupter, lange Gesichter - so sehen Verlierer aus:  Adam Bodzek (links) und Tugrul Erat.
Gesenkte Häupter, lange Gesichter - so sehen Verlierer aus: Adam Bodzek (links) und Tugrul Erat.
Foto: dpa
In einer desolaten ersten Halbzeit fing sich Fortunas ersatzgeschwächte Abwehr vom Tabellenvorletzten aus Aue drei Gegentore. Die Aufholjagd kam zu spät. Liendl ärgern „dumme Fehler“.

Düsseldorf.. Wer ein echter Rheinländer ist, der lässt sich den Karneval nicht vermiesen. Dies gilt in besonderem Maße für jene Jecken unter Fortunas treuesten Anhängern, die gestern Abend auch noch in der Schlussphase lautstark und Fahnen schwenkend ihre Mannschaft anfeuerten, als diese gegen den Tabellenvorletzten FC Erzgebirge Aue in den letzten Zügen eines ganz bitteren Heimauftakts in das neue Fußball-Jahr lag und bereits seit der Halbzeit einem 1:3-Rückstand hinterherlief.

Fast wäre der teils bunt kostümierte Anhang für seine Leidenschaft noch belohnt worden, als Michael Liendl sechs Minuten vor dem Ende nach einem Foul an Axel Bellinghausen per Elfmeter noch verkürzte. Doch das 2:3 war gleichzeitig der ernüchternde Endstand einer Partie, nach der für die Fortuna, passend für einen Freitag den 13., bereits Aschermittwoch-Stimmung herrschte. Wie bei Elfmeter-Torschütze Michael Liendl, der nach dem Schlusspfiff seinem Unmut Luft machte: „Wenn du dich zu Hause jedes Mal so dumm anstellst und so billige Gegentore bekommst, kannst du kein Spiel gewinnen!“

Erster Auswärtssieg seit 357 Tagen

Während die Gäste aus Aue ihren ersten Auswärtssieg seit 357 Tagen(!) und 16 sieglosen Partien lautstark in der Kabine feierten, übte sich Fortuna-Cheftrainer Oliver Reck in Galgenhumor. „Bei unserem zweiten Gegentor hätte auch Felix Neureuther Spaß daran gehabt, durch unsere Slalomstangen zu kurven“, frotzelte der 49-Jährige in Anlehnung an den Skirennläufer.

Fortunas Unheil nahm bereits vor dem Abschlusstraining seinen Lauf, als sich Sergio da Silva Pinto am Vormittag mit muskulären Problemen abmeldete. Fortunas Mittelfeld-Motor sollte nach seiner Knieprellung eigentlich seine Rückkehr in die Startelf feiern, musste aber durch Michael Liendl auf der Sechs neben Oliver Fink abermals ersetzt werden.

Doppelpack durch Bobby Wood

Es dauerte eine Viertelstunde, bis die Gäste aus dem Lößnitztal der Fortuna den ersten Nadelstich verpassten: Mugosas Linkspass in den Strafraum durch die Hosenträger von Adam Bodzek musste Bobby Wood nur noch zur Führung einschieben. Der Ex-Münchener Löwe und us-amerikanische Nationalspieler hatte in der 31. Minute seinen nächsten großen Auftritt, nachdem Teamkollege Patrick Schönfeld auf dem rechten Flügel gleich drei Fortunen ins Leere laufen ließ und den Winterneuzugang in der Strafraummitte zum 2:1 bediente.

Zuvor konnte Axel Bellinghausen den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielen, nachdem ihm eine verunglückte Rückgabe zum Torwart von Aues Michael Fink vor die Füße gefallen war. Die aufkeimende Euphorie erstickte Wood im Keim, ehe erneut Mugosa mit dem 3:1 (34. Spielminute) dafür sorgte, dass die Fortuna zur Halbzeit mit einem gellenden Pfeifkonzert in die Kabine geschickt wurde. Mugosa, wie Wood als einer von acht Winterneuzugängen ins Erzgebirge gewechselt, kam abermals aus einem Konter heraus zum Zuge. Eine simple Körperdrehung um Ben Halloran, der bezeichnender Weise als letzter Mann agierte, reichte aus, um der Fortuna den dritten Treffer des Abends einzuschenken, die im eigenen Stadion ausgekontert wurde und in dieser „Verfassung“, so Oliver Fink, in der Tabelle nicht nach oben schauen braucht.

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