FC Bayern München, BVB, Schalke: HIER zeigen Ultras ihr WAHRES Gesicht

Die Ultras vom FC Bayern München oder Schalke 04 fallen in der Corona-Krise durch starke Aktionen auf.
Die Ultras vom FC Bayern München oder Schalke 04 fallen in der Corona-Krise durch starke Aktionen auf.
Foto: imago images/Nordphoto

Beim FC Bayern München, bei Schalke 04, beim BVB und nahezu jedem anderen Fußballclub in Deutschland ernteten Ultras in den vergangenen Wochen eine Menge Kritik. In der Coronavirus-Krise präsentieren die Fanszenen nun ihre wahre Seite.

Auslöser für die bundesweiten Kontroversen rund um Ultras war der Konflikt zwischen der Fanszene von Borussia Dortmund und Dietmar Hopp, an dessen Ende auch die Ultras des FC Bayern München ordentlich mitmischten.

Der Konflikt zwischen dem BVB-Anhang und dem Investor von 1899 Hoffenheim hatte sich in den vergangenen Jahren in extreme Sphären hochgeschaukelt und gipfelte zu Jahresbeginn darin, dass der DFB den Dortmundern ein Gästefan-Verbot für die kommenden Spiele in Sinsheim erteilt hatte.

Zuvor hatte der DFB den Fans eigentlich versprochen, ab sofort auf das Mittel der Kollektivstrafen zu verzichten.

FC Bayern München, Schalke, BVB: Ultras zeigen wahres Gesicht

In den Stadien der Bundesrepublik hagelte es anschließend Hass-Plakate, mit denen die Fans ihren Unmut gegenüber Hopp und dem DFB zum Ausdruck brachten. Manche Spruchbänder waren in den Augen der Schiedsrichter so geschmacklos, dass die Unparteiischen sich gezwungen sahen, die Partien zu unterbrechen - so auch beim Spiel des FC Bayern München in Sinsheim. Für viele der 82 Millionen Bundestrainer wurden die Ultras prompt mal wieder zur „hässlichen Fratze des Fußballs“.

In der aktuellen Corona-Krise zeigen Ultras allerdings, dass sie deutlich mehr sind als die Randalierer, für die sie immer wieder gehalten werden. In ganz Deutschland setzen Fanszenen sich momentan vorbildlich für ihre Mitmenschen ein.

Beispiel FC Bayern München: In München denken die Ultras schon einen Schritt weiter. Das Fan-Bündnis Club Nr. 12 will den Engpässen in Krankenhäusern und Arztpraxen entgegenwirken und arbeitet dahingehend momentan an Projektideen.

Beispiel Schalke 04: Die Ultras Gelsenkirchen stellen sogenannte „Kumpelkisten“ zusammen. Darin sind Produkte zur Lebensmittelgrundversorgung enthalten. Von montags bis samstags liefern die Ultras die Pakete aus.

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Beispiel Borussia Dortmund: Die großen Ultra-Gruppierungen The Unity, Desperados und Jubos bieten täglich von 11 bis 17 Uhr Botengänge für Menschen aus den Risikogruppen sowie Menschen in Quarantäne an.

Fans zeigen sich solidarisch

Bei kleineren Vereinen wächst während der Corona-Krise die Angst vor der Pleite. Um die Clubs während der spielfreien Zeit finanziell zu unterstützen haben Fangruppen sich verschiedene Aktionen einfallen lassen.

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Bei Hansa Rostock riefen die Ultras zu „Hamsterkäufen“ im Fanshop auf. Bei Alemannia Aachen oder dem VfL Bochum kaufen Fans momentan symbolische Tickets für die Spiele, die derzeit ausfallen, damit die Vereine weiterhin Zuschauereinnahmen generieren.

Plakate an Krankenhäusern und Supermärkten

Darüber hinaus machten Ultras in ganz Deutschland mit besonderen Aktionen auf die beispiellose Arbeit aufmerksam, die Menschen in Krankenhäusern, Arztpraxen oder Supermärkten derzeit leisten. Die Ultras befestigten dabei meist Plakate an prominenten Plätzen der jeweiligen Städte.

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So hieß es zum Beispiel auf einem großen Banner vor dem Bochumer Ruhrstadion: „Bäcker, Pflege, Supermärkte: Bochum lebt durch eure Stärke!“

Wann geht's in der Bundesliga weiter?

Die Bundesliga pausiert derzeit, die Pause ist vorerst bis zum 2. April angesetzt. Dass am 3. April wieder der Ball rollt, ist quasi ausgeschlossen. Am 24. und 31. März will die Deutsche Fußball-Liga sich erneut beraten und entscheiden, wann und wie es weitergehen soll.

Pause bis 2021?

Einige Virologen skizzieren bereits ein äußerst düsteres Szenario. Demnach könnte es im Jahr 2020 kein einziges Spiel mehr geben. Sollte erst 2021 wieder der Ball rollen, würde das enorme Auswirkungen auf die Bundesliga und ihre Vereine haben.

Vereine in Schwierigkeiten

Durch die lange Pause kommen Fußballvereine in massive Probleme. Speziell die kleineren Clubs können die verpassten Einnahmen oftmals nicht kompensieren. Bei manchen Vereinen kündigten die Spieler daher bereits an, aus Solidarität auf einen Teil des Gehalts zu verzichten.

Der FC Schalke 04 teilte bereits mit, dass der Verein durch die Coronavirus-Krise über kurz oder lang in existenzielle Probleme geraten wird. Bei Borussia Dortmund genügt ein Blick auf den Absturz der BVB-Aktie, um sich die ersten Konsequenzen zu vergegenwärtigen.

Bundesliga-Pause wohl vorerst bis Ende April

Das DFL-Präsidium will der Mitgliederversammlung am 31. März empfehlen, die Pause zunächst bis Ende April fortzusetzen. Experten glauben, dass in den kommenden Wochen dann sogar über eine weitere Pausierung bis Ende Mai diskutiert wird.

Würden Fans alleine zuhause gucken?

Die entscheidende Frage ist wohl: Würden Fans die restlichen Saisonspiele der Bundesliga alleine zuhause gucken? Wenn die Fans sich privat in größeren Gruppen treffen, würde das zur erneuten Verbreitung des Coronavirus beitragen.

Corona-Krise in anderen Sportarten

Nicht nur der Fußball ist durch die Corona-Krise hart getroffen. In der Formel 1 wurden die ersten Rennen der Saison abgesagt. In der Tenniswelt wurde mit den French Open eines der wichtigsten Turniere von Mai in den Herbst verlegt. Außerdem wurden die Olympischen um ein Jahr auf Juli 2021 verschoben.

 
 

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