FC Bayern München – Das Theater um Leroy Sané zeigt: DAS sind die wirklichen Probleme der Bayern

Das Transfer-Theater um Leroy Sané hat beim FC Bayern München eine Menge Diskussionen entfacht.
Das Transfer-Theater um Leroy Sané hat beim FC Bayern München eine Menge Diskussionen entfacht.
Foto: imago sportfotodienst / Collage: DER WESTEN
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München. Der FC Bayern München. Dieser Klub sorgte einmal für Neid, Wut und Hochachtung bei der Bundesliga-Konkurrenz. Stets waren die Bayern einen Schritt weiter als die Gegner, konnten den anderen Klubs mit spektakulären Spielern die Show stehlen.

Uli Hoeneß hat mit Bayern München den einzigen deutschen Klub erschaffen, der internationale Strahlkraft hat. Doch die Zeiten, in denen die Konkurrenz vor Bayern erzitterte, gehen gerade ihrem Ende entgegen.

Bayern München lebt von der Substanz

Klar, Bayern bleibt DER Favorit auf die deutsche Meisterschaft. Aber der Klub lebt zunehmend von der Substanz. Die großen Namen kommen entweder aus der eigenen Jugend oder wurden schon vor Jahren verpflichtet.

Lewandowski, Alaba, Müller, Kimmich, Neuer, Martinez. Allesamt Spieler, die schon seit mindestens vier Jahren für Bayern spielen. Und die Substanz bröckelt von Jahr zu Jahr: Hummels, Ribery, Robben, Vidal, Lahm, Alonso. Immer wieder musste der Klub wichtige Abgänge verkraften. Auf der anderen Seite entwickelten sich wenige Neuverpflichtungen zu unumstrittenen Stammspielern.

Bei Bayern München fehlt es an Absprachen und Disziplin

Eigentlich wäre jetzt Zeit, eine neue Mannschaft aufzubauen - doch diese Gelegenheit lässt der FC Bayern aktuell verstreichen.

Das nun schon seit Monaten andauernde Hick-Hack um Leroy Sané zeigt dabei das eigentliche Problem des FC Bayern auf. Es fehlt an Absprache und Disziplin beim deutschen Rekordmeister.

Hoeneß widerspricht sich innerhalb weniger Tage selbst

Es fing damit an, dass ausgerechnet Bayern-Präsident Uli Hoeneß öffentlich das Interesse an Sané bekräftigte. Dann posaunte er im „kicker“ seine eigenen Zweifel heraus: „Man muss ein bisschen skeptisch sein. Es ist eher unwahrscheinlich, dass es klappt.“

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Es folgte die übliche Beschwerde über die hohen Ablösesummen im Fußball. Doch schon auf der Titelfeier der Bayern-Basketballer sagte Hoeneß dann: „Wenn er will, geht das schon.“

Jeder plaudert munter öffentlich über Sané

Auch Spieler wie Robert Lewandowski und Leon Goretzka hatten keine Scham, in Interviews laut über einen Wechsel von Sané nachzudenken. Lewandowskis Äußerungen ließen sogar beinahe den Schluss zu, der Sané-Wechsel sei bereits fix.

Die öffentlich ausgetragene Diskussion ging sogar soweit, dass Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge Mitte Juli eine neue Strategie ausrief: „Mit Transferangelegenheiten gehen wir weniger offensiv in der Öffentlichkeit um. Wir arbeiten, und wenn es etwas zu verkünden gibt, werden wir das tun.“ Man wolle in Zukunft keine „Wasserstandsmeldungen“ mehr abgeben, so Rummenigge.

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Dieses Machtwort hatte etwa zwei Wochen Bestand - dann dachte ausgerechnet Trainer Nico Kovac im ZDF laut über Sané nach. Er sei „sehr zuversichtlich“, dass die Verpflichtung von Sanè gelingen würde. Der Rüffel von Rummenigge folgte nur wenig später - Kovac musste zurückrudern und sagte nach dem Halbfinale im Audi Cup: „Ich bin ein bisschen zu offensiv geworden.“

Streit an der Spitze des FC Bayern

Richtig kleinlaut wurde Sportdirektor Hasan Salihamidzic: „Es ist wichtig, dass wir Respekt vor dem Klub haben, Respekt vor den Besitzern von ManCity und dem Trainer und meinem Kollegen.“

Die vielen Stimmen und unterschiedlichen Aussagen legen gnadenlos offen, wie zerstritten und uneins die Führungsebene des FC Bayern München ist. Und wegen der öffentlich ausgetragenen Streitigkeiten weiß das mittlerweile jeder europäische Top-Spieler - auch Leroy Sané.

 
 

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